Calbe l Der Verschönerungsverein in Calbe will in Zukunft enger mit dem Schillergymnasium zusammenarbeiten. Das sagte der Vereinsvorsitzender Rudolf Conrad. Zwischen dem Verein und dem Gymnasium gebe es eine unterschriftsreife Vereinbarung, erklärte er. Das Gymnasium habe ein Interesse an einer Zusammenarbeit, weil es in der Saalestadt eine einzigartige Reihe von Denkmälern gibt. Dazu zählt auch ein Gedenkstein für den Schriftsteller Friedrich Schiller, der Namensgeber für das Gymnasium ist.

In den zurückliegenden Jahren hat sich der Verschönerungsverein diesen Gedenksteinen zugewandt und sie wieder in altem Glanz erstrahlen lassen. Der Vorgängerverein des heutigen Verschönerungsvereins hatte die Gedenksteine einst an der Saale aufgebaut und damit an große Künstler und Staatsmänner erinnert. Die Gedenksteine sind einzigartig und sind zudem ein Beweis dafür, wie vielseitig interessiert die Bürger einst in der Saalestadt waren.

Der Schillerstein ist dabei nur einer von vielen Gedenksteinen. Das Gymnasium, sagt Rudolf Conrad, wolle den Gedenkstein in Zukunft auch nutzen, um dort Veranstaltungen durchzuführen. Daneben wollen die Mitglieder des Verschönerungsvereins die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium aber auch nutzen, um mit den Schülern gemeinsame Projekte durchzuführen.

Rückblick in die Geschichte

„Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Schüler dabei mit der Geschichte des Verschönerungsvereins intensiv befassen“, meint er. Noch sei vieles in Vergessenheit geraten, bedauert er. Welche Rolle der erste Verschönerungsverein in der Stadt gespielt habe, lasse sich aus der heutigen Sicht nur noch erahnen. Die großen Industriellen in der Kleinstadt waren nicht nur Mitglied in dem Verschönerungsverein, sondern hatten dort auch wichtige Funktionen inne, weiß Rudolf Conrad. An der Saale verwandelte der Verein den Weg, der heute Verschönerungsweg heißt, in ein Kleinod. Die Menschen spazierten damals vor allem an den Wochenenden an der Saale entlang. Die Mobilität war damals noch stark eingeschränkt. Im Wesentlichen waren die Menschen in der Stadt gebunden. Sie sollten es aber schön haben.

Nach und nach entstand an der Saale eine Reihe von Denkmalsteinen, um an viele wichtige Persönlichkeiten der Gesichte oder der Gegenwart zu erinnern. Auch wenn die Steine nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Vergessenheit gerieten, blieben sie doch stehen. Den real existierenden Sozialismus überdauerten sie unbeachtet.

Erst nach dem Mauerfall und der neuen Gründung eines Verschönerungsvereins gerieten die Denkmalsteine wieder in den Blick der Bürger. Heute arbeitet der Verschönerungsverein daran, die einstige Pracht der Denkmäler wieder entstehen zu lassen.

Mitte bis Ende April, sagt Rudolf Conrad, wollte er mit den Mitgliedern wieder mit der Arbeit unter freiem Himmel beginnen. Die Baustelle soll dann am Goethestein eingerichtet werden. Der Goethestein ist das letzte große Projekt des vergangenen Jahres. Hier hatten sich die Vereinsmitglieder nicht nur die Aufgabe gestellt, das Denkmal wieder herzustellen. Gleichzeitig sollte auch die Quelle wieder unterhalb des Steins sprudeln.

Schüller könnten Anlagen pflegen

In der Bevölkerung gibt es noch viele schöne Erinnerungen an die Quelle. Das Wasser wurde zeitweise von den Bürgern genutzt. Über eine Drainage im Weinberg wurde einst das Oberflächenwasser gesammelt und unterhalb des Goethestein kam es an die Oberfläche. In einer aufwendigen Arbeit wollen die Mitglieder des Verschönerungsvereins diese Anlage wieder herstellen und dafür sorgen, dass auch dem kleinen Löwenkopf das Wasser wieder fließt.

Tatkräftige Unterstützung bei den jährlichen Projekten erhoffen sich die Mitglieder ebenso bei den Außenarbeiten von einer Zusammenarbeit mit dem Gymnasium. Die oberen Klassen könnten sich bei Projekttagen ebenso in die laufenden Arbeiten mit einbringen oder Anlagen regelmäßig mit pflegen, wünscht sich Rudolf Conrad.

„Wir wollen eine Brücke mit der Zusammenarbeit schlagen und die jungen Leute für die Geschichte in der Stadt interessieren und begeistern“, erklärt er. Schließlich haben die Projekte des Vereins einen großen geschichtlichen Hintergrund. Das solle unbedingt an die folgenden Generationen weiter gegeben werden. Schließlich wolle der Verschönerungsverein nicht erneut in der Geschichte verschwinden, wie der Vorgängerverein. Die Kunst sei es, das Interesse der jungen Leute zu wecken und dann für die Zukunft zu erhalten, meint er.