Schönebeck l Ein bisschen streng riecht es schon, sobald man das Gelände der Kläranlage in Schönebeck betritt. Doch längst nicht so stark, wie es die Schüler der Grundschulen „Dr. Tolberg“, „Am Lerchenfeld“ und „Käthe Kollwitz“ erwartet hätten. Anlässlich des Tages der Umwelt am 5. Juni veranstaltet die Kläranlage jedes Jahr einen Aktionstag für Schüler. Unter dem diesjährigen Motto „Umwelt macht natürlich glücklich“ wurden verschiedene Stationen geboten: Führungen durch die Anlage, ein Wissensquiz, ein Info-Stand des Naturschutzbundes (Nabu) über Mehlschwalben, eine Vorführung des Spülwagens sowie Mitmach-Experimente im Labor.

Der „Weg des Wassers“

Mike Dragon, Abwassermeister bei der OEWA Wasser und Abwasser GmbH am Standort Schönebeck, erklärte den Schülern, in welchen Stufen das Abwasser gereinigt wird. In der ersten Stufe erfolgt die Reinigung von groben Bestandteilen durch Rechen und Vorklärbecken. Es folgt die biologische Reinigung durch Miroorganismen, die vom Abbau der organischen Verbindungen leben sowie eine dritte Reinigungsstufe, in der Stickstoff- und Phosphatverbindungen aus dem Wasser entfernt werden. „Danach hat es zwar keine Trinkwasserqualität, aber es kann in die Elbe geleitet werden“, schließt Mike Dragon seine Ausführungen. Auch über die Trocknung und anschließende Verbrennung des Klärschlamms, welche wiederum den nötigen Strom zum Betreiben der Kläranlage liefert, lernen die Schüler viele Details.

Vom Tropfen bis zum Strahl

Im Labor untersucht Mitarbeiter Bernd Modler die Wasserqualität, indem er einen Tropfen Wasser unter dem Mikroskop betrachtet. In zwei Trichtern können die Schüler zudem vergleichen, wie trüb das Abwasser vor der Reinigung ist und wie klar das gereinigte Wasser im zweiten Trichter aussieht. In der sogenannten Wasserbox führen die Kinder dann selbst kleine Wasserexperimente durch. Dabei kommen neben Aktivkohle auch Haushaltsmittel wie Spülseife zur Anwendung, sodass die Schüler die Experimente zu Hause nachmachen können. Mitarbeiterin Birgit Meyer erklärt derweil, wie sich das Wasser verändert, je nachdem, welche Stoffe man hinzufügt.

Bilder

Roland Menz ist Herr über den Spülwagen. Um den Kindern zu zeigen wie in Schönebeck Kanäle gereinigt werden, setzt er die kolossale Maschine in Gang. Mit einem Wasserdruck von bis zu 170 bar schießt das Wasser dabei aus dem 60 Meter langen Schlauch in das simulierte Abwasserrohr. „Im Idealfall ist das Rohr hinterher blitzeblank“, erläutert Roland Menz. Das hänge aber vor allem vom Verschmutzungsgrad ab. Jährlich werden so 20 Kilometer Abwasserrohr gespült und gereinigt.

Interesse wecken

Jeanette Ladebeck, Klassenlehrerin der „Adler“ der Grundschule „Am Lerchenfeld“ begrüßt den Umwelttag: „Für die Schüler ist es besonders spannend, das, was sie im Unterricht etwa über den Wasserkreislauf gelernt haben, live zu erleben.“ Kerstin Meyer, Ansprechpartnerin für den Umwelttag, erklärt weiter: „Wir möchten den Schülern die Möglichkeit geben, die Anlage zu besichtigen und sie an das Thema Umwelt sowie Nachhaltigkeit heranführen.“ Wer gut aufgepasst hatte, erhielt beim Wissensquiz sogar einen Preis.