Felgeleben/Magdeburg l Andreas Kalusche zählt durch: „Von jetzt bis einschließlich Aschermittwoch am 26. Februar werden wir 33 Termine wahrnehmen. Dazu gehören offizielle Empfänge wie beim Ministerpräsidenten und der Kanzlerin, Einladungen zu Sitzungen und Umzüge bei Vereinen sowie Sponsorentermine.“

Und wer denkt, am Aschermittwoch ist – närrisch gesehen – alles vorbei, der irrt. Nach dem offiziellen Ende der fünften Jahreszeit geht es nahtlos weiter: „28. Februar bis 1. März Prinzentreffen in Halle, übrigens nimmt daran auch unser FCC-Prinzenpaar teil. Am Wochenende darauf sind wir bei der Benefizgala der Hettstedter Karnevalsgesellschaft und bei der Landesmeisterschaft der karnevalistischen Tänze in Stendal. Mitte April ist dann die Landesmeisterschaft der Männerballette in Staßfurt, Ende April die Gala zum 30-jährigen Bestehen des Karneval-Landesverbandes in Freyburg“, listet er weiter auf.

Da stehen dem Landesprinzenpaar, das im Felgeleber Carneval Club (FCC) beheimatet ist, anstrengende Wochen bevor. Doch Andreas und Sandra Kalusche freuen sich. Auf jeden einzelnen Termin. „Das ist positiver Stress“, betont der 42-jährige Bankangestellte. Und die 35-jährige Arzthelferin meint schmunzelnd: „Ich versuche einfach, eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen. Damit ich nichts vergesse, gibt es eine To-Do-Liste, die gerade nicht so richtig enden möchte.“

Startschuss für die kommende Zeit ist der Besuch bei Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) am gestrigen Donnerstag gewesen. Er hat ihnen ein Gastgeschenk für den Besuch der Bundeskanzlerin mitgegeben. Angela Merkel (CDU) bekommt das Buch „Das Schönebecker Salz“, Solesalz und einen Aufsteller „Das goldene Rathaus“ geschenkt, dazu ein Anschreiben der Stadt.

Neujahrsempfang in Calbe

Dann folgt Tag auf Tag Termin auf Termin: Am Sonnabend hat Bürgermeister Sven Hause (parteilos) sie zum Neujahrsempfang in Calbe eingeladen. „Unsere Frauen tanzen zusammen beim FCC“, verrät Andreas Kalusche die Verbindung und merkt augenzwinkernd an: „Und wir werden dort sicherlich die Exoten sein, denn wir kommen in unserer Karnevalskleidung, also dem karnevalistischen Ornat.“ Unendlich lange können sie nicht in der Saalestadt bleiben – sie haben noch eine Einladung zu einer Karnevalsveranstaltung in Könnern.

Am Sonnabend empfängt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) den Karneval-Landesverband in der Staatskanzlei in Magdeburg. Natürlich dürfen da Sandra und Andreas Kalusche als Landesprinzenpaar nicht fehlen. „Wie alles ablaufen wird, wissen wir noch nicht. Wir lassen es einfach auf uns zukommen“, so der 42-Jährige. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) statten sie am Montag einen Besuch ab. Zwar sind Kalusches gebürtige Schönebecker und im FCC aktiv. Aber sie wohnen und arbeiten seit 2003 in Magdeburg. Ihre Kinder (Zwillingsjungen und ein Mädchen) sind in der Landeshauptstadt zur Welt gekommen, besuchen dort Kita und Schule. Somit freut es sie, dass sie nicht nur mit dem Schönebecker, sondern auch mit dem Magdeburger Stadtchef ein Treffen haben. Zwei Tage später, am Mittwoch, sind sie dann im Bundeskanzleramt in Berlin, treffen Angela Merkel und übergeben das Geschenk aus Schönebeck. Etwas aufgeregt sind sie da schon ... Aber das darf sein.

Auf die Frage, ob sie denn zu den vielen Auftritten auch verschiedene Gewänder haben, kommt ein klares Nein. „Wir sind mit dieser Kleidung in den FCC-Farben zum Landesprinzenpaar gewählt worden und werden damit auch überall wieder auftauchen. Plus Schärpe natürlich. Stichwort Wiedererkennung“, erklärt Andreas Kalusche.

Gut Koordination

Job, Familie, karnevalistische Verpflichtungen ... Die Zeit will in den kommenden Wochen gut koordiniert sein. Das ist den beiden bewusst. Aber alles sei lange im Voraus geplant und organisiert. Um die Kinder würden sich rührend Familie und Babysitter kümmern, wenn Mama und Papa unterwegs sind. „Die Kleinen bekommen das ja noch nicht so mit. In der Kita haben sie nur mal erzählt, dass ihre Mama jetzt Prinzessin ist“, erzählt Andreas Kalusche schmunzelnd. Anders die Zwölfjährige. Sie sei ganz stolz und gehe mit der Oma zur Nachmittags-Faschingsveranstaltung des FCC. „Da werden wir nicht dabei sein können – da sind wir in Aschersleben beim Karnevalsumzug.“

An ihrem Plan, bei der letzten Veranstaltung in dieser Session beim FCC dabei zu sein, halten sie nach wie vor fest. Dieser Termin ist ihnen wichtig. Auch wenn sie wissen, dass sie nicht von Anfang an präsent sein können. Denn erst sind sie beim Umzug in Osterburg, dann bei der einzigen Veranstaltung der Ottojaner in Magdeburg. „Aber zur zweiten Halbzeit, da sind wir bei uns“, verspricht Andreas Kalusche.

Worauf sich das Landesprinzenpaar am meisten freut, fasst Sandra Kalusche so zusammen: „Irgendwie auf alles: Die vielen lieben, neu gewonnenen Freunde wiederzusehen und den Veranstaltungen beizuwohnen. Ich freue mich jetzt schon darauf, das erste Mal unseren eigenen Landesprinzenpaar-Pin zu überreichen und genauso auf die Umzüge, wo wir in den Festwagen mitfahren dürfen. Kaum erwarten kann ich es auch, bei den offiziellen Empfängen zu sein, wie zum Beispiel beim Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin. – Wobei, am meisten freue ich mich wohl darauf, wieder in mein Kleid zu schlüpfen, in dem ich mich wirklich gut fühle.“ Ihr Prinz Andreas meint: „Klingt zwar langweilig, aber ich freue mich auch auf alles, vor allem weil so viele unterschiedliche Facetten damit verbunden sind, also Sitzungen, Umzüge einerseits und die Empfänge bei der großen Politik andererseits. Denn ich bin durchaus auch politikaffin und habe mal im Landtag gearbeitet ...