Sachbeschädigung

Neue Linden in Eickendorf kurzerhand gekürzt

Mehrere Bäume hatte die Gemeinde Bördeland im April in der Eickendorfer Nordstraße neu gepflanzt. Aber die Linden standen nur zwei Tage unversehrt.

Von Robert Gruhne 06.07.2021, 15:34
Grün sind sie noch, aber weil der Haupttrieb verschnitten wurde, werden die Winterlinden sich wohl nicht so entwickeln, wie es eigentlich normal wäre. Auch ein Absterben ist nicht ausgeschlossen.
Grün sind sie noch, aber weil der Haupttrieb verschnitten wurde, werden die Winterlinden sich wohl nicht so entwickeln, wie es eigentlich normal wäre. Auch ein Absterben ist nicht ausgeschlossen. Foto: Robert Gruhne

Eickendorf - „Ich habe mich da blamiert und geschämt“, sagt Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD) aufgebracht. Es ist schon einige Zeit her, aber über die drei neu gepflanzten Winterlinden in der Nordstraße in Eickendorf – oder besser was mit ihnen passiert ist – ärgerte sich Nimmich noch lange danach.

Passiert ist Folgendes: Bei einem Gewitter vor ein paar Jahren wurden bei Eggersdorf hunderte Pappeln umgeweht. Als Ausgleichsmaßnahme verteilte die Gemeinde im April 400 Bäume in allen Ortsteilen, in Eickendorf unter anderem in der Bierer Straße und eben die jungen Linden in der Nordstraße. Hier kam hinzu, dass die alten Bäume nach Anwohnerbeschwerden gefällt worden waren (Volksstimme berichtete). Aber die Ausgleichsbäume standen kaum zwei Tage, da waren sie schon wieder verschnitten.

„Arttypische Entwicklung“ ausgeschlossen

„Es wurde sich gleich an den Bäumen vergriffen, warum auch immer“, sagt Nimmich. Bei der Abnahme fiel der Schaden auf und brachte den Bürgermeister in die geschilderte unglückliche Lage.

Die Sachbeschädigung wurde sogleich mit dem Regionalbereichsbeamten aufgenommen. An drei Bäumen in der Nordstraße wurde die Krone herausgeschnitten.

Laut Ordnungsamtsleiter Andreas Pluntke ist der Schaden so schlimm, dass die Bäume sich jetzt nicht mehr so entwickeln können, wie es sein sollte. „Dabei sind das Winterlinden, die werden gar nicht so groß“, sagt er. Und bis sie ihre vollständige Höhe erreichen, dauere es auch 40 bis 50 Jahre.

Bäume werden wahrscheinlich ausgetauscht

Die Untere Naturschutzbehörde bestätigt: Eine „arttypische Entwicklung“ sei durch das Wegschneiden des Haupttriebes nicht mehr gegeben und ein Absterben könne nicht ausgeschlossen werden, schreibt Kreissprecherin Marianne Bothe.

Die Gemeinde hat mittlerweile Anzeige erstattet. Eine Person habe laut Ordnungsamtsleiter Pluntke bereits zugegeben, für den Verschnitt an zweien der Bäume verantwortlich zu sein.

Die Linden müssen wahrscheinlich im Herbst ausgetauscht werden. Das kostet pro Baum etwa 300 Euro. „Wenn die Verursacher das zahlen, ist das für uns erledigt“, sagt Pluntke.