Biere l Immerhin: Zu Karneval konnten die Crazy Girls in diesem Jahr in Biere noch ausgelassen feiern. Zur letzten Veranstaltung der Session Ende Februar war Corona in Deutschland zumindest gefühlt noch ganz weit weg. Doch mittlerweile wurden nicht nur sämtlich Auftritte der Tanztruppe bis auf weiteres abgesagt, sondern auch das Training musste wegen der Pandemie natürlich eingestellt werde.

„Wir Crazy Girls sind traurig, weil wir unserer Leidenschaft nicht nachgehen können“, sagt Chefin Josefine Radmer. Aber die Gesundheit gehe natürlich vor. Hart sei es vor allem gewesen, den Trainingsstopp den 30 Mädchen und Jungen des Karnevalclub Biere erklären zu müssen, die ebenfalls mit Josy Radmer proben. „Seit Jahren ist der Freitag fest mit Proben eingeplant. Ich kenne es gar nicht mehr anders“, sagt Josefine Radmer.

Kein Training mehr

Die Crazy Girls trainieren normalerweise sogar zwei Mal in der Woche. Hinzu kommen die vielen Auftritte bei Veranstaltungen in der Region. Etwa das Pusteblumenfest, Geburtstage oder Firmenjubiläen. Vorerst wurde alles abgesagt. Wann der nächste Auftritt möglich sein wird, ist ungewiss.

Für die neue Saison waren bereits neue Choreographien vorbereitet. Einstudiert werden können sie aber nun nicht. Zumindest nicht gemeinsam. „Natürlich trainiert jeder Einzelne für sich und wir schicken uns auch Videos mit den einzelnen Fortschritten und neuen Ideen zu“, sagt Radmer. Aber ein gemeinsames Training kann das nicht ersetzen.

Krise mit Problemen

Für Josefine Radmer persönlich verläuft die Corona-Krise auch eher problematisch. „Es zerrt an den Nerven, dass wir das Restaurant schließen mussten“, sagt sie. Hinzu kommt, dass sie in ihrem Hauptberuf in einer Magdeburger Bank derzeit nicht arbeiten kann, weil sie keine Betreuung für ihren Sohn gefunden hat.

Trotzdem macht sie das Beste aus der Situation. „Ich komme nun mal zur Entspannung und wundere mich manchmal, wieviel Stunden der Tag ohne Stress haben kann“, sagt Josefine Radmer. Auch die vielen Sitzungen fallen für die stellvertretende Ortsbürgermeisterin von Biere nun weg. Auf der anderen Seite genieße sie es gerade aber auch, nicht immer erreichbar sein zu müssen.

Für die Crazy Girls heißt es nun nach vorn schauen. „Wir hoffen natürlich, dass alle gesund bleiben und wir bald wieder die Bühnen und Tanzflächen rocken können“, sagt Josefine Radmer.