Schönebeck l Mit dem Projekt „Weltwärts lernen im Internetcafé“ gewann das Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium in Schönebeck im Jahr 2017 eine Förderung von 1400 Euro. Der Schauplatz des Vorhabens ist das Schülercafé, das von den Schülern selbst verwaltet wird. Lange Sitzbänke, bunt besprenkelte Tische und ein großes Gemälde, auf dem verschiedene Sehenswürdigkeiten der Welt zu sehen sind, laden jeden Tag zum gemütlichen Zusammensitzen ein. Hier sollen die Schüler, dank der Projektidee, außerhalb des Unterrichts mit einem Computer in die Welt kommunizieren und Kontakt mit Freunden aus anderen Ländern halten können.

Die Französischlehrerin der Schule, Antje Wieduwilt, erzählt, dass die Schule seit langem viele internationale Kontakte hat. Dazu gehören Schulpartnerschaften mit der „Irstanskolan“ in Västerås in Schweden, dem „Lyzeum Nr. 5“ in Sowjetsk in Russland und dem „Lycée Philibert Dessaignes“ in Blois in Frankreich. Jedes Jahr dürfen Gruppen von Schülern der 9. und 10. Klassen des Gymnasiums an die Partnerschulen nach Schweden oder Russland reisen, oder es werden im Gegenzug die Schüler aus den anderen Ländern nach Schönebeck eingeladen. Mit der Schule in Frankreich wird oft in Projekten zusammengearbeitet.

Nicht der einzige Weg

Der Schüleraustausch sollte aber nicht der einzige Weg bleiben, um eine Verbindung in andere Länder zu haben und andere Kulturen kennenzulernen. „Es soll auch zwischen den Besuchen Kontaktmöglichkeiten geben, und die Schüler sollen auch außerhalb des Unterrichts im öffentlichen Raum die Möglichkeit haben, Kontakte zu Partnerschülern beizubehalten“, sagt Antje Wieduwilt. Aus diesem Anspruch heraus ist das Projekt „Weltwärts lernen im Internetcafé“ entstanden.

Der Schulleiter des Gymnasiums, Ulrich Plaga, stellte damals den Antrag für das Schulprojekt. „Wir versuchen, eine internationale Kontaktbörse für Austauschprogramme aufzubauen“, sagt er. Das große Ziel sei es, dass immer mehr Schüler ins Ausland gehen können und dass auch ohne organisierte Austauschprogramme ein Schüleraustausch oder Auslandsjahr möglich wird.

Auch im Unterricht genutzt

Durch den Gewinn des Wettbewerbs kann die Schule den Computer verwalten lassen, indem ein junger Erwachsender, der einen sozialen Freiwilligendienst absolviert, eingesetzt wird, um die Beaufsichtigung zu übernehmen. Denn mit dem gewonnenen Preisgeld kann ein Einsatzstellenbeitrag geleistet werden, der von der Schule an einen Träger für die Vermittlung und Begleitung des Freiwilligen gezahlt werden muss. Die Stelle wurde mit dem 19-jährigen Max Randel besetzt werden, der neben der Beaufsichtigung des Computers das Schülercafé mitbetreut und Arbeitsgemeinschaften gestaltet. Die Beaufsichtigung ist jedoch nicht zu 100 Prozent möglich und der Computer kann noch nicht immer im Café stehen. Das soll sich zukünftig aber ändern.

Das Internetcafé wird auch im Unterricht, zum Beispiel für den Austausch mit der Partnerschule in Frankreich, genutzt. Beim Schreiben von Texten mit mehreren Autoren stellen die Schönebecker den Partnerschülern über eine Chatfunktion Fragen auf Französisch und erhalten Antworten. Daraus entsteht ein Text, der anschließend als Material für den Sprachenunterricht genutzt wird. Dabei hilft unter anderem auch die freiwillige Mitarbeiterin Lea Jacquot aus Frankreich.

Das Gymnasium wird sich mit Sicherheit wieder bewerben, denn, so Antje Wieduwilt: „Es lohnt sich immer teilzunehmen.“

Vorschläge jetzt einreichen

In diesem Jahr geht der Schülerwettbewerb „Ideen machen Schule“ in die zwölfte Runde. Dabei können die Ideen aus den verschiedensten Bereichen wie Sport, Kunst, Musik, Technik, Natur, Toleranz und Miteinander kommen.

Schülerteams aller Schulformen von der 1. bis zur 13. Klasse können ihre spannenden Vorschläge für Unterrichtsprojekte einreichen, für die bislang das Geld fehlte. Bewerbungsschluss ist am 30. April und die Bewerbungsunterlagen sind unter hier zu finden.