Schönebeck l Im Herbst werfen Bäume ihr Laub ab – soweit alles ganz normal. Doch im Kurpark in Schönebeck hat so mancher Baum bereits im Sommer seine Blätter abgeworfen, wie Sybille Schulz, Betriebsleiterin des Solepark, erklärt. „Schon im Juli oder August sahen die Bäume aus wie jetzt im Herbst“, sagt Schulz. Die Bäume leiden nämlich unter der Trockenheit, die die vergangenen beiden Sommer geprägt hat. Vereinzelt mussten deshalb nun auch Bäume im Kurpark gefällt werden. Von den 600 Bäumen der Anlage wurden in den vergangenen Tagen acht entfernt.

Doch damit ist das Thema nicht abgehakt, wie Frank Frommann, Verantwortlicher für Technik und Grünpflege, weiß. „Aktuell beobachten wir einzelne Bäume verstärkt. Wir haben sieben Sandbirken und drei Eschen, die besonders von der Trockenheit betroffen sind“, sagt Frommann. Weitere 40 sind ebenfalls unter Beobachtung.

Externer Baumgutachter beauftragt

Stichwort Beobachtung: Dafür sind nicht nur die Mitarbeiter des Soleparks zuständig, sondern auch ein externer Baumgutachter. „Wir sind schließlich keine Biologen oder Botaniker. Deshalb beauftragen wir einen Sachverständigen, der die Bäume im Park kontrolliert“, sagt Sybille Schulz. Dieser Baumgutachter hält die Verwaltung des Soleparks auf dem aktuellen Stand. Jährlich liefert er einen Bericht ab, in dem der Zustand eines jeden einzelnen Baumes erläutert wird. „So werden wir zum Beispiel auch auf Bäume aufmerksam gemacht, die umstürzen könnten oder bei denen Äste abzubrechen drohen“, sagt die Betriebsleiterin des Soleparks.

Darüber hinaus gibt der Gutachter auch Tipps zur Pflege der Bäume. Eine Variante, um angeschlagenen Pflanzen wieder Erholung zu verschaffen, kann unter anderem ein Kronenrückschnitt sein. Frommann erklärt: „Dadurch, dass man die Krone beschneidet, muss der Baum weniger Äste und Blätter mit Wasser versorgen.“

Sybille Schulz und Frank Frommann sind sich einig, dass es bereits absehbar sei, dass ein Teil der unter Beobachtung stehenden Bäume sich wohl nicht mehr erholen wird und im nächsten Jahr ebenfalls gefällt werden müssen.

Trockenperiode Hauptursache

Zwar sind die vergangenen Trockenperioden die Hauptursache für den angeschlagenen Zustand der Bäume, doch es gibt noch einen wichtigen Einflussfaktor, so Schulz. „Bei uns sterbe die Bäume wahrscheinlich generell früher ab als anderswo, weil der Boden einen erhöhten Salzgehalt aufweist. Das führt dazu, dass die Wasseraufnahme und die Weiterleitung der Wurzeln beeinträchtigt werden“, sagt Sybille Schulz.

Aus diesem Grund sind Neupflanzungen im Solepark auch mit einen erhebelichen Mehraufwand verbunden: Bevor ein Baum gepflanzt wird, muss nämlich der Boden „ausgetauscht“ werden. Dazu wird mit einem Bagger ein Loch ausgehoben, welches dann mit Erde befüllt wird, die nicht so stark „gesalzen“ ist, wie die im Solepark. Im Durschschnitt sind das Mehrkosten von rund 300 Euro, sagt Sybille Schulz. „Aber ohne Bodenaustausch ist es hier wirklich schwierig neue Bäume zu pflanzen“, bringt es Frommann mit einem Satz auf den Punkt.

Nur einheimische Bäume im Solepark

Zudem dürfen im Kurpark nicht irgendwelche Gewächse eingepflanzt werden. Aus denkmalpflegerischen Gründen darf nämlich nicht jeder Baum im Solepark wurzeln. „Das Konzept sieht nur einheimische Bäume vor. Exoten dürfen wir nicht pflanzen, auch wenn diese vielleicht besser wachsen würden“, sagt Schulz.

Doch es gibt auch gute Nachrichten hinsichtlich der Kurpark-Vegetation. „Unsere Aktion zu ‚20 Jahre Solepark‘, bei der wir nach Baumpaten gesucht haben, wurde sehr gut angenommen“, sagte Linda Pickert, Sprecherin des Soleparks. Zielmarke war es, etwa 20 Bäume zum Jubiläum des Parks zu pflanzen, aber so wie es aussieht, werden es sogar über 30. Diese werden voraussichtlich im November dieses Jahres gepflanzt. Und Frank Frommann betont, dass die jungen Bäume selbstverständlich besonders gepflegt werden.

Sybille Schulz zeigt sich über das Engagement der Spender und Baumpaten sehr erfreut. „Das ist toll, dass sich die so viele Leute dafür einsetzen“, sagt sie. Zudem hebt sie hervor, dass auch einzelne Spenden ihre Wirkung haben und dazu beitragen, den Kurpark zu bepflanzen. „Das können fünf oder zehn Euro sein, auch die helfen. Nimmt man ein paar davon zusammen, ist das wieder ein neuer Baum“, sagt sie.