Bildungslandschaft Salzland: Erste große Konferenz am Dienstag im Schönebecker Inno-Life

Alle Akteure werden zusammengeführt

Von Daniel Wrüske

Die Bildungslandschaft Salzland schreibt sich der Kreis seit drei Jahren auf die Fahnen. Einer große Konferenz gibt jetzt Einblicke in Ergebnisse und führt Akteure zueinander.

Salzlandkreis l 300 Einladungen sind verschickt - die Besetzung der Fachvorträge und Fachforen-Referate ist hochkarätig - die Oberbürgermeister der vier großen Städte im Salzlandkreis sind eingeladen und Landrat Ulrich Gerstner wird sprechen: Die Kreisverwaltung lädt in der kommenden Woche zur ersten Bildungskonferenz unter dem Motto "Übergänge ohne Brüche" ein.

Seit drei Jahren wird die Bildungslandschaft initiiert: Die Erfahrung aus regional aufgestellten Netzwerken wird nun zusammengeführt und in eine Richtung gelenkt. "Wir wollen alle zusammenbringen, die sich beim Thema Bildung einbringen", sagt Dezernentin Petra Czuratis. Angesprochen seien Schulen, Kindertagesstätten, Bildungsträger, freie Träger, Unternehmen, Elternvertretungen, Sport- und Kultureinrichtungen.

Vision sei eine gut funktionierende Kooperation von schulischen und außerschulischen Angeboten, generationsübergreifende Bildung entsprechend des Kreismottos "Lebenslanges Lernen". Dabei sollten, so Petra Czuratis, die Akteure nicht "von oben herab" gesteuert werden, sondern wie ein Zahnradsystem agieren. Der Kreis verstehe sich als fachlicher Ansprechpartner und Unterstützer. "Gemeinsam können so viele Verantwortung für Bildung übernehmen."

Die theoretischen Grundlagen haben die Beteiligten bereits bei einem "Zukunftstag" am 4. Oktober in Aschersleben diskutiert. Als Ergebnisse stehen die Chancengleichheit in Lernprozessen, die Verbesserung der Abschlussquoten an den Schulen, die Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern, die Interessenaktivierung für Lernprozessen von Kindern bei ihren Eltern, Weiterentwicklung der Berufs- und Studienorientierung sowie selbstverwaltete Schulen.

Dezernentin Petra Czuratis meint, dass diese Schwerpunktsetzung gerade wegen der Bevölkerungsentwicklung im Salzland eine Rolle spiele. "Uns muss es gelingen, Mittel und Wege zu finden, dem Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen, aber auch neuen, spezifischen Bedarfen gerecht zu werden." Die Verwaltungsmitarbeiterin verleugnet nicht, dass Schulabbrüche und Brüche bei Übergänge zwischen den Schulformen und Schule-Beruf noch Thema seien, auch wenn die Zahlen insgesamt gesunken seien.

Durch Förderung sei es jetzt möglich, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, die aufgrund des eigenen Kreisetats kaum umsetzbar wären. Denn das Projekt Bildungslandschaft wird von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gefördert. Der Salzlandkreis ist eine von vier Modellkommunen bundesweit. Allerdings läuft die Förderperiode Ende des Jahres aus. Petra Czuratis ist zuversichtlich, dass die Bildungslandschaft nachhaltig trotzdem fortgeführt werden könne. "Das hat zuerst mit den Menschen zu tun, die mitmachen." Im Landkreis werden die Bildungsakademien, die Kreisvolkshochschule, Kreisbibliothek, Kreismuseum und Kreismusikschule in den großen Städten vereinen, wichtige Schnittstellen für die regionalen Bildungsnetzwerke sein.