Sanierung

Salzlandmuseum: Langsam geht’s voran

Die Sanierungsarbeiten am Salzlandmuseum gehen in die nächste Runde. Am Montag fiel Passanten der große Kran auf dem Marktplatz in Bad Salzelmen auf. Museums-Leiterin Petra Koch infor-miert über den aktuellen Stand.

Von Andre Schneider
Salzlandmuseum in Schönebeck wird saniert.
Salzlandmuseum in Schönebeck wird saniert. Foto: Andre Schneider

Schönebeck - Das war am Montag schon ein ganz schön imposantes Erscheinungsbild: Direkt vor dem Salzlandmuseum hatten Bauarbeiter einen riesigen Kran aufgebaut.

Damit die Arbeiten am Dach des denkmalgeschützten Gebäudes in Bad Salzelmens Mitte beginnen konnten, wurden im Vorfeld umfangreiche Fördergelder akquiriert. Neben dem Dach erhält auch ein anderes Prunkstück eine umfassende Reparatur: die Turmuhr.Kostenintensiv: Einige Fördermittel fließenDie Dachsanierung des Salzlandmuseums in Schönebeck ist allerdings ohnehin eine kostenintensive Angelegenheit. Fast 400 000 Euro sind erforderlich, um das Dach des ehemaligen Rathauses von Groß-Salze unter Einhaltung des Denkmalschutzes zu ertüchtigen. Dieses Geld – ganz konkret sind es 398 000 Euro – ist sprudelte aus diversen Fördertöpfen. Unter anderem kamen 150 000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IX des Bundes. Der Salzlandkreis beteiligt sich mit Eigenmitteln in Höhe von 80000 Euro an der Sanierung, und Lotto-Toto Sachsen-Anhalt unterstützt mit 35000 Euro. Weitere Gelder stammen aus der Denkmalpflegeförderung des Landes Sachsen-Anhalt, vom Förderverein Salzlandmuseum sowie von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

Bereits seit Januar eine Baustelle

Die Baustelle besteht bereits seit Januar. Abbrucharbeiten der Traufe von Hauptdach und Turm standen an. „In einem ersten Bauabschnitt wird das Vorderhausdach mit dem Dachreiter denkmalgerecht erneuert. In dem Zusammenhang soll nun auch das mechanische Uhrwerk im Turm saniert und mit einer Funksteuerung ausgestattet werden“, erläutert Marko Jeschor aus Pressestelle des Salzlandkreises das weitere Vorgehen. „Mittlerweile wissen wir um das Schadensausmaß des Dachturms“, so Jeschor weiter. Demnach weisen einige der Hölzer erhebliche Schäden auf. Die Laterne und kleine Haube über dem Fachwerkturm haben sich verformt. Zum jetzigen Zeitpunkt werden für den Fachwerkturm die Aufrichter, Riegel und Streben zugeschnitten und für den Einbau vorbereitet. Zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit muss die kleine Haube vor der Montage der Eckstiele und Aufrichter einschließlich der Uhrglocken demontiert und zwischengelagert werden. „Dafür benötigen wir den Kran“, erklärte der Pressesprecher des Salzlandkreises auf Nachfrage, warum in der vergangenen Woche das große Fahrzeug auf dem Marktplatz in Bad Salzelmen parkte.

Die historische Turmuhr wurde von einer Fachfirma aus Kölleda in Thüringen abmontiert, erklärte Museumsleiterin Petra Koch. Das war einerseits erforderlich, weil sie bei der Sanierung des Daches gestört hätte, und andererseits muss die Uhr ohnehin generalüberholt werden – sie zeigte nämlich nur zwei Mal am Tag die korrekte Uhrzeit an. Darüber hinaus konnten Zeiger und Zifferblatt eine Erneuerung vertragen. „Die Uhr ist seit zwei Monaten bei uns“, erklärte Christian Beck, Geschäftsführer der gleichnamigen Fachfirma. Dort in Thüringen ist das Bad Salzelmer Schmuckstück in guten Händen. „Erstmal haben wir alles sauber gemacht“, erklärt der Experte. Dazu musste die Uhr komplett auseinander gebaut werden. Einige Verschleißteile wie Lager wurden ausgewechselt. Frisches Zifferblatt, vergoldete Zeiger Zurzeit beschäftigen sich die Uhrmacher mit dem Zifferblatt der Uhr, das demnächst den Salzländern wieder die Zeit anzeigen soll. Die alten Farbschichten mussten für neue, frische Farbe weichen. „Es wurde komplett neu lackiert“, berichtet Beck. Die Ziffern werden in den nächsten Tagen neu vergoldet. Die Instandsetzungsarbeiten werden die Besucher des Kurortes künftig auch zu hören zu bekommen. Die Fachfirma aus der thüringischen Kleinstadt repariert nämlich auch den Uhrschlag wieder. Zur passenden Zeit, vermutlich zur vollen Stunde, werden die Töne der Uhr wieder zu hören sein, verspricht Christian Beck.

Darüber hinaus hat der Förderverein Salzlandmuseum das Ziel, die Uhr funksynchronisieren zu lassen. „Das Uhrwerk selbst bleibt mechanisch, aber die Ansteuerung soll mit moderner Technik erfolgen – gewissermaßen wie ein Herzschrittmacher für die Uhr“, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins, Olaf Busch, noch bevor die Uhr abmontiert wurde. Dieser Wunsch wird wohl auch in Erfüllung gehen: „Wir rüsten die Uhr mit elektrischen Komponenten aus“, verspricht der thüringische Uhrenfachmann.

Weiterhin laufen bereits die Anträge für einen zweiten Bauabschnitt, mit dem auch das Dach des Hinterhauses, wenn möglich noch die Fassade des Hauses, saniert werden sollen, so die Pressestelle des Salzlandkreises. Die Arbeiten am Dach werden sich voraussichtlich bis Ende Juni hinziehen, meint Petra Koch. Wann das Museum wieder für Besucher geöffnet werden kann, steht laut der Leiterin der Einrichtung ebenfalls noch in den Sternen. Das alles hängt – wie so oft dieser Tage – an den Entwicklungen der Corona-Pandemie.

Die Bauarbeiter und Handwerker, auch von der Firma Gereke aus Magdeburg, geben jedenfalls ihr Bestes, dass das schmucke Gebäude bald zumindest von Außen den Kurort-Besuchern und Einheimischen wieder so richtig Freude bereitet.