Barby l „Hintergrund ist die Gemeindepartnerschaft der Evangelischen Kirchengemeinden Barby und Neppendorf, die seit sieben Jahren besteht“, erklärt Pfarrer Björn Teichert, der den Kontakt hergestellt hat.

Neppendorf in Rumänien? Klingt ziemlich deutsch ...

Der Ort ist ein eingemeindeter Teil von Hermannstadt und Turnișor (deutsch Neppendorf) in Siebenbürgen. Die Siedlung wurde im 13. Jahrhundert von siebenbürgisch-sächsischen Einwanderern gegründet. Im 18. Jahrhundert dezimierten erst die Kurutzenkriege und später die Pest die Einwohner des Dorfes, so dass viele Häuser und Höfe unbewohnt blieben.

Ab 1734 wurden in Neppendorf aus dem Salzkammergut und Kärnten stammende Protestanten angesiedelt, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. Jedenfalls pflegt man die deutsche Sprache.

Lieferung

Nach diesem kleinen geschichtlichen Exkurs zurück zur Lieferung der „ausrangierten“ Betten.

Eingefädelt hatte die Hilfsaktion der Barbyer Pfarrer Björn Teichert, der von 1995 bis 1999 in Rumänien arbeitete. Erst als Student, dann als Vikar (Theologe in praktischer Ausbildung). Damals lernte er Land und Leute schätzen, hält bis heute Kontakte zu dieser Region.

Seit Jahren funktioniert die kontinuierliche Unterstützung eines diakonischen Projektes in Hermannstadt durch die Kirchengemeinden des Pfarrbereiches Barby. Dieses Projekt nennt sich „Winterhilfe Siebenbürgen“: Bedürftige Rentner werden unterstützt, damit sie im Winter zumindest einen Raum ihrer Wohnungen heizen können. Dr. Henner Montanus, Ärztlicher Direktor der Elbe-Saale-Klinik, habe sich gleich aufgeschlossen gezeigt, die 36 Pflegebetten bereitzustellen, erzählt Teichert. Daraufhin fragte er verschiedene diakonische Einrichtungen in Rumänien an, die „deutliches Interesse“ zum Ausdruck gebracht hätten.

Dringend benötigt

„Die Pflegebetten werden in Rumänien dringend benötigt. Sie sollen zum Teil einen Platz in Altenheimen finden, oder von diakonischen Einrichtungen an pflegebedürftige Senioren ausgeliehen werden, um so eine häusliche Pflege deutlich zu erleichtern. Es freut mich sehr, dass so geholfen werden kann, für einige Menschen die Lebensqualität zumindest ein wenig zu steigern“, so Teichert.

Konkret werden die Barbyer Reha-Betten in Altenheimen in Hermannstadt, Kronstadt-Blumenau, Hetzeldorf und Scholten sowie Pflegeeinrichtungen in Karlsburg, Mediasch und Birthälm aufgestellt.

Transport

Der Transport wurde durch Spenden durch den Martin-Luther-Bund (ein kirchliches Hilfswerk für lutherische Minderheitskirchen in Osteuropa) sowie durch den Energieversorger EMS ermöglicht.

„Im Zeichen von Corona war es nicht einfach, einen Spediteur zu finden, der den Transport über vier Grenzen hinweg übernimmt“, erzählt Björn Teichert. Wie der aus Rumänien stammende Lkw-Fahrer sagte, sei an den Grenzen mit extrem langen Wartezeiten zu rechnen.

Der Transport von Barby führte über vier Grenzen und dauerte insgesamt vier Tage. Wegen Corona müssen die Betten für zwei Wochen in Quarantäne bleiben, bevor sie an ihre eigentlichen Bestimmungsorte weitergereicht werden dürfen.