Eickendorf l „Der Kurvenbereich sieht aus wie eine Mondlandschaft“, sagt Ulrike Gruß aus Eickendorf über die Kurve der Straße, in der die Volksstimme-Leserin mit ihrer Familie lebt. Es handelt sich um die Feldstraße in Eickendorf. Familie Gruß ist eine von wenigen Familien, die den Kurvenbereich passieren muss, um das eigene Haus zu erreichen. Die meisten Häuser in der Feldstraße befinden sich nämlich vor der Linkskurve und befahren die Kurve gar nicht erst.

Schon mehrfach habe die Eickendorferin bei Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich (SPD) auf das Problem aufmerksam gemacht. Es habe Gespräche gegeben, doch passiert sei bisher nichts. Das soll sich nun ändern.

Keine Sanierung seit der DDR

Dass die Straße überhaupt einer Mondlandschaft gleicht, liegt nicht nur daran, dass sie zuletzt vor der Wende instandgesetzt wurde. Danach ist die Straße nur noch notdürftig repariert und die Löcher mit Schotter aufgefüllt worden. „Der Zustand der Straße – speziell im Kurvenbereich – ist durch die Zulieferfahrzeuge der EMG Eickendorf GmbH stark in Mitleidenschaft gezogen“, erklärt Ronald Funke, Bauamtsleiter der Gemeinde Bördeland auf Volksstimme-Nachfrage.

Zudem sei die oberflächige Regenwasserentwässerung der Werkhallen des Metallverarbeitungsbetriebes, die zur Straße geführt wird, ein weiterer Hauptgrund für den schlechten Zustand, da die Straße bisher keine Entwässerungsanlagen besitze. Anwohnerin Ulrike Gruß berichtet von Gesprächen, die mit dem Unternehmen geführt wurden. Ronald Funke sagt dazu: „Alle geführten Gespräche zur ordnungsgemäßen Regenwasserentsorgung, Rückhaltung auf dem Betriebsgelände oder Ableitung und Überleitung in das Grabensystem mit der Firma werden ignoriert und führten bisher nicht zum Erfolg.“

Ausbesserung startet

Doch soll der Zustand der Straße jetzt verbessert werden. Das teilte Baumamtsleiter Ronald Funke auf Volksstimme-Nachfrage mit: „Eine kurzfristige Ausbesserung im Kurvenbereich ist im Plan. Eine Tiefbaufirma war bereits vor Ort und arbeitet ein Kostenangebot für eine Reparatur zu.“ Beginnen könnten die Arbeiten gegebenenfalls bereits in dieser Woche. Zunächst würden die Unebenheiten des unbefestigten Bereichs mit entsprechender Technik begradigt woraufhin ein Hartsteinschotter eingebaut und verdichtet werde.

Anwohnerin Ulrike Groß ist froh, dass sich endlich etwas tut und ihre Bemühungen Erfolg zeigen. Eine Dauerlösung für mehrere Jahre ist die anstehende Ausbesserung des Kurvenbereichs allerdings nicht. Doch: „Eine mögliche Sanierung der Straße steht nicht an, da die finanziellen Mittel, für einen grundhaften Ausbau momentan nicht aufgebracht werden können“, erklärt Bauamtsleiter Ronald Funke.

Kein Geld für Straßen im Bördeland

Nicht nur in der Gemeinde Bördeland sondern auch in vielen anderen Kommunen in Sachsen-Anhalt gibt es nämlich einen enormen Investitions- und Sanierungsstau seitens der kommunalen Infrastruktur.

Dies beruhe darauf, dass es im Gemeindehaushalt immer weniger finanzielle Spielräume gebe, sagt Ronald Funke. „Aufgrund der mangelnden finanziellen Ausstattung der Kommunen haben diese keine Möglichkeiten mehr, Straßenbauprojekte ausreichend zu finanzieren.“

Grundsätzlich würden einfach die Einnahmen in der Gemeindekasse fehlen, um alle Aufwendungen zu finanzieren.