Oldtimer auf Tour

Bei der „Stadtwerke-Rallye Schönebeck-Bernburg“ werden die Oldtimer am Sonnabend, 13. Juli, durch den Salzlandkreis rollen. Start ist in Calbe, Zwischenstationen sind in Bernburg und Aschersleben, nachmittags gibt es einen längeren Stopp am Ringheiligtum Pömmelte. Rallyeleiter der Einladungsveranstaltung ist Helmut Marx.

Bereits am Freitag, 12. Juli, können die Fahrer mit ihren Schmuckstücken anreisen. Ab 15.30 Uhr erfolgt am Salzlandmuseum die Ausgabe der Unterlagen und die Einweisung. Wer erfahren möchte, was ihn am Tag darauf erwartet, kann dem Ringheiligtum-Vortrag zuhören.

Oldtimer-Freunde aufgepasst: Am 12. Juli stehen die rollenden Raritäten von 15.30 bis 17.30 Uhr auf dem Marktplatz Bad Salzelmen zum Anschauen und Fachsimpeln.(hl)

Bad Salzelmen l Eigentlich ist Bernd Schreiber an allem Schuld. Besser gesagt seine EMW R35, Baujahr 1953. Ein Motorrad des Eisenacher Motorenwerkes, das auf der BMW R35 basierte. Im Februar 1953 hat sein Vater sich ein solches gekauft, seitdem ist es in Familienbesitz. Seit 66 Jahren wird es gefahren, gehegt und gepflegt. Erst von seinem Vater, dann von ihm. „Das Motorrad ist nie abgemeldet gewesen“, erzählt der 56-Jährige. Darauf ist er stolz, das ist nicht zu überhören.

Wer Oldtimer fährt, kennt schnell andere, die auch so unterwegs sind. Die Szene der rollenden Raritäten sozusagen. Da verwundert es nicht, dass der Bad Salzelmener auf den Barbyer Helmut Marx trifft, der so manche Rallye – ob Ohre-Classic oder Schlösser-Tour – mitorganisiert. Die Runden reizen, Bernd Schreiber fährt mit. Erst alleine, dann mit seiner Frau Christiane als Sozius.

Ein Auto muss her

Alles gut, alles schön. Die 57-Jährige teilt seine Leidenschaft für die Oldtimer. Aber die Rallyes finden überwiegend im Sommer statt. Meist ist es sehr warm. Als Motorradfahrer ist man immer in voller Montur unterwegs. „Wenn andere Frauen in schicken Kleidern und am besten noch mit Hut aus den Autos ausgestiegen sind, bin ich runter vom Beifahrersitz, Helm ab und Cap auf, weil meine Haare alles andere als gut lagen“, erzählt sie und muss rückblickend schmunzeln. Und mit einem Augenzwinkern gibt er zu: „Die Hinweise wurden immer eindeutiger. Ich hatte verstanden: Meine Frau will kein Beifahrer mehr sein, sie will selbst fahren. Kein Motorrad, sondern ein Auto.“

Einen Winter lang suchte der Unternehmer im Netz: Es sollte ein Frauenauto sein, nicht sehr reparaturanfällig. Einsteigen und losfahren. Natürlich ein Oldtimer. Nicht zu alt, nicht zu jung und dabei kultig. Beim Old- und Youngtimer-Treffen in Rastede (Niedersachsen) würden viele die britische Automarke Mini fahren ... Genau, der sollte es sein.

Für die Auszeiten

Gesucht, gefunden. Im Mai 2017 bei einem Hamburger Oldtimerhändler. „Wir hatten uns angemeldet und gesagt, wir wollen nur gucken“, erinnert sich Christiane Schreiber. Und Probe sitzen, ob ihr Mann mit seinen 1,90 Meter genügend Platz hat. Als sie ankamen, stand ein Mini schon parat. Doch der Funke sprang nicht über. Aber da war noch einer, etwas abseits, etwas versteckt. Baujahr 1975, british-green, Bezug in Vintage-Leder, 62-PS-Motor. Sie fuhren ihn eine Runde ... „Und da war es schon um uns passiert“, sagt sie lachend. Liebe auf den ersten Kilometern sozusagen. Er sei klein, knuffig – einfach schön. „130 Kilometer pro Stunde bringt er locker. Er kann also mit den Großen mithalten“, freut sie sich. Muss er aber eigentlich nicht. Denn im Alltag hält die Stadtmitarbeiterin ihrem BMW die Treue. Der Mini ist für die Auszeiten, fürs Wochenende, für die Fahrt zum Eisessen – und natürlich für die Oldtimertouren.

Auf die „Stadtwerke-Rallye Schönebeck-Bernburg“ im Juli freuen sie sich schon. Sie werden dabei sein – mit dem Mini. Das Motorrad bleibt daheim. Obwohl, bei der Schau am Tag zuvor auf dem Marktplatz Bad Salzelmen werden sie ihre beiden rollenden Raritäten zeigen und Rallyeleiter Helmut Marx bei organisatorischen Dingen helfend unter die Arme greifen. Oldtimer-Freunde unter sich eben, da ist einer für den anderen da.

Und das ist auch ein Angebot von Bernd Schreiber. Wer Fragen hat oder Hilfe braucht, kann sich gern an ihn wenden. Schon oft habe er seine Maschine in Einzelteile zerlegt, wenn es etwas zu reparieren gab. Telefonisch ist er unter (03928) 42 42 60 erreichbar.