Helfer per Hotline gesucht

Wer kann helfen?

• Pflege-(Hilfs-)kräfte, Heilpädagogen, Sozialarbeiter, Erzieher, Ergotherapeuten, erwerbslose oder Menschen in Kurzarbeit

• Pflege-(Hilfs-)kräfte im Ruhestand,

• Azubis in der Pflege,

• Studierende der Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Gesundheitswirt, Musiktherapeuten, Kunsttherapeuten, Psychologen

• alle, die helfen wollen (Friseur, Baumarktverkäuferin etc.)

Voraussetzungen:

• Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit

• Einsatzbereitschaft, Flexibilität, Belastbarkeit

• wünschenswert wären Berufserfahrungen in der Pflege

Aufgaben:

• grundpflegerische und hauswirtschaftliche Tätigkeiten

• Unterstützung bei Antigentests

• Unterstützung bei der Durchführung und Organisation von Corona-Schutzimpfungen in den Einrichtungen

• Begleitung, Beschäftigung, Betreuung und Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner (z. B.: musizieren, vorlesen, Mobilität fördern)

• Unterstützung bei der Angehörigenarbeit

Quelle: Sozialministerium

Gnadau l Nicht nur die Lage in den Krankenhäusern ist durch das Coronvirus angespannt. Auch viele Pflegeeinrichtungen leiden unter dem Virus. So beispielsweise auch das Altenpflegeheim Maria-Heyde-Haus der Herrnhuter Diakonie in Gnadau. Und zwar insofern, dass zwischenzeitlich die Hälfte der angestellten Pflegefachkräfte ausgefallen ist. Nach einem ersten Coronafall in der Woche vor Weihnachten 2020 sind weitere Fälle in der Gnadauer Einrichtung aufgetreten. Und in deren Folge mussten sieben der vierzehn Pflegefachkräfte in Quarantäne. Das berichtet Kristin Schiffner, Sprecherin der Herrnhuter Diakonie.

In Anbetracht der angespannten Personalsituation habe sich die Pflegedienstleitung der Einrichtung in Gnadau laut Schiffner um Hilfe bemüht, die Situation zunächst der Heimaufsicht beim Landesverwaltungsamt gemeldet.

Hotline vom Ministerium

Um den sich zuspitzenden Pflegenotstand durch die Corona-Krise entgegenzutreten, hat das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt zusammen mit den Arbeitsagenturen eine Hotline geschaltet. „Dabei geht es nicht um die Vermittlung von Ehrenamtlichen, sondern um zusätzliches Personal, das kurzfristig zur Verfügung steht“, sagt Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne. Gedacht ist die Hotline (0345/133 24 44) nämlich für Menschen, die bereit sind, in von akuten Personalengpässen betroffenen Einrichtungen mitzuarbeiten.

„Insgesamt haben vom 21. bis 23. Dezember 2020 etwa 350 Bürgerinnen und Bürger bei der Hotline angerufen“, berichtet Ministeriumssprecher Andreas Pinkert. Darunter Männer und Frauen in Kurzarbeit und auch Rentner. Zunächst standen 90 Pflegeeinrichtungen aus Sachsen-Anhalt, bei denen von Personalbedarf ausgegangen wurde, auf der Liste. „Die Liste wird ständig gepflegt“, erklärt der Sprecher. Auch das Pflegeheim in Gnadau steht nach dem Hilferuf auf der Liste.

Task Force versucht zu helfen

So ist die Situation des Pflegeheims in Gnadau einer speziell im Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalt eingerichteten Task Force bekannt, wie Pinkert erklärt. Die Gnadauer Einrichtung wurde am Dienstag vor Weihnachten auf höchste Priorität der Hotline gesetzt. Mittlerweile unterstützen zwei Bundeswehrsoldaten die Einrichtung, können bei pflegerischen Aufgaben aber nicht helfen, wie Diakonie-Sprecherin Schiffner berichtet. „Über Weihnachten haben uns einige Azubis aus umliegenden Einrichtungen anderer Träger gerettet“, erklärt sie zudem.

Grundsätzlich müssen sich Pflegeeinrichtungen bei besonderen Vorkommnissen wie eben beispielsweise Personalnot verpflichtend bei der im Landesverwaltungsamt angegliederten Heimaufsicht melden. Nur so kommen Einrichtungen zur Zeit in das Krisenmanagement der Task Force von Heimaufsicht, Medizinischem Dienst der Krankenversicherung (MDK), Pflegekassen und des Ministeriums. „Weiterhin sind die Pflegekassen zu informieren. Sinnvoll ist zudem ein Anruf bei der Hotline des MDK unter 0391/56 61 31 61“, empfiehlt Denise Vopel, Sprecherin des Landesverwaltungsamtes.

Freiwillige melden sich

So können dann beispielsweise die Freiwilligen, die sich über die Hotline gemeldet haben als Unterstützung vermittelt werden. Zwar hätten sich viele Freiwillige in Gnadau gemeldet, leider aber ohne Pflegekenntnisse, berichtet Schiffner.

Andere denkbare Lösungen, der Personalnot entgegenzuwirken sind laut Denise Vopel zudem die Umstellung von Dienstplänen vom Drei- auf ein Zwei-Schicht-System, Personal von externen Dienstleistern anzufragen, Unterstützung durch Hilfsorganisationen (Johanniter, Malteser, DLRG, DRK, ASB).

Ab Mittwoch, 30. Dezember 2020, soll sich die Lage in Gnadau aber wieder entspannen. Die ersten Pflegekräfte dürfen die Quarantäne verlassen und wieder zur Arbeit kommen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein negativer Coronatest. „Vorher dürfen die Mitarbeiter nicht rein“, erklärt Kristin Schiffner.