Atzendorf/Schönebeck l Ein gebrochener Zeh, ein Kreuzbandriss – die Mitglieder der ASB-Rettungshundestaffel Salzlandkreis haben beim Volleyballturnier Beach on Fire von Feuerwehrleuten und Sanitätern in Barby am vergangenen Wochenende wirklich vollen Einsatz gezeigt. Und wurden dafür belohnt.

„Wir waren im zweiten Jahr dabei und haben den ersten Platz belegt“, sagte Christin Vangangelt, die stellvertretende Staffelführerin beim Arbeiter-Samariter-Bund Salzlandkreis. Sie selbst musste mit einem Kreuzbandriss vom Platz getragen werden. „Alle Teams der Einsatzkräfte haben aufmunternd applaudiert. Da sieht man, wie gut der Zusammenhalt ist.“ Genügend Sanitäter waren zum Glück vor Ort. „Die DRK-Jugend aus Schönebeck hat sehr gute Erste-Hilfe geleistet“, so die 28-jährige Magdeburgerin. Danach wurde sie in die Notaufnahme gebracht.

Training auf Sportplatz

Doch die rund zwei Dutzend Hundeführer des Arbeiter-Samariter-Bundes und ihre Vierbeiner freuen sich nicht nur über ihren Sieg bei dem Volleyballturnier. „Wir sind sehr froh, dass wir seit neuestem auf dem Sportplatz der ZLG Atzendorf trainieren dürfen“, sagte Jana Herbig, Ausbildungsleiterin bei der ASB-Rettungshundestaffel Salzlandkreis. Großer Vorteil: Der Sportplatz liegt zentral und gut erreichbar mitten in der Region. Denn die Helfer des ASB-Verbandes, der mit den Sanitätern eigentlich in Aschersleben stationiert ist, kommen nicht nur aus dem ganzen Salzlandkreis, sondern zu großen Teilen auch aus Magdeburg und dem Bördekreis.

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Hervorgegangen war die Hundestaffel aus Teilen des Roten Kreuzes in Schönebeck, das vor mehr als zwei Jahren Insolvenz angemeldet hatte. Die Rot-Kreuz-Helfer in Schönebeck sind inzwischen wieder ehrenamtlich aktiv. Die alte Hundestaffel hatte sich aufgeteilt. Einige waren in Schönebeck geblieben. Ein andere Teil der Hundeführer hatte sich zunächst dem Bundesverband der Rettungshunde angeschlossen, war dann aber vor einem Jahr zum ASB Salzlandkreis in Aschersleben gewechselt und hatte dort die neue ASB-Rettungshundestaffel gegründet. Mit den ehemaligen Kollegen aus Schönebeck arbeite man bei Einsätzen aber gut zusammen, wie beide Seiten immer wieder betonen.

Vier Hunde sind geprüft

Und Einsätze gibt es inzwischen immer mehr. „Die Feuerwehren und die Leitstelle wissen inzwischen, was wir leisten können“, sagte Christina Vangangelt. Zuletzt wurde die Staffel zu einer Vermisstensuche an der Elbe und einem Unfall in Aschersleben gerufen. Allerdings haben bisher erst vier der 17 ASB-Hunde alle Prüfungen für den Einsatz abgelegt. Wegen der Corona-Beschränkungen mussten die Prüfungen im ersten Halbjahr ausgefallen und können erst im Herbst oder Frühjahr nachgeholt werden. Im nächsten Jahr sollen fünf weitere Rettungshunde einsatzbereit sein, so die Planung der Samariter. Die Sanitäter, deren Hunde noch nicht einsatzbereit sind, können die aktiven Hundeführer im Einsatz aber dennoch als wichtige Helfer unterstützen.

Vermittelt wurde die Trainingsstätte in Atzendorf von Thomas Melle aus Förderstedt. Der 34-jährige Versicherungsfachmann ist nicht nur Sanitäter in Ausbildung und mit Schäferhund Sam (2) bei der Rettungshundestaffel. Zudem trainiert er bei der ZLG Volleyball und ist dort als Sportwart im Vorstand aktiv. „Ich wollte schon als Kind einen Schäferhund haben. Und als wir das Haus in Förderstedt bekommen haben, war es endlich soweit“, erzählt er. Mit seinem Hund wollte er auch aktiv etwas unternehmen. Als er eine Vorführung von Rettungshunden gesehen hatte, war er sofort Feuer und Flamme und hat sich mit Schäferhund Sam angemeldet. Eine gute Verstärkung für das Volleyball-Turnier war er auch.

Feuerwehrfrau aus Schönebeck

Direkt aus Schönebeck kommt Pauline Schmidt, die dort auch bei der Feuerwehr von der Tischlerstraße aktiv ist. „Das erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungshunden im Einsatz“, sagt die 25-Jährige, die ihren Labradoodle Bruno derzeit auf die Prüfungen für den Einsatz vorbereitet.

Jeden Mittwochnachmittag trainiert die Staffel jetzt in Atzendorf. Am Sonntag geht es außerdem ins Gelände, damit die Tiere verschiedene Areale kennenlernen. Die stellvertretende Staffelleiterin Christina Vangangelt trägt seit ihrer Volleyball-Verletzung eine Schiene an ihrem Bein und kann nun nur noch eingeschränkt trainieren. „So ein Kreuzbandriss braucht eine Weile zum heilen. Aber zum Turnier im nächsten Jahr will ich wieder fit sein“, sagte sie lachend.