Spendenaktion

Schönebecker Familie über Unterstützungsaktion und Auto überglücklich

Die siebenjährige Charlotta leidet am Kurzdarmsyndrom. Sie ist auf die Hilfe ihrer Familie angewiesen. Linderung verschaffen Urlaube am Meer– doch das Auto der Familie hatte den Geist aufgegeben. Mit einer Aktion wird ihnen geholfen.

Von Andre Schneider 01.08.2021, 02:00
Emotionaler Moment: Torsten Ehrling (Aktuell-Bau, von links), Familie Nagel mit Mutter Tanja, Charlotta, Vater Stefan sowie Max Pollozek (Autohaus Gottschalk) überbrachten das neue Auto.
Emotionaler Moment: Torsten Ehrling (Aktuell-Bau, von links), Familie Nagel mit Mutter Tanja, Charlotta, Vater Stefan sowie Max Pollozek (Autohaus Gottschalk) überbrachten das neue Auto. Andre Schneider

Schönebeck - Als die Männer vor der Tür stehen, kommt Charlotta nur langsam hervor. Sie wirkt schüchtern. Das kennen Familie und Freunde der Familie Nagel bereits. Aber lange braucht die Siebenjährige nicht, um aufzutauen und locker mit den Männern zu plaudern.

Die Männer, das sind Torsten Ehrling und Max Pollozek. Sie kommen nicht ohne Grund. Besser gesagt nicht ohne Geschenke. Pollozek vom Autohaus Gottschalk und Ehrling von Aktuell-Bau aus Magdeburg haben ein Auto für die Familie des schwerkranken Mädchens im Gepäck. Eines, in das eine ganze Menge Gepäck für Urlaube oder die regelmäßigen Fahrten in die Klinik passt.

Rückblick: Am 9. April berichtete die Volksstimme erstmals in ihrer gedruckten Ausgabe über das Schicksal der Familie. Linderung im Alltag der schwergebeutelten Siebenjährigen verschafft ein Urlaub an der See. Doch dafür braucht’s ein großes Auto, um die ganze – für Charlotta überlebenswichtige – Ausrüstung mitzunehmen. Der Bulli von Familie Nagel, die damals noch in Biere lebte, hatte allerdings den Geist aufgegeben. Eine Freundin startete im Internet eine Spendenaktion, bei der Privatleute oder Firmen unkompliziert Spenden konnten. So kamen bis jetzt ungefähr 3500 Euro zusammen. Für die Familie, die ihr altes, havariertes Fahrzeug noch abbezahlt, eine riesen Erleichterung.

Über die Berichterstattung in der Volksstimme wurde Torsten Ehrling von der Firma Aktuell-Bau aus Magdeburg auf das Schicksal der Familie aufmerksam. Er und seine Kollegen wollten helfen. „Wir wollten einfach vor Ort helfen, wo wir können“, erläutert Ehrling. Die Mitarbeiter des Unternehmens suchten sich einen Partner vor Ort. Gefunden haben sie den bei einem örtlichen Autohaus: Gottschalk, um Verkaufsmitarbeiter Max Pollozek half ebenfalls dabei, für die Familie Nagel ein Auto zu finden. Nun war es endlich so weit.

Die 3500 Euro aus der Spendenaktion konnten Tanja und Stefan Nagel als eigenen Anteil für das Fahrzeug aufwenden. Aktuell-Bau und Gottschalk kümmerten sich gemeinsam um den Rest. So steht seit der vergangenen Woche ein gebrauchter Citroën C4 Picasso auf dem Hof der Familie – oder besser gesagt stand.

Am Samstag ging es nämlich für die vierköpfige Familie samt Großeltern in den Urlaub. Diesmal allerdings an die Nordsee. „Der Verein Wünsch dir Was aus Köln hat uns sein Ferienhaus zur Verfügung gestellt“, berichtet Tanja Nagel freudig. Für ihre Tochter Charlotta ein weiterer Grund zum Feiern: Sie hat nämlich die Versetzung von der ersten Klasse in die zweite geschafft. „Wegen der vielen Fehltage und Corona hatten wir damit eigentlich nicht gerechnet“, gibt Mutter Tanja zu.

Die Fehltage hatten einen Grund. Hinter dem Kind liegt eine wahre Odyssee. Mehrere Wochen kämpfte die kleine Charlotta auf der Intensivstation eines Magdeburger Klinikums um ihr Leben. „Aber sie hat den Kampf gewonnen“, sagt ihre Mutter.

Von den schwierigen letzten Wochen ist Charlotta jetzt nichts mehr anzusehen. Freudig posiert sie vor der Kamera. Der Urlaub ist für sie und ihre Familie endlich wieder ein Lichtblick.