Calbe l „Das ist doch viel schöner so“, entledigte sich Besucherin Birgit Recklebe ihrer Schuhe, kaum dass sie den Rollrasen betreten hatte. Davon gibt es 2.000 Quadratmeter, die in der Tat eine Wohltat für die Besucherfüße sind. Es dauerte nicht lange, da stand auch Bürgermeister Sven Hause ohne Schuh und Strümpf hinter seinem Rednerpult. („Allein das Barfußgehen im Hegerbad ist Wellness“, bemerkte einer der Premiere-Gäste.)

Und noch etwas Kurioses geschah. „Wenn Sie in das Becken steigen, trinken Sie nach Herzenslust“, empfahl Johannes Ollmann. Damit spielte der Fachplaner auf die Trinkwasserqualität des Bades an, die mittels einer hochmodernen Filteranlage erreicht werde.

Wasser: 26 Grad Celsius

Die Besucherzahlen der neuen Anlage dürften zukünftig steigen. Denn alljenen, denen das Badewasser bei kühlen Lufttemperaturen zu niedrig war und aus diesem Grund weg blieben, sei gesagt: Eine Adsorberanlage auf dem Dach erwärmt das Wasser in den Becken. Gestern lag die Temperatur bei 26 Grad.

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Es sind die vielen Kleinigkeiten, die den Aufenthalt im neuen Hegerbad angenehmer machen. Über dem Kleinkinderbecken spendet ein „Sonnensegel“ Schatten, das gesamte Objekt ist behindertengerecht, es gibt 104 große Umkleideschränke, neun Helm- und 28 Wertfächer.

„Weitere Annehmlichkeiten sind geplant“, kündigte Bürgermeister Sven Hause an. Zum Beispiel freies WLAN oder eine kleine E-Trike-Bahn (elektrisches Dreirad). Auch eine Breitwellenrutsche und ein Spielplatz seien geplant, so die Finanzierung abgesichert sei. Der Bürgermeister erklärte, dass man die Breitwellenrutsche gern gebaut hätte, die aber nicht förderfähig war, weil es sie zuvor auch nicht gab.

Zaun und Videoüberwachung

Der neue Sozialtrakt mit seinen Wirtschaftsräumen, Sanitäreinrichtungen und dem Kiosk wird bei größeren Hochwassern mit sogenannten Dammbalken geschützt. Dafür sind Nute im Bauwerk vorgesehen. Apropos, Schutz. „Wir haben Vorkehrungen geschaffen, um das Eindringen von Dritten möglichst zu vermeiden“, deutete Hause auf einen zwei Meter hohen Zaun, der zusätzlich mit einem Übersteigschutz versehen ist. Grund waren in der Vergangenheit immer wieder Schwarzbader, die nach Schließung des Freibades kamen. Außerdem gibt es eine Videoüberwachung und eine Sicherheitsaufschaltung, die bei Einbrüchen wirkt.

Das alte Hegerbad (50 Meter Becken, Tiefe 2,10 Meter) bestand vollkommen aus einem Betonkörper. Jetzt bestehen die Becken (25 Meter, Tiefe 1,80 Meter) komplett aus Edelstahl.

Damit sich bei steigendem (Hoch-) Wasserstand der Beckenkörper nicht anhebt (und wie früher beschädigt wird), bleibt er im Winter mit Wasser gefüllt. So wird ein Gegengewicht erzeugt. Dank des Edelstahlkörpers verharrt die Wassertemperatur am Beckengrund auch im Winter bei vier Grad. Zwar bildet sich eine Eisfläche, die laut Fachplaner Ollmann infolge der metallischen Wärmeleitfähigkeit an den Rändern aber nie zufriert.

Tag der offenen Tür

Am heutigen Freitag, 2. August, ist Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt. Es erfolgen Rundgänge. Dabei werden die Anlagen sowie die Wasserfiltertechnik erklärt. Besonderer Höhepunkt sind Hubschrauberrundflüge über Calbe, die dank eines Sponsors nur 20 Euro pro Person kosten sowie viele Kinderbelustigungen.