Naturschutz

100-jährigem Cochstedter Wahrzeichen geht's offensichtlich nicht gut

Fachleute müssen herausfinden, wie Stamm und Wurzel einer alten Eiche beschaffen sind

Von Nora Stuhr
Die alte Eiche in Cochstedt. Der Gebäudekomplex dahinter wird von einem privaten Investor seit längerer Zeit im großen Stil um- und ausgebaut. Dort sind schon ein Café entstanden und ein Laden.
Die alte Eiche in Cochstedt. Der Gebäudekomplex dahinter wird von einem privaten Investor seit längerer Zeit im großen Stil um- und ausgebaut. Dort sind schon ein Café entstanden und ein Laden. Foto: N. Stuhr

Cochstedt

Imposant, ehrwürdig, auf jeden Fall dicht verzweigt- Die Krone einer großen alten Eiche im kleinen Cochstedt ragt in die Höhe, geht in die Breite. Die vielen Zweige sind nicht nur Teil einer Eiche. Für Cochstedt ist es die Eiche. „Sie ist unser Wahrzeichen“, sagt Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart (Die Linke). Über ein Jahrhundert wächst sie schon. Als noch gefeiert werden konnte, hat Cochstedt seinem Baum sogar eine Veranstaltung gewidmet. Nicht nur das Eichenfest trägt den Riesen im Namen. Auch der gelbe Gebäudekomplex dahinter ist als „Eichengrund“ bekannt.

Doch die Verbindung und das historisch gewachsene Bild scheint nicht mehr sicher zu sein, denn dem Baum geht es offensichtlich nicht gut.

Firma mit Prüfung beauftragt

„Es hat eine Besichtigung stattgefunden“, berichtet Weißbart. Er informiert, dass ein Sachverständiger den Zustand der Eiche bewerten soll. Es sei eine Firma mit der Prüfung beauftragt. „Es soll ein Gutachten zur Stand- und Bruchsicherheit erstellt werden“, erklärt Weißbart. Er sprach davon, dass die Stamm- und Wurzelläufe untersucht werden. Weiterhin, so der Ortschef, werden Windlastberechnungen durchgeführt.

„Aufgabe war die Untersuchung der Restwandstärke aufgrund von Hohlklang im unteren Stammbereich“, informiert die Leiterin des Ordnungsamtes der zuständigen Stadtverwaltung in Hecklingen Marion Strecker.

Das Gutachten sei schon durchgeführt worden. „Wir warten jetzt nur noch auf das Ergebnis“, so Strecker gestern.

Die Stadt geht davon aus, in den nächsten Tagen informiert zu werden. Darauf aufbauend sollen Maßnahmen empfohlen werden, wie es weiter geht. Das sei aber erst möglich, wenn genau feststehe, in welchem Zustand die Eiche ist, so Weißbart. Er sprach davon, dass später auch ein Baumsachverständiger zurate gezogen wird. „Dann sehen wir, was gemacht werden kann.“

Bürgerin sorgt sich um Bodenverfestigung und Lichterkette

Im Moment tummeln sich neben der Eiche die Handwerker. Der Um- und Ausbau vom „Eichengrund“ geht weiter. Seit einigen Jahren wird der Gebäudekomplex zu einem Hotel mit Saal und Gaststätte ausgebaut. Die Frau des Investors Heike Möwes sagte der Volksstimme, dass sie und ihr Mann ein Interesse haben, dass es der Eiche gut geht und sie erhalten bleibt. Möglicherweise bekomme die Eiche zu wenig Wasser, weil drum herum alles befestigt sei, meinte sie. Heike Möwes machte zudem auf eine Lichterkette aufmerksam, die seit längerer Zeit in der Krone hängt. Sie sei schon „eingewachsen“. Da müsse mit Sicherheit auch was passieren. Sie müsste dann so angebracht werden, dass die Äste nicht „abgeschnürt“ werden, meint Heike Möwes.