Schönebeck l Wie sich Schönebeck in den kommenden Jahren entwickeln soll und kann wird unter anderem im Quartierskonzept umrissen. Die Fortschreibung dieses Konzepts zum Bebauungsplan Nr. 25 „Schnittstelle Altstadt Süd-West“ – also dem Areal zwischen Salzer, Söker und Tischlerstraße – steht derzeit auch in den Ausschüssen der Stadt auf der Agenda. Im Wirtschaftsausschuss am vergangenen Donnerstag sorgte eben jenes Quartierskonzept für Diskussionen und Vorwürfe.

„Die Verwaltung hat ihre Arbeit nicht richtig gemacht“, stellte Ausschussmitglied Ralf Schneckenhaus (Fraktion Die Linke) für sich fest – wohlgemerkt im Beisein der Stadtverwaltung und der weiteren Ausschussmitglieder. Der Grund für den Unmut des Lokalpolitikers ist der, dass bei der Vorstellung des Quartierskonzeptes mit keinem Wort die Integration von Caravan-Stellplätzen angesprochen wurde. „Die Stellplätze bei der Gestaltung dieser Fläche einzubinden, war eigentlich eine klare Sache und jetzt ist nicht mehr die Rede davon. Das stimmt mich traurig“, sagte Schneckenhaus.

Anpassung noch möglich

Peter Haufe, zuständig für Stadtumbau in der Schönebecker Stadtverwaltung, versuchte zu beschwichtigen und betonte: „Noch ist nichts in Stein gemeißelt. Das Konzept kann immer noch angepasst werden. Und die Stadtverwaltung ist ihren Aufgaben nachgekommen.“

„Warum werden die Stellplätze dann nicht mit aufgezählt?“, wollte Schneckenhaus wissen. Denn in seinem Bericht sprach Haufe zwar von der geplanten Schwimmhalle, einer Multifunktionshalle, einem Festplatz, einer Ertüchtigung des ZOB sowie von einem Spielplatz, aber eben nicht von geeigneten Flächen für Wohnmobile.

Anschlüsse erforderlich

Haufe erklärte daraufhin, dass lediglich die „großen Punkte“ aufgeführt worden sind. Und auch wenn die Caravan-Plätze nicht eindeutig eingearbeitet worden sind, so sei aber eingetragen, dass dies zumindest theoretisch möglich ist. Natürlich würden diese auch verschiedene Medienanschlüsse benötigen, so Haufe.

Das ist auch Schneckenhaus bekannt, weshalb er zu Bedenken gab: „Wenn der Platz einmal fertig ist, dann wird im Nachhinein nicht nochmal alles aufgerissen, um dann neue Leitungen zu verlegen.“ Seine Befürchtung: Wenn die Caravan-Stellplätze nicht klipp und klar ins Konzept integriert werden, könnten sie schlichtweg vergessen werden. Und nachträglich die erforderlichen Medien-Leitungen zu verlegen, sei unwahrscheinlich.

Etablierung nicht sinnvoll

Im Quartierskonzept selbst wird auch auf das Thema eingegangen. Darin heißt es: „Während der Erstellung des Freiraumkonzeptes sind auch Überlegungen zur Etablierung von Stellplätzen für Wohnwagen und Wohnmobile berücksichtigt worden. In diesem Zusammenhang wurden bereits vorhandene Angebote im Stadtgebiet ermittelt. Das Etablieren derartiger Stellplätze im Quartier ist möglich, wird jedoch nicht als sinnvoll erachtet.“

Jedoch wird darin auch vermerkt, dass eine vertiefende Prüfung erfolgen sollte, um die vorhandenen Potentiale und die erforderlichen Infrastrukturen einschätzen zu können.

Mehrheitlich bestätigt

Im Wirtschaftsausschuss stimmten die Mitglieder abschließend mehrheitlich für eine vertiefende Fortschreibung der Bebauungsplaninhalte. Von den fünf anwesenden Stadträten stimmte nur Schneckenhaus dagegen. Zwei Räte enthielten sich und zwei stimmten für die vertiefende Fortschreibung.

Als nächstes wird sich der Sozialausschuss in seiner Sitzung Mittwochabend mit dem Quartierskonzept zum Bebauungsplan „Schnittstelle Altstadt Süd-West“ befassen und am 26. Oktober berät der Hauptausschuss darüber. Die beschließende Entscheidung fällt am 5. November im Stadtrat.