Schönebeck l Tuchen bestätigt bei einem Praxisversuch die Einschätzung vieler Bürgerinnen und Bürger. Der Fahrlehrer findet, dass dringend Nachholbedarf bei der Verkehrsführung am Bahnbrückental besteht.

Fahrschüler Julian Löwenthal hat erstmal Pause. Sein Fahrlehrer Manfred Tuchen hatte die Volksstimme zu einer kleinen „Fahrstunde“ eingeladen. Da ein Schüler nicht fahren darf, während jemand anderes im Auto sitzt, nahm er auf der Rückbank Platz. Was Tuchen inzwischen routiniert angeht, bereitet vielen Fahranfänger Kopfzerbrechen: die Verkehrsführung am Bahnbrückental. „Wir hatten schon viele brenzlige Situationen“, erklärt Tuchen.

Lange Staus

Einige Aspekte stören den Fahrlehrer an dem kniffligen Punkt. Zum einen natürlich die langen Staus auf der Friedrichstraße. Um diese zu entzerren, müsse an der Kreuzung gearbeitet werden. „In die Bahnhofstraße biegen nur wenige Autos ein. Man könnte die Linksabbieger-Spur auch für den geradeausfahrenden Verkehr freigeben“, schlägt Tuchen vor. Dann würde auch das Problem gelöst, dass Autofahrer unter der Bahnbrücke die Spur wechseln müssen.

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Das nächste Problem sieht der Fahrlehrer einige Meter weiter in der Salzer Straße. Radfahrer benutzen dort die selbe Spur wie die Autofahrer. „Den Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern kann man dort mit dem Auto gar nicht einhalten. In einer Fahrprüfung könnte man nicht überholen. Tut ein Schüler es doch, wäre die Prüfung vorbei“, so Tuchen.

Komplizierte Stelle

Tuchens Schüler Julian Löwenthal ist genervt. Die langen Staus auf der Friedrichstraße „verkürzen“ schließlich seine Fahrstunden. „Lange stehen macht keinen Spaß“, sagt der Fahranfänger. „Außerdem ist diese Stelle wirklich kompliziert“, gibt er zu Protokoll – vor allem für Ortsunkundige. Vor allem die Autofahrer mit fremden Kennzeichen kennen die komplizierte Stelle nicht. Schönebecker selbst fahren oft noch nach der „alten“ Verkehrsführung. Und Radfahrer? Die müssen zumindest direkt im Bahnbrückental aufpassen, dass sie von Rechtsabbiegern in die Söker Straße in deren totem Winkel nicht übersehen werden. „Sicherheit für Radfahrer ist ja schön und gut. Aber auch für Autofahrer ist diese Stelle nicht besonders spaßig“, fasst Tuchen zusammen.