Schönebeck/Staßfurt l Nachdem mehrere Mitglieder einer siebenköpfigen Familie in Schönebeck positiv auf den Coronavirus getestet worden sind, stehen nun weitere Maßnahmen an. Sie betreffen gleich mehrere Schulklassen und eine Kitagruppe.

Da ein Kind der Familie die Berufsbildende Schule des Salzlandkreises in Schönebeck besucht, ist für eine Klasse mit insgesamt 21 Schülern sowie für mehrere Lehrkräfte bis zum 2. Oktober vorsorglich häusliche Quarantäne angeordnet worden. Für die Schüler liegen die Testergebnisse sogar schon vor. Sie sind nach Kreisangaben alle negativ ausgefallen. Dennoch sollen sie sicherheitshalber vorerst noch in Quarantäne bleiben, informiert Kreissprecher Marko Jeschor.

Neben der Berufsschule hatten die Familienmitglieder wohl auch Kontakt zu weiteren Schulen, Kitas und Firmen. Diese wurden laut einer Pressemitteilung des Salzlandkreises bereits über die Covid-19-Vorfälle informiert.

Eltern sind verunsichert

Betroffen ist unter anderem die Maxim-Gorki-Schule. Eine Klasse und zwei Lehrer befinden sich seit gestern in Quarantäne und sollen auf den neuartigen Virus getestet werden. Wie Schulleiterin Kerstin Gundlach berichtet, ist die Unsicherheit unter den Eltern groß. „Unser Telefon steht nicht mehr still“, sagt sie. Zahlreiche Eltern hätten nachgefragt, ob sie ihr Kind überhaupt wieder in die Schule bringen sollen. Doch vorerst lautet die Devise: Testergebnisse abwarten.

Darüber hinaus wurden für eine Gruppe der Kindertagesstätte Marienheim und mehrere Erzieher in der Friedrichsstraße in Schönebeck häusliche Quarantäne und Virustests angeordnet. Gleiches gilt für jeweils eine Klasse des Grone-Bildungszentrums und der Sekundarschule „Am Lerchenfeld“.

„Auf Tests weiterer Klassen verzichtet der Salzlandkreis zunächst, da nach den Hygienevorgaben feste Kohorten seit Schuljahresbeginn bestehen“, sagt Marko Jeschor. Auch eine Schließung der Schulen ist derzeit kein Thema. Dadurch, dass die Reinigungspläne angepasst und stets auf die Einhaltung der Abstandsregeln sowie der Husten- und Niesetikette geachtet würde, sei dies nicht erforderlich, teilte der Salzlandkreis mit.

Auch auf Landesebene herrscht keine Aufregung. Laut Ute Albersmann, Pressesprecherin im Sozial- und Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalts, sind die jüngsten Entwicklungen in Schönebeck und dem Salzlandkreis noch in keinem „bedenklichen“ Bereich. „Wir haben unser Corona-Ampel-System. Und mit weniger als zehn Fällen pro 100 000 Einwohner steht die Ampel im Salzlandkreis noch auf Grün“, so die Ministeriumssprecherin. Erst wenn zwischen zehn und 30 Fälle je 100 000 Einwohner registriert werden, wird die nächst höhere Warnstufe erreicht, mit der auch die Maßnahmen zur Eindämmung verschärft werden. Momentan sind Schönebeck und der Salzlandkreis also definitiv „kein Brennpunkt“, so Albersmann.

Termin ist erforderlich

Direkt vor Ort – in Schönebeck – wird auf diese neuen Entwicklungen schon reagiert. So wird es zu vermehrten Testanlässen kommen, schätzt Doktor Robin John vom Schönebecker Hausarztteam ein, der die Corona-Tests in seiner Fieberambulanz durchführt. Deshalb werden seit gestern nur noch Patienten mit einem Termin untersucht. So sollen große Menschenansammlungen am Fieberzentrum vermieden werden, um letztlich das Ansteckungsrisiko gering zu halten und die Patientensicherheit zu verbessern, so John. Der Arzt betont aber auch, dass ausreichend Testkapazitäten vorhanden sind. Sollte es erforderlich sein, können diese ausgebaut werden.

Darüber hinaus ist der „Corona-Drive-In“ bis auf Weiteres geschlossen. Die Öffnungszeiten der Fieberambulanz wurden im Gegenzug aber ausgeweitet.

Tests können unter anderem durch das Gesundheitsamt veranlasst werden – zum Beispiel nach Kontakt mit einer an Covid-19 erkrankten Person. Auch Rückkehrer aus Risikogebieten oder Menschen mit den klassischen Symptomen sollen sich testen lassen. Termine können online unter www.hausarztteam-schoenebeck.de/onlinetermin/ oder telefonisch vereinbart werden.

Überdies sind nicht nur in Schönebeck weitere Corona-Fälle registriert worden. Laut dem Fachdienst Gesundheit des Salzlandkreises sind zwei Reiserückkehrer aus Barby positiv getestet worden. Gleiches gilt für Pflegebedürftige und Mitarbeiter in einer stationären Pflegeeinrichtung in Bernburg.

Landrat Markus Bauer (SPD) betont derweil erneut, dass die Pandemie noch nicht überstanden ist. „Wir meistern die nächsten Monate nur gemeinsam. Und zwar dann, wenn sich jeder seiner Verantwortung für den nächsten bewusst ist.“ Er richtet deshalb erneut den Appell an die Bevölkerung, Abstand zu halten, wo notwendig Maske zu tragen und die Hygieneregeln strikt einzuhalten.