Barby l Jetzt gibt es erstmal Sommerferien, aber danach stehen für viele Schüler alle Zeichen auf Anfang: neue Mitschüler, Lehrer und Unterrichtsfächer. Es kommen außer einer neuen Schule auch andere Schulfächer und ein strafferer Stundenplan auf sie zu. Einige Kinder finden sich ganz leicht in einer neuen Klassengemeinschaft zurecht.

Anderen bereitet der Schulwechsel ein paar Bauchschmerzen. Werde ich Anschluss finden? Sind meine Mitschüler nett oder werden sie mich ärgern? Wie ist mein neuer Klassenlehrer? Um derartigen Unsicherheiten die Substanz ein wenig zu nehmen, fand vor wenigen Tagen im Barbyer Stadtgraben zum Schuljahresende eine Sommerparty statt.

„Wir haben die Kinder gefragt, welche Befürchtungen sie haben, wenn sie in eine neue Schule kommen“, sagt Lisa Böhme. Die Sozialarbeiterin der christlichen Sekundarschule steht inmitten des Getümmels auf dem Hof des alten Barbyer Amtsgerichtes, in dessen Keller sich seit Mitte der 1990er Jahre der „Teen Club“ befindet. Es ist ein Jugendklub, der unter Regie der Arbeiterwohlfahrt arbeitet.

Kinder haben Befürchtungen

Auf dem Hof wabert der Duft von Grillwürstchen durch die laue Sommerluft; die Kinder haben bunte Mixgetränke in den Bechern. Lisa Böhme hat ein paar „ihrer“ Kinder der 5. Klasse mitgebracht. Sie waren vor einem Jahr in einer ähnlichen Situation, den Sprung von der Grund- zur Sekundarschule machen zu müssen. Die Fünftklässler hören sich geduldig an, was die „Kleinen“ aus der 4. so für Befürchtungen haben. „Wie iss‘n das mit den Lehrern? Sind die strenger als unsere?“, will ein Zehnjähriger wissen. „Auch nicht“, winkt der Gefragte ab, „die sind schon ziemlich cool.“ Die Miene des Jungen hellt sich auf.

Bilder

Um der Sache Substanz zu verleihen, haben Sozialarbeiterin Lisa und ihre Schützlinge Urkunden mit Patenschaften ausgestellt. „Wir möchten, dass jeder Sekundarschüler der Fünften für ein Kind aus der 4. Klasse eine Patenschaft übernimmt“, sagt die 28-Jährige. Damit haben die „Neuen“, die ab Mitte August die christliche Sekundarschule am Markt besuchen, einen Ansprechpartner.

„Diese Aktion stärkt die Verantwortungsübernahme der ‚Großen‘ und fördert die sozialen Kompetenzen sowie Offenheit, Empathie, Nächstenliebe und gegenseitige Rücksichtnahme“, kehrt Lisa ganz und gar die Sozialarbeiterin heraus.

Wünsche auf schneeweiße Luftballons

Die Kinder schreiben jetzt auf schneeweißen Helium-Ballons ihre Wünsche auf. Zumeist hoffen sie auf nette Lehrer und Mitschüler, aber auch auf gute Zensuren. Ein paar der Zehnjährigen trauen der Wunscherfüllung per Luftpost in den Sommerhimmel nicht so recht, sie malen lieber Fratzen oder Muster auf die Ballons.

Auf dem Hof des „Teen Clubs“ gibt es auch verschiedene Spielmöglichkeiten. Zum Beispiel kann man auf einem Gurtseil balancieren. Da Grundschüler keine Zirkusartisten sind, brauchen sie dabei Hilfe. Es ist ein symbolträchtiges Bild, als die beiden (großen) Klub-Jungen Max Bögelsack und Florian Schäfer den elfjährigen Ben zur Seite stehen, als er über das Seil läuft.

Viertklässler der Barbyer „Grundschule am Prinzeßchen“ und der christlichen Grundschule Gnadau starten ab dem nächsten Schuljahr in einen neuen Bildungslebensabschnitt. Der kann Sekundarschule oder Gymnasium heißen.

Unterstützung für "Übergangsfe

In Barby betreut neben Lisa Böhme auch deren Kollegin Sozialarbeiterin Doreen Döring die Schüler. Beide gehören zum Diakonieverein Burghof in Schönebeck. Ermöglicht werden Veranstaltungen wie das „Übergangsfest“ größtenteils durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“. Unterstützung leistete der Teen Club der Arbeiterwohlfahrt als Kooperationspartner.