Coronavirus

Schönebecker Hausärzte impfen gegen Covid-19

Schönebeck/Staßfurt (ns/fh/pc) l

Ein Großteil der Hausärzte im Altkreis Schönebeck hat bereits mit den Impfungen gegen Covid-19 begonnen. Das geht aus einer Abfrage des Schönebecker Mediziners Doktor Robin John unter seinen Kollegen hervor. „In Summe“, sagt Robin John, „sieht die Impfstatistik schon ganz ordentlich aus.“

Mit Anfang dieser Woche bis Freitag kommender Woche werden in der Region um Schönebeck, Barby und Calbe somit bis zu 1500 Menschen die Coronaschutzimpfung von ihrem Hausarzt erhalten können.

Impfreihenfolge einhalten

Bei der Vergabe der Impfstoffe wird weiterhin die bereits bekannte Impfreihenfolge eingehalten, sagt Robin John. Das bestätigt man auch in der Schönebecker Praxisgemeinschaft Breitmeier und Soika, wo gestern Nachmittag der Impfbetrieb begonnen hat. Konkret heißt das, dass die Hausärzte ihre Patientenlisten je nach Alter, Krankheitsverlauf und Beruf durchgucken und diese je nach Risikogruppe kontaktieren, um mit ihnen einen Impftermin zu vereinbaren. Auch der Termin für die notwendige zweite Impfung wird direkt geklärt.

Dieses Prozedere kommt den meisten ganz gelegen. Denn: „Viele Patienten wollen lieber zu ihrem Hausarzt kommen“, sagt Robin John. Die Hausärzte kennen ihre Patienten und können die Impfungen ohne großen vorherigen logistischen Aufwand durchführen – ein Vorteil gegenüber dem Impfzentrum.

Vertrauen in Impfstoff

John betont zudem, dass die Patienten sich nicht in Eigeninitiative zur Impfung in der Hausarztpraxis melden sollen. „Unsere Telefone explodieren fast schon.“ Doch immerhin zeige das, dass die Impfbereitschaft in der Bevölkerung recht stark ausgeprägt ist. „Die meisten haben auch großes Vertrauen in den Impfstoff, nur wenige wollen eine Beratung“, sagt Robin John.

Dennoch befänden sich die Praxen noch in einer Art Testmodus. Zwischen 18 und 50 Dosen pro Woche können niedergelassene Ärzte laut Kassenärztlicher Vereinigung bestellen – und zwar analog zur Grippeschutzimpfung ganz regulär in der Apotheke.

Spezielle Sprechstunden für Impfung

Die meisten Hausärzte im Altkreis Schönebeck haben für „den kleinen Pieks“ eigens spezielle Impfsprechstunden eingerichtet. Von den 20 Hausärzten, die John abgefragt hat, haben 14 die separaten Impfsprechstunden eingeführt. Bei den übrigen sechs Praxen werden die Immunisierungen während der regulären Sprechstunde durchgeführt.

Auch in den Staßfurter Hausarztpraxen sind am Dienstagnachmittag die ersten Lieferungen des Corona-Impfstoffes eingetroffen. Jedoch kam oftmals weniger an, als erwartet. „Wir hatten 50 Einheiten gewünscht, aber für diese Woche zunächst nur fünf erhalten“, sagt Christine Hergeselle. Die Schwester in der Hausarztpraxis Güsten hat die Fläschchen von Biontech schon im Medikamenten-Kühlschrank liegen.

Verteilung des Impfstoffs

Natürlich müssen die eine Millionen Impfdosen deutschlandweit auf alle gleich verteilt werden. Da ist man in der Güstener Praxis froh, dass man mit den fünf Ampullen immerhin 25 bis 30 Erstimpfungen durchführen kann. Laut Bundesregierung soll dann bis Ende des Monats die Zahl der für die Arztpraxen wöchentlich verfügbaren Dosen auf über drei Millionen anwachsen.

Wenn mehr Impfstoff verfügbar ist, sollen auch die Fachärzte Covid-19-Impfstoffe bestellen können, informiert die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt. In den kommenden Wochen sollen dann auch die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson für die Hausärzte dazukommen. „Ende April erwarten wir insgesamt deutlich mehr Impfstoff, um die Impfkampagne weiter beschleunigen zu können“, so die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt weiter.

Zuständigkeit des Salzlandkreises

Der Salzlandkreis beziehungsweise die Kreisverwaltung ist indes nicht für die Organisation der Impfungen in den Arztpraxen zuständig, teilt Kreissprecher Marko Jeschor mit. „Wir setzen die Impfkampagne mit Hilfe unseres Impfzentrums, mit Hilfe der Impfstationen und in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden um“, erklärt er.

So eine Impfstation befindet sich in Schönebeck derzeit im Aufbau und soll am Montag in Betrieb gehen. Genutzt wird dafür das ehemalige DRK-Gebäude in der Böttcherstraße. Die Terminvergabe erfolgt durch die Stadtverwaltung, die sich bei den betreffenden Personen meldet, teilt die Stadt mit. Unter anderem werden dabei die Rückläufe der Anschreiben an die über 80-Jährigen genutzt, welche die Stadt vor wenigen Wochen versendet hatte.