Schönebeck l Eine Strecke von knapp 2000 Kilometern hat die Künstlergruppe um Leiterin Dimitrina Doychinova zwischen ihrer Wirkstätte Sliven in Bulgarien und Schönebeck zurückgelegt, um ihre Ausstellung ab heute im Soziokulturellen Zentrum „Treff“ präsentieren zu dürfen. Um 17 Uhr findet die offizielle Eröffnung statt.

Dimitrina Doychinova freut sich auf die Vernissage: „Wir haben rund 40 Werke von zwölf bulgarischen Mitgliedern der Künstlervereinigung Sliven im Gepäck. Von Malereien, Fotografien bis hin zu Schnitzereien ist alles mit dabei“, erklärt die 51-Jährige. Neben ihr werden auch die drei beteiligten Künstler Lyubomira Dineva, Rumen Spasov und Petar Petrov vor Ort sein.

Überraschung geplant

Zusammen mit ihren Kollegen hat sie etwas ganz Besonderes für die Ausstellungseröffnung geplant. Was genau sie damit meint, möchte sie nicht verraten: „Das wird eine Überraschung.“

Fest steht in jedem Fall, dass beide Seiten - sowohl Künstler, als auch Veranstalter - viel Herzblut in die Realisierung des Projekts gesteckt haben. Christian Meinel, Leiter des Soziokulturellen Zentrums „Treff“, erzählt: „Normalerweise übernehmen wir als Veranstalter den größten Teil der Planung. In dem Fall haben die bulgarischen Künstler sehr viel Eigeninitiative gezeigt, um die Ausstellung mit uns zusammen auf die Beine zu stellen.“

Maßgeblich daran beteiligt war auch die kunstinteressierte Sabine Tümler, die engen Kontakt zu Dimitrina Doychinova pflegt. Sie brachte sie erst auf die Idee, sich mit ihrem Wunsch, eine Ausstellung in Deutschland zu realisieren, an den „Treff“ zu wenden. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Umsetzung der Idee hat es dann ein dreiviertel Jahr gedauert – Gründe dafür waren die Kommunikation und die räumliche Distanz.

Ausstellung bis 2. November

Umso schöner, dass es trotz dieser Herausforderungen jetzt endlich geklappt hat: Ab Sonnabend bis zum 2. November werden die Ausstellungsstücke in Schönebeck und danach in Barby zu sehen sein. Die Werke stehen in dieser Zeit auch zum Verkauf. Der ausdrückliche Wunsch der Künstler ist hierbei, dass die Erlöse als Dankeschön einem guten Zweck in der Region zugutekommen.

Darüber hinaus wird sich das Team um Dimitrina Doychinova auch vor Ort künstlerisch betätigen, indem sie Kunstkurse in den christlichen Schulen Gnadau und Großmühlingen/Barby geben.

Ziel ihres Besuchs ist, wie der Name „Europäische Brücken“ andeutet, eine deutsch-bulgarische Beziehung zwischen Schönebeck und Sliven aufzubauen. „Wir sehen unser Kommen als Freundschaftsbesuch, um einen Beitrag zur Verständigung über Ländergrenzen hinaus zu leisten“, erklärt Dimitrina Doychinova. „Wir hoffen, dass neben kunstinteressierten Schönebeckern auch Künstler aus der Umgebung vorbeikommen, damit wir uns mit ihnen austauschen können.“ Schließlich sei deswegen auch die Idee zur Ausstellung entstanden: „Wir möchten zeigen, dass egal, wo man herkommt, die Kulturen der Länder und auch die Kunst sehr viel gemeinsam haben.“

Anmeldung für Gruppen

Zu folgenden Uhrzeiten sind die Werke zu besichtigen: Montag bis Donnerstag: 8 bis 16 Uhr; Freitag: 8 bis 12 Uhr; Besuche außerhalb dieser Zeit oder als Gruppe von mehr als zehn Personen sind mit Anmeldung unter (0 39 28) 6 75 22 möglich.