Tierschutzverein

60 Katzen vermittelt

Der Tierschutzverein Staßfurt bilanziert 2015 bei Mitgliederversammlung.

Staßfurt l Der Tierschutzverein Staßfurt und Umgebung vermittelt jährlich rund 60 Katzen. Das berichtet Vorsitzende Ursula Sittig während der aktuellen Jahresversammlung. „Wenn die Tiere zu den neuen Besitzern kommen, müssen sie gesund sein. Floh- und Wurmbehandlungen sowie Impfungen sind selbstverständlich“, sagt die Vereinschefin. Aber auch kranke und verletzte Katzen, die den Ehrenamtlichen gemeldet oder vor der Auffangstation einfach ausgesetzt werden, würden eine besondere medizinische Betreuung benötigen, bevor sie neue Besitzer finden können. Der Verein kümmert sich darum und verweist deshalb auf entsprechende ausgaben. Die Tierarztkosten belaufen sich im Jahr 2015 auf rund 9400 Euro, berichtet Ursula Sittig. Zu dieser Summe kommen noch finanzielle Aufwendungen für Strom-, Wasser- und Abfallgebührenkosten.

Dankbar zeigt sich die Vereinschefin, dass die öffentliche Hand die Tierschützer teilweise unterstützt. Auch wenn die Förderung nicht für die gesamten Kosten ausreiche. So plant die Stadt Staßfurt einen Kooperationsvertrag mit dem Verein, der jährlich einen Zuschuss von 2000 Euro für Kastrationen beinhaltet. Die Verwaltungsgemeinschaft Egelner Mulde stellt für die gleiche Aufgabe jährlich Geld für 15 Katzen ein. „Das ist zwar nicht ausreichend, aber wir freuen uns.“ Von der Stadt Hecklingen erhält der Verein kein Geld, da die Kommune nicht über einen Haushalt verfüge.

Dass etwas erreicht werden kann, macht Ursula Sittig an einem Beispiel deutlich. 2015 erhielt der Verein von der Stadt Staßfurt insgesamt 2350 Euro. „Wir konnten davon 25 Katzen und 12 Kater kastrieren lassen. Damit werden in der Salzstadt sehr viel weniger Katzen geboren.“

Das Ziel insgesamt müsse sein, die unkontrollierte Vermehrung zu stoppen. Dafür leisten die Ehrenamtlichen auch Präventionsarbeit. Allerdings treffe man dabei nicht selten auf verhärtete Fronten. „Unser Aufruf an die Besitzer, eigene Katzen mit Freilauf unbedingt kastrieren zu lassen, stößt nicht immer auf Verständnis.“ Es gebe Bürger, die meinen, man müsse den „Tieren ihren Spaß lassen“. Das allerdings könne negative Folgen haben. „Bei großen Katzenansammlungen ist die Futtergrundlage knapp. Hungernde Tiere sind sehr stark krankheitsanfällig oder fügen sich untereinander Verletzungen zu.“ Ursula Sittig bittet deshalb darum, dass Katzenbesitzer den Aufruf ihres Vereins ernst nehmen und ihre Tiere kastrieren lassen.

Eine Gratwanderung bleibt nach wie vor, wie weit die Aufgaben des Vereins reichen. Darüber diskutieren die Vereinsleute seit Jahren mit den Ordnungsbehörden. Die Stadt beruft sich auf geltende Gesetze. Ausgesetzte Katzen oder Fundtiere sollen demnach an das Ordnungsamt übergeben werden, das sich um die Versorgung kümmert. Freilebende Katzen sollten in der Natur bleiben. Nehme man die Katzen an und füttere sie, würden sie in das Eigentum übergehen - man sei verantwortlich. Ursula Sittig findet das zu kurz gedacht. Man müsse auch die Tiere, die wild leben, im Blick haben, um die Population einzudämmen. Dafür sei eine individuelle Betreuung notwendig, so die Vereinsvorsitzende.

Der Tierschutzverein Staßfurt und Umgebung kümmert sich nicht nur in der eigenen Auffangstation um ausgesetzte Katzen und andere Tiere. Seine Arbeit ist breit aufgestellt.

Aufdecken
von Tiermisshandlungen

Ursula Sittig berichtet, dass der Verein mit Haltern des Gespräch sucht, wenn Tiere nicht gut gehalten werden und über die Haltungsbedingungen aufklärt. Passiere nichts, werde der Amtstierarzt hinzugezogen.

Kontrollen
bei vermittelten Tieren

Der Tieschutzverein kontrolliert, dass aus den Tierheimen geholte Katzen und Hunde ein gutes Zuhause bekommen.

 

Kontrolle der Tierheime, die sich dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen haben.

Der Tierarzt des Deutschen Tierschutzbundes hat auch die Auffangstation in Staßfurt am 12. Mai besucht und Anregungen für die weitere Arbeit gegeben.

Projektunterricht

Die Vereinsmitglieder besuchten  Schulen in Aschersleben, Staßfurt und Egeln sowie das Bürgerhaus in Staßfurt-Nord. „Es ist wichtig, dass bei Kindern das Interesse für Tiere geweckt wird und sie um Umgang mit ihnen geschult werden", sagt Ursula Sittig.

Vorhalten von Futterstellen

Telefonberatungen und persönliche Beratungsgespräche

 

Unterstützung bei Tierarztbesuchen von älteren Haltern

 

Tierbetreuung in der Zeit, in der Besitzer im Urlaub sind

 

Öffentlichkeitsarbeit mit Infoständen beim Salzlandfest und dem Tag der Regionen

 

Vermittlung über Volksstimme und Generalanzeiger