Schönebeck l Schwitzen, entspannen, abschalten – das versprechen sich wohl die meisten Besucher einer Sauna. Die Saunagäste eines Freizeitbades in Halle sahen sich nach ihrem Aufenthalt aber mit einem sehr unangenehmen Fakt konfrontiert. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sind nämlich auf einer Pornoseite im Internet Videos und Bilder der Saunabesucher aufgetaucht. Die Bilder wurden wohl ohne Wissen der Gäste aufgenommen und verbreitet. Einen Tatverdächtigen gebe es noch nicht, doch die Polizei ermittelt.

Der Deutsche Sauna-Bund hat daraufhin eine konsequente strafrechtliche Ahndung und mehr Prävention gefordert.

Hinweise auf Schildern

In den Saunen des Soleparks wird im Rahmen der Haus- und Badeordnung sowie über Piktogramme an mehreren Stellen darauf hingeweisen, dass das Erstellen von Foto- und Videoaufnahmen untersagt ist, teilt Linda Pickert, Pressesprecherin des Soleparks, auf Nachfrage mit. „Jede Zuwiderhandlung ist dadurch strafbar“, so Pickert.

Bilder

In der Vergangenheit kam es auch in den Saunen des Soleparks Mal zu Beschwerden rund um das Thema Videoaufnahmen. Diese konnten jedoch alle vor Ort im Gespräch aufgeklärt und entsprechend für Verständnis gesorgt werden, informiert Linda Pickert.

Unbefugte Aufnahmen

Im Strafgesetzbuch wird bei solchen Fällen von der „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ gesprochen. Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt eine Bildaufnahme herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt.

Ist also auch im Solepark mehr Prävention nötig? Linda Pickert teilt dazu mit: „Bereits vor mehreren Jahren haben wir umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Daher sind keine weiteren Vorhaben geplant.“ Die Piktogramme und der Hinweis auf die Haus- und Badeordnung seien ausreichend, so die Solepark-Sprecherin.

Selfies verboten

Außerdem ergänzt sie: „Wer wirklich solche Aufnahmen erstellen will, der legt auch eine kriminelle Energie an den Tag. Und die Handys dürfen wir nun mal nicht einziehen.“ Übrigens: Auch das knipsen eines „Selfie“ ist in den Saunen nicht gestattet, betont Pickert.

Die Aufnahmen der Saunagäste in Halle seien mittlerweile von der pornografischen Website entfernt worden, berichtet die dpa. Dennoch dürfte für die Betroffenen der nächste Saunabesuch mit einem mulmigen Gefühl verbunden sein.