Calbe l Vorsichtig fasst Theresa Böhme (9) aus Förderstedt in den dampfenden Becher. Zusammen mit Enzo Dippe (10) aus Förderstedt darf sie ein Experiment mit Trockeneis durchführen, Physik- und Mathelehrer Lajos Woltersdorf erklärt den Kindern, was sie zu tun haben. Beim Tag der offenen Tür ist anfassen, ausprobieren, nachfragen erlaubt.

Besonders beliebt ist das Klassenzimmer, in dem Christiane Kannegießer die verschiedenen Arbeitsgemeinschaften (AGs) vorstellt, die die Schüler belegen können. Insgesamt 32 sind es an der Zahl. „Wir unterscheiden zwischen AGs, die von Lehrern betreut werden und solche, die von unseren Kooperationspartnern angeboten werden“, so die Lehrerin. Zu diesen zählt beispielsweise der Verein Nestwärme. „Eigentlich ist für so gut wie jeden Schüler etwas dabei“, so Kannegießer. Das Angebot reicht von Yoga/Entspannungstechniken über Tanzen und Gitarre spielen bis hin zu Reiten. „Wenn ein Schüler etwas vermisst, kann er diese Aktivität auch vorschlagen“, sagt Christiane Kannegießer. Man schaue dann, ob es im Bereich des Möglichen liege.

Defizitausgleich in Gruppen

Ein weiteres Angebot der Schule stellt Schulleiter Rolf-Uwe Friedrichs vor: den Defizitausgleich. So schaue man bei den Fünftklässlern bereits nach fünf bis sechs Wochen, ob in den Fächern Deutsch, Mathe oder Englisch ein Defizit bestehe. Die Schüler bekommen dann in kleinen Gruppen in den jeweiligen Fächern extra Unterricht – alles im Rahmen der beispielsweise acht Schulstunden.

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In der fünften Klasse wird durch den jeweiligen Klassenlehrer außerdem das Fach „Lernen lernen“ angeboten. „Die Schüler finden dabei beispielsweise heraus, welcher Lerntyp sie sind“, so Friedrichs.

Gut betreut

Im Gymnasium Calbe gibt es ein Ganztagsbetreuungskonzept. „Den Eltern können wir mit Gewissheit sagen, dass ihre Kinder bei uns acht Stunden lang betreut werden“, so Christiane Kannegießer. So werden in den acht Stunden bereits die Hausaufgaben erledigt.

Für Schüler, die Probleme haben – sei es mit dem Schulstoff, oder aber beispielweise bei Streitigkeiten mit Klassenkameraden – ist Birgit Wopar die richtige Ansprechpartnerin.

"Geistiger Mülleimer"

Die Beratungslehrkraft bietet von pädagogischer Diagnostik über Streitschlichtung bis hin zu kollegialer Fallberatung einiges an. „Manchmal diene ich auch einfach als ‚geistiger Mülleimer‘ für die Schüler – und das ist auch okay so“, sagt die Beratungslehrkraft, die in verschiedenen Schulen im Salzlandkreis arbeitet.

Übrigens kommen auch die insgesamt knapp 550 Schüler längst nicht nur aus Calbe. „Wir sind eine Schule, die quasi den ländlichen Raum abdeckt“, so Friedrichs. Da die Einzugsgebiete für Gymnasien aufgelöst sind – sprich, die Eltern frei entscheiden können, auf welche Schule ihr Kind geht, kommen eben auch Schüler beispielsweise aus den Staßfurter Ortsteilen, aus Förderstedt und der Gemeinde Bördeland.