Barby l Manchmal geht es um so profane Dinge wie Sitzgelegenheiten. Komödien-Intendant Stephan Wapenhans und sein Team konnten am Ende der Spielzeit 2018 ein positives Resümee ziehen. Der Schlosspark war gut besucht, die Zuschauer mehrheitlich zufrieden, die Versorgung klappte ... Nur mit dem wachsenden Besucherzulauf wurde die Anzahl der Sitzplätze mehr und mehr zu einer Herausforderung. „Aus Budgetgründen ist es uns leider noch nicht möglich, einfach loszugehen und Stühle in Größenordnungen zu kaufen“, sagte der Theatermacher im Frühjahr. Gebraucht wurden Plastik-Stapelstühle.

Und weil Theaterleute nicht nur viel Text lernen können und auch sonst ziemlich kreativ sind, kamen sie auf eine Idee. „Mit dem Beginn des Frühjahres planen gewiss viele Leute, ihr Garten- oder Terrassenmobiliar zu erneuern. Wer sich also von seinen Plastik-Stapelstühlen trennen möchte, möge diese bitte nicht dem Sperrmüll übergeben, sondern uns!“ So hieß es im April in einem öffentlichen Aufruf.

„Der war sehr erfolgreich“, freut sich Frank Sieweck. Er ist einer der Laienschauspieler, die seit Jahren die Komödie bereichern. Mehr als 100 Stühle seien so zusätzlich zusammengekommen, die die Sitzplatz-Kapazität (und vor allem den Sitzkomfort) für die Theaterbesucher erhöhen dürften. „Schön, dass der Aufruf so gut aufgenommen wurde. Vielen Dank an alle Spender“, sagt auch Intendant Stephan Wapenhans, der gegenwärtig im Stress ist. In diesem Jahr inszeniert er im Barbyer Schlosspark den Krimi-Spaß „Keine Leiche ohne Lilly“ aus der Feder von Jack Popplewell. Hinzu kommt ein Berg organisatorischer Dinge, die nicht von Pappe sind.

Kulissen stehen

In den vergangenen Tagen wurden im Schlosspark die Kulissen gestaltet. Dabei legten einige Barbyer Handwerker ehrenamtlich Hand an. Denn der Bühnenaufbau und deren Gestaltung sind anspruchsvoll.

Nachmittags fanden szenische Proben und Programmdurchläufe statt. Für die bessere Akustik werden die Darsteller erstmals mit sogenannten Micro-Ports ausgerüstet.

Es hat sich bewährt, dass Stephan Wapenhans auch Laienschauspieler einsetzt. Von den neun Mitwirkenden kommen vier aus Barby und Groß Rosenburg.

Zurück zu den Wurzeln

Für diesen Komödiensommer 2019 geht Wapenhans sozusagen zurück zu den Wurzeln – ins Jahr 2014. Damals, eher als Versuch gedacht, gab es die Sommerkomödie in Barby erstmals. An drei Nachmittagen wurde recht erfolgreich Jack Popplewells „Keine Leiche ohne Lilly“ gezeigt. „Gerade weil wir vor sechs Jahren ja eher im kleinen Kreis angefangen hatten, ich in dem Stück jedoch noch so viel mehr Potenzial sehe, habe ich mich entschlossen, ,Keine Leiche ohne Lilly‘ noch einmal neu zu inszenieren“, verrät der aus Barby stammende Stephan Wapenhans. Und er verspricht, dass es in der Krimi-Komödie um die Putzfrau Lilly nicht nur äußerst humorvoll, sondern auch sehr musikalisch zugehen wird.

Die Handlung: Richard Marshall sitzt vor seiner Putzfrau Lilly Pieper – allerdings tot! Das schockt Lilly weniger, denn viel hatte sie nie für ihren Chef übrig. Problematisch wird es, als der von Lillys Eifer eher entnervte Polizeiinspektor erscheint, und die Leiche verschwunden ist. Und dann taucht Marshall auf wundersame Weise doch wieder sehr lebendig auf ...

Das Festival im idyllischen Schlosspark ging im vergangenen Jahr mit einem Zuschauerrekord zu Ende. In sieben Aufführungen wurde Ray Cooneys heiteres Stück „Alles auf Krankenschein“ gezeigt. Gefeiert wurde das Ensemble zudem bei einem Gastspiel im Kulturhaus „Martin Andersen Nexö“ in Rüdersdorf bei Berlin.

Vorstellungen

Beim „Prinzeßchen“ handelt es sich um einen ehemaligen Wehrturm an der Stadtmauer, der die historische Kulisse zum Stück bildet. Das historische Türmchen befindet sich direkt am Ende des Schlossparks und beherbergt eine kleine Galerie, die allerdings seit längerer Zeit verwaist ist. Das Pendant zum „Prinzeßchen“, der „Prinz“, befindet sich am anderen Ende der Stadtmauer.

Die Premiere beginnt am Freitag um 16 Uhr. Weitere Vorstellungen soll es am 17., 18., 23. bis 25., 31. August sowie 1. September geben.

Karten im Vorverkauf unter anderem im Lotto-Geschäft von Ute Krabbes in Barby, bei der Stadtinformation in Schönebeck oder an der Nachmittagskasse.