Schackenthal/Sandersleben l In den Medien kursierte die Meldung, dass ein Sturm so stark an einem Windrad nahe der L 72 zwischen Schackenthal (Salzlandkreis) und Sandersleben (Mansfeld-Südharz) gerüttelt haben soll, dass dessen Flügel abgebrochen sei. 400 Meter soll das Rotorblatt durch die Gegend geflogen sein.

Volksstimme-Recherchen haben jetzt ergeben, dass diese Meldung falsch ist. „Wir wurden durch eine benachbarte Einsatzleitstelle in Anhalt-Bitterfeld informiert“, so Daniel Schürmann von der Einsatzleitstelle des Salzlandkreises gestern auf Anfrage. Ein Bürger habe den Windrad-Flügel bemerkt und daraufhin die Leitstelle alarmiert. „Erst später haben wir dann herausgefunden, dass die Anlage schon länger beschädigt war“, so Daniel Schürmann. Die Volksstimme rief bei der Stadt Aschersleben an, die mit dem Betreiber im Gespräch gewesen sein soll. Auch Stadt-Mitarbeiter Bernhard Fuchshuber stellte klar: „Der Sturm war nicht die Ursache für den Schaden.“

Bereich abgesperrt

Die beschädigte Windkraftanlage wird von der Bau- und Umwelttechnikgesellschaft für ökologisches Investment betrieben. Geschäftsführer Hermann Lanwermeyer sagte zu dem Vorfall: „Bereits am 16. Januar wurde die Anlage von einem Blitz zerstört.“ Damals sei das Rotorblatt heruntergeflogen und man habe den Bereich – der sich mehrere Hundert Meter von der L 72 und an keinem Fußgängerweg befindet – weiträumig abgesichert. Mit dem Sturm am Wochenende seien keine weiteren Teile heruntergeflogen, so Landwermeyer weiter.

Dass überhaupt ein Blitz in eine Windkraftanlage einschlägt, sei äußerst selten. „An unseren Anlagen gibt es Blitzableiter, die regelmäßig gewartet werden“, so Lanwermeyer. Der Blitz muss in dem Fall wohl seitlich eingeschlagen sein. Die Anlage soll in den nächsten Wochen repariert werden.