Straßenreinigung

Ärger um Straßenreinigung: Anwohner aus der Bodestraße Staßfurt beschweren sich über den Zustand der Straße

Wird die Bodestraße in Staßfurt richtig gesäubert? Anwohner sagen: Nein. Der Stadtpflegebetrieb erklärt, warum die Vorwürfe haltlos sind, und erklärt das System der Straßenreinigung.

Von Enrico Joo 07.07.2021, 17:18
Die kleine Kehrmaschine dreht von Montag bis Freitag ihre Runden durch Staßfurt und die Ortsteile.
Die kleine Kehrmaschine dreht von Montag bis Freitag ihre Runden durch Staßfurt und die Ortsteile. Foto: Enrico Joo

Staßfurt - An einem Mittwoch muss es in den Morgenstunden zwischen 7 und 9 Uhr auf offener Straße wohl einen kleineren Disput gegeben haben.

Eike Rach (Mitarbeiter des Stadtpflegebetriebes und ausgebildeter Straßenwärter), der in Staßfurt eine der zwei, modernen Kehrmaschinen und hier speziell die kleine, wendigere Kehrmaschine fährt, war gerade in der Bodestraße im hinteren Bereich bei der Wendeschleife hinter dem DRK in seine Arbeit vertieft, als ein Anwohner auf ihn zukam.

Hier gibt es zwei Versionen, wie das Gespräch abgelaufen ist. Axel Christ, Anwohner in der Bodestraße, berichtet, dass sein Nachbar Eike Rach gefragt habe, warum in der Bodestraße nicht feucht gekehrt würde. „Da kommt ja hinten der Staub wieder raus“, sagt Christ. Heißt: Die Straße würde gar nicht richtig sauber werden. Die Antwort vom Kehrmaschinenfahrer wäre gewesen, dass den Anwohner das nichts angehe. Rach sagt nun selbst: „Ich habe nur gesagt, dass ich die Straße kehre, so wie ich es für richtig halte.“ Im freundlichem Ton.

Die Frage steht aber im Raum: Gibt es Probleme bei der Straßenreinigung in der Bodestraße? Die Antwort ist aus Sicht des Stadtpflegebetriebs eindeutig: Nein. Eike Rach hat sich die Zeit genommen, um die Hintergründe der Straßenreinigung und die Arbeit seiner Kehrmaschine zu erklären.

Kreislaufsystem, bei dem immer Wasser dabei ist

Natürlich gibt es ein ausgeklügeltes System. Von Montag bis Freitag gibt es einen genauen Tourenplan für die Kernstadt und die Ortsteile. Auf der Liste stehen 178 Straßen. Die Bodestraße ist am Mittwoch von 7 bis 9 Uhr dran. Gekehrt werden mit der kleinen Kehrmaschine laut Liste 622 Meter.

Und: Es wird feucht gekehrt. Beziehungsweise: Es kann gar nicht sein, dass der aufgesaugte Dreck hinten aus der Maschine wieder auf die Straße fliegt. „Es ist eine kleine Maschine mit großer Technik“, sagt Rach über seine Kehrmaschine.

Es handelt sich um ein Kreislaufsystem. Es gibt zwei Behälter mit einem Fassungsvermögen von 200 und 150 Liter. Der Dreck und Staub wird von der Straße aufgesaugt und im ersten Behälter mit einer Einspritzdüse mit Wasser gebunden. Dann wird das jetzt dreckige Wasser weiter geleitet und ein zweites Mal mit einer zweiten Düse gebunden.

Danach wird die Mischung aus Wasser und Dreck in einem weiteren Behälter gefiltert. Das Wasser wird über drei Siebe wieder gesäubert und läuft dann zurück in den ersten Behälter. „Es ist immer Wasser dabei“, sagt Rach. „Es kann also nicht stauben. Und es kann auch nichts wieder auf die Straße fliegen. Das geht technisch gar nicht nicht.“ Und das System ist ausgeklügelt. Der rausgefilterte Dreck bleibt im Behälter und sammelt sich an. Vier Mal am Tag wird der Behälter geleert. Der Dreck wird gesondert zwischengelagert und entsorgt.

Die Kehrmaschine sei dabei eben auch umweltfreundlich, weil sie das Wasser immer wiederverwendet. Trotzdem gibt es natürlich Verluste und einen Verbrauch an Wasser. Eike Rach fahre dabei sogar die Pfützen an, um Wasser aufzunehmen, damit nicht teures Trinkwasser verwendet werden muss für das Kreislaufsystem. Somit muss er nicht immer zu den entsprechenden Wasserentnahmestellen fahren und nachtanken.

Erste Beschwerde in fünf Jahren

Richtig ist aber, dass die zwei Bürsten vorn an der kleinen Kehrmaschine nur selten zum Einsatz kommen. Dort kann Eike Rach die Straßen mit Wasser benetzen. „Das mache ich aber wirklich nur bei starken Verschmutzungen. Wenn es im Sommer drei bis vier Wochen nur trocken war, dann kommen die Düsen und die Bürsten zum Einsatz“, sagt er.

So sei auch zu erklären, dass die Anwohner in der Bodestraße bisher nicht beobachtet hätten, dass die kleine Kehrmaschine die Straßen zusätzlich mit Wasser benetzt. Das war einfach nicht nötig. „Es hat ja doch immer mal wieder geregnet“, erklärt Rach. „Und es ist auch nicht sinnvoll, Wasser und Staub permanent zu mischen. Das verklumpt ja dann.“

Bekommt der Stadtpflegebetrieb viele Beschwerden von Anwohnern? „Nein. Es ist das erste Mal in fünf Jahren, dass jemand gemeckert hat“, so Rach.

Früher hat in dem hinteren Bereich der Bodestraße die große Kehrmaschine ihre Runden gedreht. Weil es aber vor zwei Jahren eine Neuanschaffung beim Fahrzeug gegeben hat und die große Maschine in den engen Straßen seitdem nicht mehr durchkommt, gab es einen Wechsel. Seitdem fährt nun also die kleine Kehrmaschine in der Bodestraße in Staßfurt und sorgt für entsprechende Sauberkeit auf den Straßen der Stadt.

Der Wendebereich der Bodestraße hinter dem DRK ist eng. Die große Kehrmaschine kommt hier nicht gut durch. Deswegen fährt die kleine Kehrmaschine den Bereich ab.
Der Wendebereich der Bodestraße hinter dem DRK ist eng. Die große Kehrmaschine kommt hier nicht gut durch. Deswegen fährt die kleine Kehrmaschine den Bereich ab.
Foto: Enrico Joo