Stendal l Eigentlich war Andreas Hartwig der falsche Adressat. An der Entscheidung der Deutschen Bahn, den Bahnübergang am Wahrburger Ortsrand auf absehbare Zeit nicht mehr zu öffnen, war der Chefplaner des zweigleisigen Ausbaus der Strecke Stendal-Uelzen nicht beteiligt. Trotzdem äußerten die Wahrburger am Mittwoch bei einer Informationsveranstaltung zum Ausbau laut vernehmbar ihren Unmut.

Die Deutsche Bahn hatte den Übergang im März aus Sicherheitsgründen zugemacht. Kontrollen hatten zutage gebracht, dass der Bahnübergang nicht mehr geltenden Standards entspricht. Demnach muss ein Zug innerhalb von vier Minuten, nachdem er ein Lichtsignal ausgelöst hat, einen Bahnübergang mit Halbschranken passieren. Beim Bahnübergang in Wahrburg sollen aus dem Bahnhof anfahrende Züge dies nicht mehr eingehalten haben. Sind die vier Minuten überschritten, steige die Gefahr erheblich, dass Verkehrsteilnehmer versuchen, die Gleise zu überqueren, erläuterte Hartwig.

Keine tragfähige Alternative gefunden

Die Erklärung stellte die Anwesenden allenfalls teilweise zufrieden. Mit der Tatsache, die Trasse an dieser Stelle nicht queren zu dürfen, müssen sie sich dennoch abfinden. Jörg Böhnisch, Pressesprecher der Deutschen Bahn für den Bereich Mitteldeutschland, stellte auf Nachfrage der Volksstimme noch einmal klar, dass die Entscheidung nicht zurückgenommen werde. Zwar habe man Möglichkeiten geprüft, keine habe sich aber als tragfähig erwiesen. Anpassungen im Stellwerk und die Installation neuer Signale würde drei Jahre in Anspruch nehmen.

Böhnisch verweist außerdem auf den Streckenausbau. So lange nicht klar ist, wie dieser konkret abläuft, sei es wenig sinnvoll, in den Bahnübergang zu investieren. Drei Varianten werden derzeit diskutiert (Volksstimme berichtete). „Jede Variante verursacht wiederum umfangreiche, aber sehr unterschiedliche Anpassungen“, erklärt der Pressesprecher. Dabei werde auch die Variante betrachtet, Bahnübergänge durch Brücken zu ersetzen. „Damit besteht aktuell keine gesicherte Planungsgrundlage für den Bahnübergang Wahrburg“, fährt er fort.

Im Austausch mit der Stadt Stendal

 

Die Pläne habe man auch mit der Stadt erörtert, weil diese als Straßenbaulastträger mit den Kosten beteiligt ist. Man sei sich einig geworden, „die Variantenentscheidung zum zweigleisigen Ausbau der Strecke in Richtung Uelzen abzuwarten.“ Auf dieser Basis soll eine langfristige Lösung umgesetzt werden.