Plötzky l Die Zahlen fallen ernüchternd aus. Zumindest für viele Plötzkyer, die sich von der jüngsten Verkehrszählung im Dezember Argumente für eine Verkehrsberuhigung an der Bundesstraße 246a aus Richtung Gommern erhofft hatten. „Von den gemessenen 7 000 Fahrzeugen am Tag sind gerade einmal rund 1 000 zu schnell gefahren“, sagte Stefan Hörold, Regionalbereichsleitern beim vom Landesstraßenbauamt von Sachsen-Anhalt, bei der Bürgerversammlung in Plötzky im März. Das sei nicht besonders viel, zumal sich die Geschwindigkeitsübertretungen in der Regel im unteren Bereich bewegen würden. Eine Rechtfertigung für zusätzliche Verkehrsberuhigende Maßnahmen würde sich aus diesen Zahlen nicht ableiten.

Zu wenig Fahrzeuge für Verkehrsberuhigung

Bei den Bürgern in der Versammlung sorgte dieses Ergebnis allerdings für Unmut, da sie offenbar eine ganz andere Wahrnehmung hatten. Demnach würde der Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße durch Plötzky für viel Lärm sorgen, weil sich viele Kraftfahrer nicht auf die innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzung halten würden. „Vor allem die Lkw aus Richtung Gommern donnern immer wieder nach Plötzky rein“, schimpfte eine Bürgerin aus Plötzky. Insgesamt würden sich viele Fahrer am Ortseingangsschild Plötzky nicht an das vorgeschriebene Tempo 50 halten. Mehrere Plötzkyer sprachen sich daher für eine sogenannte Trichterlösung aus, wobei die Höchstgeschwindigkeit bereits vor dem Ortseingang durch ein Verkehrsschild auf 70 Kilometer in der Stunde reduziert wird.

Ein weiterer Vorschlag von Einwohnern lautete, das Ortseingangsschild in Richtung Gommern und damit die Tempo-50-Zone vorzuverlegen. Über eine Änderung von Verkehrszeichen müsste jedoch die Straßenverkehrsbehörde entscheiden, so die Planer vom Landesstraßenbauamt.

Ortsbürgermeister will vermitteln

Ortsbürgermeister Martin Kütz (SPD) bemühte sich, zwischen den Position zu vermitteln. „Die Zahlen sind nicht so, wie wir das erwartet haben“, sagte der Ortsbürgermeister. Das müsse man akzeptieren. Es sei auch nicht sinnvoll, die erhobenen Zahlen anzuzweifeln.

Das sahen viele der anwesenden Plötzkyer Bürger aber offenbar anders. „Es bringt doch nichts, den Verkehr im Winter zu messen“, sagte ein Teilnehmer der Bürgerversammlung. Vielmehr müsse im Sommer gemessen werden. Denn dann seien auch Touristen und vor allem die Lkws auf dem Weg zu Baustellen unterwegs. Die Verkehrszählung sollte daher in den kommenden Monaten wiederholt werden.

Tatsächlich zeigten sich die beiden Mitarbeiter vom Landesstraßenbauamt von Sachsen-Anhalt offen für diesen Vorschlag. Sie kündigten an, dass es im April oder Mai zu einer weiteren Verkehrszählung am Ortsausgang Plötzky Richtung Gommern kommen soll.

Bei der Bürgerversammlung präsentierten die Mitarbeiter des Landesstraßenbauamtes zudem die Pläne für die Sicherung der Bundesstraße 246a zwischen Plötzky und derer Brücke am Gasthof Alte Fähre gegen Hochwasser. Dafür wurden mehrere Varianten vorgestellt, bei denen die Fahrbahn auf ein Brückenbauwerk höher gelegt wird. Bestätigt wurde bei der Versammlung auch noch einmal, dass eine Ortsumgehung um Plötzky endgültig aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wurde.