Stichwahl in Barby

Torsten Reinharz ist neuer Bürgermeister

Torsten Reinharz (SPD) wird ab Januar neuer Bürgermeister der Einheitsgemeinde Barby sein.

Von Thomas Linßner

Barby l Als Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) gegen 19.20 Uhr die Kulturhalle betritt, steht das Ergebnis gerade mal eine knappe viertel Stunde fest. Hier findet die „Wahlparty“ des SPD-Kandidaten statt, zu der Freunde, moralische Unterstützer, die Familie und einige Stadträte gekommen sind. Punkt 19.09 Uhr bekommt Torsten Reinharz (53) telefonisch die erlösende Nachricht aus dem Sitzungssaal des Rathauses, wo die Wahlkommission die Schnellmeldungen aus den einzelnen Wahllokalen auflistet. Grimm-Benne, die in ihrer politischen Karriere auch so einige Wahlsiege und Wahlniederlagen einstecken musste, weiß, wie sich der Sieger jetzt fühlt: Es fällt nach dem Wahlkampf eine unglaubliche Last von ihm ab. „Ich war heute den halben Tag in meinem Garten und habe dort gearbeitet“, gesteht Torsten Reinharz. Im Gegensatz zur ersten Wahl sei er dieses Mal „ziemlich aufgeregt gewesen“. Ein bisschen stehen ihm die Anstrengungen ins Gesicht geschrieben, die nichts mit Gartenarbeit zu tun haben ... Reinharz erringt 57,77 Prozent der gültigen Stimmen, Mitbewerber Jörn Weinert aus Zuchau kommt auf 42,23 Prozent.

Das Eintreffen der Schnellmeldungen der einzelnen Wahllokale der Einheitsgemeinde verläuft ähnlich wie bei der Wahl vor zwei Wochen. Zwar meldet dieses Mal mit Tornitz/Werkleitz zuerst ein Ort nördlich der Saale. Reinharz 74, Weinert 52 Stimmen.

Doch dann purzeln die Ergebnisse südlich der Saale hinein, die allesamt Jörn Weinert (40) nach vorn katapultieren. In seinem Heimatort Zuchau ist das Ergebnis glasklar: 113 Stimmen für den Lokalmatador, der dort auch Ortsbürgermeister ist, 17 für den Barbyer. „Ich kann mit beiden leben. Es wäre aber besser, wenn einer von unserer Saaleseite Bürgermeister wird“, hatte zuvor ein Stadtrat aus Rosenburg gesagt.

Ein deutlicher Ausreißer kommt dieses Mal aus Glinde. Das Dorf bei Barby führt seit Jahren die Hitliste der Wahlbeteiligung an. So ist es auch dieses Mal. Allerdings erringt Jörn Weinert hier 71 Stimmen, Reinharz 60. In Glinde wähle man tendenziell CDU, kommentiert ein Insider dieses Ergebnis. Die schlechteste Wahlbeteiligung hat Pömmelte mit 29,8 Prozent.

Berufsschullehrer Torsten Reinharz sitzt seit 20 Jahren in der SPD-Fraktion des Barbyer Stadtrates, wo er stets gut vorbereitet und kritisch die Sitzungen begleitet.