Coronavirus

Südafrikanische Variante im Salzlandkreis nachgewiesen

Welche Varianten des Coronavirus das Gesundheitsamt bisher durch Laboruntersuchungen feststellen konnte.

Von Franziska Richter
Die Variante Alpha, auch als britische Variante bekannt, ist im Salzlandkreis die am häufigsten gefundene Mutation.
Die Variante Alpha, auch als britische Variante bekannt, ist im Salzlandkreis die am häufigsten gefundene Mutation. Foto: dpa

Staßfurt - Die südafrikanische Variante des Coronavirus wurde bereits im Salzlandkreis nachgewiesen. Allerdings in sehr geringem Ausmaß: In bisher nur vier Fällen von insgesamt über 8800 Infektionen wurde die Mutation des Virus festgestellt, die neuerdings als „Variante Beta (B.1.351)“ bezeichnet wird. Das teilt das Gesundheitsamt des Salzlandkreises auf Nachfrage mit.

Bei der südafrikanischen Variante soll es sich um eine gefährlichere Variante des Wildtypus handeln, die auch bei jungen Menschen zu schweren Krankheitsverläufen führen könnte.

Vor allem britische Alpha-Variante entdeckt

„Im Salzlandkreis ist - wie deutschlandweit - die Variante Alpha (VOC B.1.1.7) bei den auf Mutationen untersuchten Proben vorherrschend“, teilt das Gesundheitsamt mit. Hierbei handelt es sich um die einst als „britische Variante“ bekannte Mutation, die sich schneller verbreitet als der Wildtypus und heute auch in Deutschland stark vertreten ist.

Einmal habe im Salzlandkreis bisher der Verdacht auf die brasilianische Variante bestanden. Diese sogenannte Gamma-Mutation (B.1.1.28.1; auch P.1) hatte sich allerdings nicht bestätigt.

Dabei werden nicht alle Laborproben im Salzlandkreis auf Mutationen hin untersucht. Am Freitag lag der Stand im Salzlandkreis bei 46 Personen mit einer nachgewiesenen (britischen) Variante Alpha. Insgesamt infiziert waren bis zu diesem Tag 90 Personen.

20 Prozent aller Proben werden untersucht

„Aus der praktischen Erfahrung schätzt das Gesundheitsamt ein, dass derzeit rund 20 Prozent der Proben sequenziert werden“, so Landkreissprecherin Marianne Bothe. Solche Untersuchung im Labor auf Varianten werden auch vorgenommen, wenn ein besonderer Verdacht auf eine Mutation besteht. Das Gesundheitsamt geht laut der Sprecherin dann so vor: „Wird eine Mutation festgestellt, gelten alle direkten Kontakte mit positivem PCR-Test als Infektion mit einer Mutation, ohne dass es einer besonderen Spezifikation des Virus bedarf.“

Der Salzlandkreis mache keine Unterschiede zwischen der Wildform des Coronavirus und der Variante Alpha. Man betont extra, dass man jeder Person mit Infektion große Aufmerksamkeit widme.

Ob Wildform oder Variante Alpha – für Infizierte und deren enge Kontakte gilt mindestens 14 Tage Quarantäne und dann ein negativer Testnachweis oder eben die Verlängerung der Quarantäne.

Besondere Vorschriften bei weiteren Mutationen

Bei anderen Variante außer der britischen geht das Gesundheitsamt aber doch etwas anders vor: Der Kreis der Kontaktpersonen, für die Quarantäne angeordnet wird, wird enger gezogen. „Das heißt, dass auch für den Personenkreis, der vorab der RKI-Kontaktkategorie II zugeordnet war, Quarantäne angeordnet wird“, so die Landkreissprecherin.

Wie sich Impfungen bei den Varianten verhalten, wird derzeit wissenschaftlich untersucht. „Erste Ergebnisse gehen davon aus, dass der recht hohe Schutz durch eine Impfung in Abhängigkeit auch vom jeweiligen Impfstoff gegen das Stammvirus für Mutationen ebenfalls in etwas abgeschwächter Form anhält“, heißt es.