Schönebeck l „Was machst du gern in deiner Freizeit?“, „Warst du schon einmal in einem Jugendclub in Schönebeck?“, „Stell dir vor, in Schönebeck wird ein ‚Jugendpark‘ gebaut. Was müsste auf jeden Fall eingeplant werden?“ Diese und weitere Fragen erreichen im Oktober 2020 viele Jugendliche in Schönebeck. Gestellt werden die Fragen vom Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Schönebeck.

Doch wozu die Umfrage? Das erklärt Eric Grube. Der 18-jährige Schönebecker ist Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirats: „Wir machen eine Umfrage, weil wir als Kinder- und Jugendbeirat eine repräsentative Arbeitsgrundlage erhalten wollen, die uns Anreize und Anweisungen für die gemeinsame Arbeit mit der Stadt gibt.“ Man wolle sich so ein Stimmungsbild einholen, „das auch eine klare Botschaft an den Stadtrat und den Oberbürgermeister sein wird, wie die Jugend in den kommenden Jahren vertreten werden möchte“, sagt Eric Grube.

Ein umfangreiches Stimmungsbild, das nicht nur Wünsche, Anregungen und Probleme erfragt, sondern auch die ganz persönlichen Lebensumstände der Jugendlichen. So steigt der Fragebogen, der immerhin 16 Seiten (für Schüler bis zur achten Klasse neun Seiten) umfasst, mit Angaben zum Alter, Geschlecht, Beruf und der eigenen Wohnsituation ein. Die soll dann auch bewertet werden. Für Spielplätze, Sauberkeit, Treffmöglichkeiten und Radwege im eigenen Stadtteil (dieser wird durch die Angabe der eigenen Straße ohne Hausnummer ermittelt) sollen beispielsweise Schulnoten vergeben werden.

Wünsche für die Zukunft

Und auch Angaben zu Zukunftswünschen der Jugendlichen werden erbeten. „In welchem Stadtteil möchtest du später vielleicht einmal leben?“, „In welcher Wohnform könntest du dir vorstellen, später zu leben?“ Ihren Namen sollen die Jugendlichen allerdings nicht angeben.

Gestreut werden die insgesamt 1500 Fragebögen zu großen Teilen in Schönebecker Schulen. „Wir führen die Befragung für unsere definierte Zielgruppe der Jugendlichen von elf bis 27 Jahren durch, weshalb wir bis jetzt mit der Sekundarschule Lerchenfeld, der Sekundarschule Leben Lernen, der Sekundarschule Maxim Gorki, der Berufsbildenden Schule Schönebeck, der Förderschule Pestalozzi und dem Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium zusammenarbeiten“, berichtet Eric Grube. Entsprechend geht es im Fragebogen auch um das Thema Schule, deren Ausstattung, die wieder mit Schulnoten bewertet werden soll, dem Schulweg und dem Thema Schule in Corona-Zeiten.

Fragebogen auch online

Auch mit den Jugendclubs in Schönebeck stehe der Beirat in Absprache, was das Ausfüllen der Fragebögen angeht. Er hat explizit zum Thema Jugendclubs vier Fragen formuliert – auch um herauszufinden, ob diese Art der Freizeitgestaltung überhaupt allen Jugendlichen der Stadt bekannt ist.

Ausgefüllt werden kann der Fragenkatalog aber nicht nur auf dem Papier an der Schulbank oder in einer der Schönebecker Jugendeinrichtungen, sondern auch am Computer. „Wir nehmen einen kostenpflichtigen Onlineumfragedienst in Anspruch, für den wir einen QR-Code generieren werden, der zum Einscannen in jugendrelevanten Einrichtungen ausgehängt werden soll“, erklärt Eric Grube. Wenn der Online-Fragebogen im Internet abrufbar ist, wolle der Beirat einen Link zu diesem natürlich auch auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichen.

Gemeinsames Treffen geplant

Der Titel der Umfrage lautet im Übrigen: „Die Zukunft bist DU! Die Zukunft machst DU!“ Und genau deshalb erhoffen sich die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats Schönebeck auch viel Resonanz auf den Fragebogen. Schließlich sollen die Ergebnisse des Fragebogens „unser bereits existierendes Arbeits- und Konzeptpapier weiter bereichern und entsprechend von uns auf machbarem Wege Schritt für Schritt umgesetzt werden“, erklärt Eric Grube.

Das bedeutet auch: „Wir planen ein gemeinsames Treffen mit interessierten Jugendlichen, Stadträten und dem Oberbürgermeister, zu dem auch Vertreter von Clubs, Trägern und Vereinen eingeladen werden sollen“, berichtet der Beiratsvorsitzende. Seine Vision: „Man könnte eine konstruktive Klausurtagung ‚Kinder und Jugendliche‘ daraus machen, bei der feste Punkte für die zukünftige politische Agenda das Ergebnis sein könnten.“

Beirat wertet Fragebögen aus

Ausgewertet werden die Antworten durch die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats, „weshalb wir bei der angepeilten Teilnehmerzahl und mit dem Anspruch einer visuellen Aufbereitung sicher erst im Januar oder Februar ein zufriedenstellendes Ergebnis haben werden“, vermutet Eric Grube. Immerhin haben auch die Vorbereitungen schon viel Zeit gekostet. Allein das Vorbereiten der Fragen, das Beantragen der Fördermittel, das Einholen der Genehmigung vom Landesschulamt, das Drucken und Tackern hat dem Beirat mehr als drei Monate gekostet. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit, durch die sich Eric Grube und seine Beiratsmitstreiter ein aktuelles Stimmungsbild der Jugendlichen der Stadt Schönebeck erhoffen.