Schönebeck/Staßfurt/Bernburg l Die Vorteile der neuen Möglichkeit, seinen Wagen online zuzulassen, wieder zuzulassen, umzuschreiben und seine Adresse zu ändern liegen auf der Hand. All diese Vorgänge sind nicht nur zu jeder Tages- und Nachtzeit, sondern auch von überall, wo eine Internetverbindung vorhanden ist, möglich. Und das ohne Rennerei und Wartezeiten in der Zulassungsstelle des zuständigen Landkreises – mit der Möglichkeit sofort loszufahren. Die besteht allerdings nur, wenn es sich um einen Kfz-Wechsel handelt, bei dem das alte Kennzeichen auch für den neuen Wagen gelten soll.

Wie gehabt ist für die Zulassung neuer Autos der Landkreis, in dem der Halter gemeldet ist, zuständig. Entsprechend ist der Salzlandkreis für alle Menschen im hiesigen Kreis zuständig – auch bei der sogenannten internetbasierten Fahrzeugzulassung, kurz „iKfz“.

Knapp zwei Wochen nach Start des Online-Angebots hat allerdings noch kein Salzländer den Versuch unternommen, das Online-Angebot zu nutzen. Das teilte Kreissprecher Marko Jeschor auf Volksstimme-Anfrage am Freitag mit.

Salzlandkreis macht Online-Zulassung möglich

Weiter teilt der Kreissprecher mit: „Zunächst möchten wir festhalten, dass wir uns anders als andere Landkreise an der internationalen Fahrzeugzulassung beteiligen.“

Die internen Testläufe vor Start der Online-Zulassung am 1. Oktober seien reibungslos verlaufen. Immerhin: Denn im Gegensatz zu beispielsweise sächsischen kreisfreien Städten und Landkreisen, darunter Dresden und Leipzig wird der Online-Service zumindest angeboten und funktioniere.

Doch weil bis dato eben noch niemand das Angebot in Anspruch genommen hat, sagt Marko Jeschor auch: „Ob alles richtig funktioniert, lässt sich erst sagen, wenn wir einen entsprechenden Antrag bekommen.“

Aber wie funktioniert das Online-Angebot „iKfz“ eigentlich? So simpel, wie dieser neue Zulassungsprozess erstmal klingt, ist er nämlich nicht. Zunächst ist beispielsweise für die Erstzulassung eines neuen Fahrzeugs ein Personalausweis mit Onlinefunktion zur Identifizierung notwendig.

Außerdem wird ein Lesegerät oder ein Smartphone mit NFC-Chip zur drahtlosen Übertragung der Daten benötigt.

Im Online-Portal der zuständigen Behörde identifiziert man sich mit dem Ausweis mit PIN und Kartenlesegerät oder via Smartphone und der AusweisApp 2.

Notwendige Daten werden online eingetragen

Danach muss bei der Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) der Sicherheitscode freigelegt werden. In die Auftragsmaske im Portal werden nun alle notwendigen Daten wie Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), Sicherheitscode, Datum der Hauptuntersuchung (HU), eVB-Nummer der Versicherung (elektronische Versicherungsbestätigung) und die IBAN des Halters eingetragen. Nun wählt man ein freies Kennzeichen aus oder gibt ein reserviertes Kennzeichen oder Wunschkennzeichen an.

Die Daten werden vom System automatisch gecheckt, dann zahlt man. Anschließend wird der Antrag von einem Sachbearbeiter geprüft. Per Post kommen dann der Zulassungsbescheid, die Zulassungsbescheinigung Teil I und II sowie die Plaketten für die Kennzeichen.

Eine Zeitersparnis hat der Autofahrer also nur bedingt, denn bis die Post mit Brief und Prüfsiegeln ankommt, können zwei bis drei Tage vergehen.

Kreissprecher Marko Jeschor erklärt dazu: „Mit dem jeweiligen Tagesabschluss wird der Kreis die Angaben vom Kraftfahrtbundesamt erhalten, die dann seitens des Salzlandkreises bearbeitet werden. Dann wird die Post zum Antragsteller gehen, der dann die erforderlichen Unterlagen zugeschickt bekommt. Es wird also maximal drei Arbeitstage dauern.“ Dafür entfällt aber die Wartezeit in den Behördenräumen.

Schon vor dem 1. Oktober, an dem diese Dritte des insgesamt vierstufigen Systems gestartet ist, waren einige, die Zulassung von Kfz betreffende Vorgänge, online möglich.

Seit Start der ersten Stufe, die am 1. Januar 2015 freigeschaltet wurde, können Anträge zur Außerbetriebsetzung für zulassungspflichtige Fahrzeuge auch online gestellt werden.

Freischaltung in insgesamt vier Stufen

Die zweite Stufe startete dann am 1. Oktober 2017 und ermöglicht es seither, die Wiederzulassung auf denselben Halter im selben Zulassungsbezirk und mit dem bei der Außerbetriebsetzung reservierten Kennzeichen im Internet zu beantragen.

In der vierten und letzten Stufe, ist dann die Ausweitung der internetbasierten Kfz-Zulassung auch auf juristische Personen vorgesehen. Insbesondere Unternehmen sollen hiervon profitieren.

Der Service „i-Kfz“ und die Möglichkeit zur Reservierung seines Wunschkennzeichens im Salzlandkreis sind online hier zu finden.