Müll

Bürger in Groß Börnecke ärgern sich über Dreckecken

Von Nora Stuhr
Jäger haben in Groß Börnecke diesen Haufen Müll gefunden. Foto: Jens Michelmann

Groß Börnecke

Immer wieder sorgt Müll für Ärger. Wut über die Unvernunft derjenigen, die Unrat achtlos in der Natur abladen, ist aktuell in Groß Börnecke alles andere als klein. Jäger finden in ihrem Revier regelmäßig unliebsame Überraschungen. Eine ganze Mülltonne, ein Wagenrad, altes Plastik-Spielzeug, Schrott, Schotter, alte Baustoffe – so ein illegaler Haufen wurde kürzlich von Jens Michelmann gefunden. Er ist Jäger und Naturfreund. Die Entdeckung machte er während einer Tour mit dem Fahrrad am vergangenen Wochenende. „Ich denke, dass die Täter den Müll vom Sonnabend zum Sonntag abgeladen haben“, meint er. Wenn man vom alten Steinbruch die Straße unten Richtung R1 hochfahre, liege der Dreck in der Groß Börnecker Gemarkung. Nicht weit weg ist der Europaradweg R1. In der blauen Tonne hätten sich leider keine Papiere gefunden, die Hinweise auf die Täter zugelassen hätten. Michelmann ergänzt, dass darin weiterer Bauschutt war. „Das sieht alles verdächtig nach Baustelle aus. Als ob jemand eine solche aufgeräumt hat“, denkt der Jäger. Es ist nicht der erste Müllberg, den er in der Landschaft finden muss.

Er und die anderen Mitglieder der Pächtergemeinschaft aus Groß Börnecke führen Jahr für Jahr in ihrem Revier einen Frühjahrsputz durch, kümmern sich selbst darum, dass es sauber ist. Dafür stellt der Kreiswirtschaftsbetrieb (KWB) des Salzlandkreises der Stadt Hecklingen kostenfrei Container zur Verfügung. Auch in diesem Jahr wurde ein solcher bei der Verwaltung von den Jägern angemeldet.

Illegale Schuttplätze

Denn der Bedarf ist da, muss Michelmann mit Bedauern mitteilen. „Wir haben noch mehr Müllberge. Sie liegen an Gehwegen, an Baumstreifen, auf Wiesen.“ Dabei handele es sich fast immer um Sachen, die auf den Wertstoffhöfen des KWB abgegeben werden könnten. Das koste mitunter nichts oder nicht viel, so der Groß Börnecker.

Bleibt zu fragen, was die Stadt Hecklingen gegen Müllsünden unternimmt? „Wenn Müll innerhalb unserer Gemarkung liegt, dann melden wir das dem KWB. Dieser entsorgt ihn. Das passiert meist relativ schnell“, teilt die Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Hecklingen Marion Strecker mit.

Doch der Ärger mit den illegalen Schuttplätzen ist nicht der einzige Aufreger seiner Art. Weitere Beschwerden darüber, dass Dinge mutwillig beschädigt oder kaputt gemacht werden, sorgen für Frust.

Teich verschmutzt

Der Vorsitzende vom Kultur- und Sozialausschuss des Stadtrates in Hecklingen Randolph Schwabe-Bolze (CDU) macht seinen Sorgen in einem Schreiben Luft. Das hat er Stadträten und der Verwaltung zukommen lassen. „Es liegt mir was auf der Seele“, so Schwabe-Bolze darin. Er berichtet, dass er in den vergangenen Tagen im Ort unterwegs war, um zu sehen, wie es hinter der Schule auf dem alten Sportplatz, hinter dem Gemeindehaus und im Park aussieht. Das Fazit fällt für den Mann aus Groß Börnecke ernüchternd aus: Die Tür einer alten Garage sei demoliert, Bänke mitunter kaputt. Vor allem der Park erschrecke. Schwabe-Bolze ist schockiert, wie es dort aktuell aussieht. „Von Glasscherben, und einer kaputten Bank über Müll bis hin zum Hundekot ist alles vertreten“, hält er seinen Eindruck in dem Schreiben fest.

Der Zustand sei schlimm. Ein kleiner Teich sei komplett zugemüllt. „Eine Umweltkatastrophe. Da liegt ja wohl alles drin, wie in einer Müllhalde.“ Schwabe-Bolze, der auch stellvertretender Vorsitzender des Stadtrates ist, kann das nicht nachvollziehen.

„Ich denke, hier muss was passieren“, teilt er weiter mit. Denn dieser Teich sei nur ein Zwischenabschnitt. Danach werde das Wasser in den Bauernteich weitergeleitet. Gleich daneben – das ganze Gebiet ist bekannt als die Domäne – befindet sich ein Bolzplatz. Weil es in dem Bereich schon seit Jahren immer wieder Probleme der geschilderten Art gibt, hatten freiwillige Helfer – darunter auch Jugendliche – im vergangenen Jahr eine Aktion gestartet. Der Bolzplatz wurde auf Vordermann gebracht.

Appell an die Vernunft

Jetzt sieht es dort und im Umfeld wieder dreckig aus. „Die Helfer von damals werden sicher nicht wieder zur Verfügung stehen“, schätzt Schwabe-Bolze. Er hat daher das Gespräch mit der zuständigen Verwaltung in Hecklingen und anderen Leuten aus der Kommunalpolitik gesucht, um eine Lösung zu finden.

Die Stadt Hecklingen kennt die Probleme in der Domäne in Groß Börnecke. „Der Bereich wird von uns täglich kontrolliert“, teilt Marion Strecker mit. Sie sagt, dass der Außendienstmitarbeiter der Stadt auch an zwei Tagen in der Woche bis 22 Uhr unterwegs ist und Kontrollen durchführt.

Wird Ortsbürgermeisterin Ethel-Maria Muschalle-Höllbach (Wählergemeinschaft Hecklingen/WGH) auf die Probleme im Park, am Teich und auf dem Bolzplatz angesprochen, sagt sie, dass immer wieder mit Jugendlichen, die sich dort aufhalten, gesprochen wurde. Sie könne das alles nicht mehr nachvollziehen. „Gullydeckel werden am Radweg in einen Graben geschmissen. Ich weiß nicht, was da los ist.“ Man könne nur immer wieder an die Vernunft aller appellieren, solche Aktionen zu unterlassen. „Das muss im Kopf ankommen.“ Die Ortsbürgermeisterin sagte, traurig zu sein. Ehrenamtliche würden sich bemühen, was auf die Beine zu stellen, das dann wieder kaputt gemacht werde. „Das kostet alles Geld“, hat die Chefin des Stadtrates in Hecklingen keine Verständnis. Sie denkt dass weiterhin daran festgehalten werden muss, die Jugend in die Saubermachaktion und in die Fertigung der Angebote mit einzubeziehen.

Eine kaputte Bank in Groß Börnecke.
Fotos (2): R. Schwabe-Bolze