Barby l Auf Woodys Facebook-Seite fällt ein Foto auf, das besonders der Generation Ü 50 die Hände an die Hosennaht treibt. Es zeigt den Barbyer zusammen mit Deep-Purple-Frontmann Ian Gillan („Smoke On The Water“). Wenn andere Zeitgenossen ihr Glück nicht fassen können, weil sie mit Helene Fischer ein Selfie hinbekommen, grinsen Woody und sein Bandkollege Tom Kava zusammen mit einer Hardrock-Legende in die Kamera. Die hielt sich in der „Eisenstadt“ Ferropolis auf, wo der „Staatsmann der britischen Rockgeschichte“ von Philharmonikern begleitet wurde. Dabei kam es zwischen Deep-Purple-Stücken und dem Orchester zu einer kraftvollen sinfonischen Fusion. Wobei der exzentrische Brite in verwaschenem T-Shirt und Camping-Schlabberhose einen bizarren Kontrast zu den seriös gekleideten Damen und Herren der Orchesters gab.

„Wir haben ihn hinter der Bühne getroffen“, erzählt Woody. Hier war ein „Meet and Greet“ angesetzt, wobei der Meister Radio- und Fernsehteams treffen sollte. „Wollte er aber nicht so richtig“, weiß der Barbyer noch. Er habe ständig gebrummelt „I wish you doesn‘t come“ (ganz frei übersetzt: Ich will niemand sehen.) „Wir sind jetzt aber nun mal hier“, stellte Woody trotzig auf englisch klar, der einige Jahre in Australien und Neuseeland gelebt hat. Wobei er wohl ein bisschen die Bedrohlichkeit eines Aborigines-Kriegers angenommen haben muss, denn Ian kriegte sich schnell ein und war freundlich.

Das ist reiner Automatismus

Wenn Woody Weber bei kunstmusikalischen Veranstaltungen auftaucht, gehört er offenbar ganz automatisch dazu. Großen Anteil daran hat offenbar sein Äußeres: Tattoos bis zum Kinn, Dreadlocks, ein imposantes Flechtbartschwänzchen und schwarzer Hut. Wer so daher kommt, muss ein Künstler sein. Und ein Freigeist. Oder beides.

Bilder

„Ich bin zu 98 Prozent Musiker“, gesteht Woody Weber. Denn die Auftritte mit der Rockband Rose Bogey‘s, die sich augenzwinkernd schon mal als „Prediger der Sinnlichkeit“ bezeichnet, häufen sich zunehmend. Erste große Publikumserfolge hatte das Rock-Trio bei der Feuerwerksshow „Pyrogames“ 2016/17. Eine Menge Arbeit, die nicht nur Kreativität, sondern auch Fleiß fordert. Den rockmusikalischen Ritterschlag bekamen die Rose Bogey‘s jedoch vor zwei Jahren beim Wacken-Open Air. Diese Freiluft-Überparty zieht die Metal-Fans an, wie es Woodstock weiland mit den Hippies tat.

Seine musikalische Laufbahn begann der gelernte Steinmetz 1988 bei der Barbyer Band Andy and Friends. Sie gab sich ein paar Jahre später einen griffigeren und vor allem deutschen Namen, nachdem der Sänger aus dem Fenster des „Rautenkranz“ gefallen war: „Fenstersturz“.

Auftritt in der "Spatzenfalle"

Wer die Rose Bogey‘s sehen und vor allem hören möchte, hat am 2. November in der Schönebecker „Spatzenfalle“ Gelegenheit dazu.