Schönebeck l Wenn Sie schon immer in die Rolle eines alten Pfänners oder als Dr. Tolberg im traditionellen Gewand den Gästen das Soleheilbad und seine Geschichte erklären wollten, haben sie jetzt die Chance dazu – ab Dezember wird eine Stelle als Gästeführer im Solepark frei. Im Gespräch mit Gästeführerin Andrea Silber, Solepark-Chefin Sibylle Schulz und Linda Pickert vom Kurmarketing wird deutlich, dass das kein Job für jedermann ist. Aber wohl ein toller.

„Sicherlich ist eine Vorerfahrung von Vorteil aber nicht zwingend notwendig“, versichert Andrea Silber. Sie ist eine von insgesamt acht Gästeführern im Solepark. Die Gruppe teilt sich je nach Beschäftigungsverhältnis in drei Angestellte und fünf externe Gästeführer auf, die bedarfsweise auf Hornorarbasis tätig sind. An-drea Silber kam 1994 aus Bremen nach Schönebeck und führt die Gäste seit mehr als 15 Jahren. Ihre anfängliche Skepsis über die Stadt, denn Schönebeck und die Region standen nach der Wende im Umbruch, legte sich bei ihr nicht unwesentlich durch eben diese Tätigkeit. Wie heute die Besucher der Führungen machte auch sie sich mit der Geschichte der Stadt bekannt und bekam dadurch „einen anderen Blick auf die Region“. „Viele wissen heute noch nicht, dass wir hier das älteste Soleheilbad Deutschlands haben“, so Silber.

Fachwissen gehört dazu

Das Fachwissen ist zwar kein unwesentlicher Bestandteil im Repertoire der Gästeführer, aber tagelanges Pauken ist trotzdem nicht vorgesehen. Zum einen ist die Historie schlichtweg zu vielseitig, zum anderen spricht das für die Individualität der Führer – jeder sucht sich das Wichtigste heraus. „Wer Interesse hat, läuft ohnehin erstmal bei anderen Führungen mit und schaut, was alles an Infos notwendig ist“, erklärt Andrea Silber. So lange, wie eben nötig. Über die Quintessenz muss aber letztendlich jeder selbst entscheiden: „Unterschiedliche Führungen - Unterschiedliche Führer“, sagt sie .

Wesentlich komme es aber darauf an, dass die Gästeführer „die Geschichte im Herzen tragen“, formuliert Silber. „Wer bei der Familienfeier nicht still in der Ecke sitzt, sondern den Saal unterhält, ist zudem als Gästeführer genau richtig“, fasst Linda Pickert die Kompetenzen zusammen. Und das paare sich am besten nach Möglichkeit mit dem Interesse an Region, Heimat und Traditionen.

Vielseitigkeit gefragt

Andrea Silber spricht sogar von einer „Rampensau“, die gesucht wird. Sagen wir so – vor einer Gruppe zu sprechen, sollte den Interessenten nicht schwer fallen. Das können nämlich mitunter bis zu 30 Personen jeden Alters sein. Und jede Gruppe sei individuell, so wie die Gästeführer auch, ergänzt Silber. Von der Hort- bis zur Busreisegruppe, vom schweigsamen Historiker bis zum unterhaltsamen Spaßmacher ist alles dabei. Hier ist vielseitig gefragt: „Einen Blick für die Gruppe zu bekommen, ist Übungssache“, so Silber. Wichtig sei auch, dass die Interessenten zeitlich flexibel seien. Das betrifft das häufige Arbeiten an Wochenenden, Feiertagen und prinzipiell seien auch Führungen zu jeder Stunde möglich.

Kosten und Nutzen sollten da schon passen, so Silber. Denn zum einen könne eine Führung ganz schnell organisiert werden, und zum anderen möchte man die Gästeführer ja auch eine Weile bei sich haben, erläutert sie weiter im Hinblick auf Alter und Wohnort. So vielseitig wie die Gästeführer selbst, sind übrigens auch die Touren (siehe Infokasten). Aber keine Sorge: „Wir fangen ganz konsequent mit einer Sache an“, erklärt Andrea Silber mit einem Lächeln

Bewerbungen an:

Infos und Bewerbungen: Andrea Silber, Tel. (03928) 705 558 oder E-Mail an: andrea.silber@solepark.de