Verkehr

Personalmangel auf der Barby-Fähre

Zwar pendeln nach schwierigem Start derzeit alle Gierfähren der Einheitsgemeinde Barby – doch es kann jederzeit infolge Arbeitskräftemangels wieder anders kommen. Das war auch Thema in der jüngsten Stadtratssitzung.

Von Thomas Linßner 16.06.2021, 18:32
Drei Radtouristen stehen vormittags mit viel Gepäck an der Rosenburg-Werkleitzer Fährstelle und können nicht übersetzen. Hier herrscht wochentags Ruhe von 8 bis 13 Uhr.
Drei Radtouristen stehen vormittags mit viel Gepäck an der Rosenburg-Werkleitzer Fährstelle und können nicht übersetzen. Hier herrscht wochentags Ruhe von 8 bis 13 Uhr. Archivfoto: Thomas Linßner

Barby - Die SPD-Fraktion stellte einen Antrag, den Fährbetrieb „zu priorisieren“. Grund ist der aktuelle Personalmangel, der bis Ende Mai für erhebliche Einschränkungen auf allen drei Gierfähren der Einheitsgemeinde sorgte. Sie blieben an den Wochenenden am Ufer. Es gab bereits Radwanderer, die unverrichteter Dinge einen anderen Weg einschlagen mussten. In Barby bot sich die Elbbrücke an, was einen relativ kurzen Umweg bedeutet. Doch Radler, die zwischen Werkleitz und Groß Rosenburg über die Saale wollten, mussten einen erheblichen Umweg über Calbe machen.

SPD-Fraktion für 7-Tage-Betrieb

Dieser Zustand ist momentan vom Tisch, kann aber jederzeit wieder auftreten, sollte ein Fährmann ausfallen. Deshalb versuchte die SPD-Fraktion einen Vorstoß, der die Art und Weise des Fährbetriebes regeln sollte. In der Vorlage heißt es: „Die umsatzstärkste und am meisten frequentierte Fähre ist die Fähre Barby. Deren 7-Tage-Betrieb ist zwingend zu gewährleisten. Die gleiche Regelung gilt für die Saalefähre Groß Rosenburg/Werkleitz als direkte Nord-Süd-Verbindung der Einheitsgemeinde. Ist ein 7-Tage-Betrieb aller drei Fähren … nicht möglich, so ist der Fährverkehr in Breitenhagen zu reduzieren beziehungsweise vorübergehend einzustellen.“ Der sanfte Tourismus habe sich in der Region inzwischen zu einem Wirtschaftsfaktor entwickelt, den es auszubauen gelte, heißt es weiter. Der SPD-Antrag spricht von einer Grundsatzentscheidung. „Auch wenn die Drei-Fähren-Tour ein Alleinstellungsmerkmal ist, scheint es allemal besser, am Wochenende eine Zwei-Fähren-Tour anbieten zu können als gar keine …“, schreibt SPD-Fraktionschef Frank Sieweck es in dem Antrag.

Arbeitskräftesituation ist noch immer angespannt

Doch die Abstimmung war deutlich. Der SPD-Antrag wurde von den Stadträten mehrheitlich abgeschmettert, die diese „Priorisierung für entbehrlich“ hielten. Dirk Trappe, Fraktionschef der Freien Wähler, sprach von einem „Persilschein für die Stadtverwaltung“, würde man festschreiben, dass die Breitenhagener Fähre in schwieriger Personalsituation „geopfert“ werden müsste. Laut Bürgermeister Torsten Reinharz sei die Arbeitskräftesituation noch immer angespannt. Für drei Gierfähren stehen sechs Fährleute und ein Springer bereit. Durch arbeitsorganisatorische Maßnahmen (Überstunden) werde der Betrieb abgesichert.