Schönebeck/Staßfurt l Der Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr angestiegen. Laut Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert wurden im Jahr 2019 rund 105.600 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Das sind rund 11.700 Hektar mehr als im Vorjahr. Insgesamt würden somit also rund neun Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Sachsen-Anhalt ökologisch bestellt.

Im Salzlandkreis wird ebenfalls Ökolandbau betrieben. Allerdings gibt es keine gesonderte Statistik dazu, sagt Susanne Brandt, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Salzland. Bei einer Acker-fläche von etwa 96.000 Hektar im Kreis würden rund 8.600 Hektar ökologisch bestellt werden, wenn man von neun Prozent des Landwirtschaftsministeriums ausgeht. Susanne Brandt dazu: „Es dürfte bei uns aber etwas weniger sein. In etwa 7.000 Hektar, die von etwa 30 Betrieben bearbeitet werden.“

Verzicht auf Chemikalien

Das Hauptkriterium, das Landwirtschaft als „ökologisch“ definiert, ist der Verzicht auf chemische und synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel, erklärt Susanne Brandt. Die Konsequenz daraus ist, dass bei der Produktion ökologischer Produkte ein wesentlich höherer Arbeitsaufwand betrieben werden muss – zum Beispiel das häufigere Entfernen von Unkraut. Dieser höhere Arbeitsaufwand schlägt sich in der Regel auf den Preis des Produkts nieder. Daher sind Ökoprodukte meist teurer als Produkte, die aus der herkömmlichen Landwirtschaft stammen.

Jedoch werden die „Öko-Flächen“ der Bauern auch stärker subventioniert als herkömmliche Nutzflächen. Susanne Brandt erklärt: „Betriebe, die Normalkulturen wie Getreide, Kartoffeln oder Rüben ökologisch anbauen, erhalten in etwa doppelt so viel Geld wie Landwirte, die diese Feldfrüchte auf herkömmlichem Weg anbauen.“

Kritische Betrachtung

Darüber hinaus sieht die Geschäftsführerin des Bauernverbandes Salzland das Ziel der Landwirtschaftsministerin – nämlich in Sachsen-Anhalt auf 20 Prozent Öko-Landbau zu gelangen – kritisch. „Sicherlich kann man so viel produzieren. Es muss aber auch nachgefragt werden. Wenn die Läden mit ökologisch hergestellten Produkten voll sind, aber sich zu wenige Menschen finden, die auch bereit sind, den dafür höheren Preis zu bezahlen, dann nützt das nicht viel“, so Brandt.