Kriegsgräber

Sanierung beginnt

Schönebeck wird noch in diesem Jahr damit beginnen, die Kriegsgräber auf den Friedhöfen der Stadt zu sanieren.

Von Olaf Koch

Schönebeck l Die 70 000 Euro Kosten sind eine erste Schätzung. Als Vertreter der Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten die Kriegsgräberanlagen auf den Friedhöfen im Stadtgebiet und in Ostelbien begutachten, fällt das Ergebnis relativ deutlich aus: Alle Gräber sind dringend sanierungsbedürftig. Eine genaue Aufstellung, welchen Umfang die Arbeiten haben werden, liegt erst für einen Teil vor.

Die Kosten für Pflege und Instandsetzung von Kriegsgräbern sind den Ländern bis zum Jahr 2003 aufgrund von Einzelabrechnungen erstattet worden. Seit 2004 werden die Bundeszuwendungen als Pauschale bezahlt und an die Kommunen weitergereicht. Wie eine Vertreterin der Stadt in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses Bau berichtete, sind auch diese Mittel leicht gekürzt worden. Derzeit sind pro Jahr 10 000 Euro für die Pflege eingestellt.

Zu wenig, denn die Stadt rechnet mit dieser Summe am Limit. Eine Pflege ist somit gerade noch möglich, doch dringende Sanierungsmaßnahmen müssen ausfallen.

Da die Stadtverwaltung alle Anlagen in Augenschein genommen und einen groben Sanierungsplan aufgestellt hat, wurde folgendes Ergebnis festgestellt:

• Westfriedhof Schönebeck: Dort sind 95 Opfer des Ersten Weltkrieges beigesetzt. Die Tafeln sind verwittert, müssten gereinigt und in Stand gesetzt werden. Außerdem wäre eine Grabfeldkennzeichnung erforderlich. Die Kosten für eine Sanierung werden auf rund 20 000 Euro geschätzt.

• Ostfriedhof Schönebeck: Dort gibt es insgesamt drei Anlagen. Jene für die 33 Opfer des Ersten Weltkrieges müssen überarbeitet werden. Kosten: etwa 15 000 Euro. Außerdem ist es notwendig, die Anlage der 187 Toten des Zweiten Weltkrieges zu reinigen. Die Kosten dafür stehen konkret noch nicht fest. Auf dem Friedhof gibt es zudem den ehemaligen sowjetischen Ehrenhain, wo 337 Gefallene verschiedener Nation beigesetzt sind. Nach ersten Vorstellungen der Stadt soll der nicht mehr genutzte Appellplatz eine Rasenfläche werden. Für letztgenannte Maßnahme steht aber noch die Abstimmung mit der russischen Botschaft aus. Kosten: stehen konkret noch nicht fest.

• Friedhof Frohse: Dort sind in der betreffenden Anlage drei Tote beerdigt. Der Gehölzbestand überwuchert bereits die Ehrenanlage und muss geschnitten und neu bepflanzt werden. Kosten: stehen konkret noch nicht fest.

• Friedhof Elbenau: Der Stadt sind auf dem Elbenauer Friedhof insgesamt drei Einzelgräber, die den Kriegsgräbern zuzurechnen sind, bekannt. Die Kosten dafür belaufen auf etwa 4500 Euro.

• Friedhof Plötzky: Dort befindet sich ein Einzelkriegsgrab. Recherchen der Stadtverwaltung haben ergeben, dass es sich dabei um den Österreicher Ludwig Weihs handelt. Nach Auskunft der Stadt ist dort nur eine Reinigung der Grabstelle erforderlich. Die Kosten würden sich auf etwa 1950 Euro belaufen.

Fest steht, dass die Arbeiten an den Kriegsgräbern in Elbenau und Frohse noch in diesem Jahr beginnen werden.

Die Kosten werden zu 100 Prozent vom Land getragen. Die Stadt muss sich allerdings um die Planung und Durchführung kümmern.