Welsleben l „Bitte Abstand halten!“: Dieses Gebot gilt auch auf den Baustellen der Region. Bislang konnten die Handwerker auf der Großbaustelle in Welsleben die Anordnungen der Landesregierung noch gut umsetzen. Doch das Kontaktverbot macht ihre Arbeit immer schwerer.

„Ein paar Firmen überlegen gerade, ob sie ihre Mitarbeiter überhaupt noch auf die Baustelle schicken sollen“, erzählt Planerin Corinna Renne. Sie versucht zurzeit, aus dem Homeoffice alle Stränge zusammenzuhalten. Baubesprechungen finden nur noch telefonisch oder zu zweit vor Ort statt.

Der Dachdeckermeister, der für den Giebel und das Dach verantwortlich ist, könne momentan nicht weiterarbeiten, weil ihm drei Mitarbeiter fehlen. Die Männer müssen aufgrund der Kita- und Schulschließungen Zuhause die Kinder betreuen, während die Partnerinnen arbeiten gehen.

Zu kaltes Wetter

Doch nicht nur die Coronakrise beschäftigt die Planer und Baufirmen. Auch das kühle Frühlingswetter in den vergangenen Tagen bringt die Sanierung der Grundschule ins Stocken. „Wir hatten eigentlich die Verpressung der Risse in der Außenfassade eingeplant“, erzählt Corinna Renne, „diese Arbeiten können aber nur bei anhaltenden Plusgraden umgesetzt werden.“

Durch den suboptimalen Baugrund des Bestandsgebäude habe sich die Fassade bewegt und dadurch Risse in der Fläche und im Giebel erzeugt. Die Risse müssen von einer Fachfirma aufgeweitet und mit Mörtel verpresst werden, erklärt Corinna Renne. Dieser kann bei Minusgraden in der Nacht nicht richtig aushärten. Dadurch könnten Folgeschäden an der Fassade entstehen.

Gegen Ende der Woche sollen die Temperaturen wieder steigen, jedoch weiß Renne nicht, ob die Firma aufgrund des Kontaktverbots die Baustelle dann wieder besetzen wird.

Bodenplatte uneben und löchrig

In der Zwischenzeit stehen die Estrichleger im Innenraum des Schulgebäudes und der Turnhalle vor weiteren Schwierigkeiten. „Es hat sich nach den Abbrucharbeiten herausgestellt, dass die Bodenplatte uneben ist und Löcher aufweist“, sagt Corinna Renne besorgt. Stellenweise gebe es dadurch in den Räumen Höhenunterschiede von drei bis vier Zentimetern. In der Turnhalle stünden die Räume sogar komplett auf Sand anstatt einer Bodenplatte. Die Bodenplatte soll nun ausgebessert werden. Dadurch sind aber andere Gewerke des Innenausbaus in ihrer Arbeit eingeschränkt.

Der Einbau der Fußbodenheizung verzögert sich. Erst wenn die desolate Bodenplatte begradigt und die Abdichtung gegen Bodenfeuchte angebracht wurde, kann der Heizungsbauer die notwendige Verrohrung vornehmen. Bislang ist geplant, dass damit nach Ostern begonnen werden kann, so Renne.

„Es kommen immer wieder zusätzliche Arbeiten dazu, die viel Geld und Zeit kosten“, sagt Corinna Renne. Sie könne mittlerweile nur noch von Woche zu Woche planen.

Erfolgreiche Ausschreibungen

Positiv zu bemerken seien aber die erfolgreichen Ausschreibungen der nächsten Baumaßnahmen. So seien verschiedene Angebote für Malerarbeiten, Fliesen, Innentüren und Fußböden eingegangen. Die Angebote sollen nun ausgewertet und die Aufträge verteilt werden, so Renne. Darum kümmere sich aber die Gemeindeverwaltung.

Die zeitliche Verzögerung des Bauplans könne Corinna Renne noch nicht einschätzen.