Landgericht Magdeburg

Der Untreue-Prozess ums Abwasser in Calbe zieht sich hin

Von Thomas Höfs
Am Landgericht Magdeburg wird zum Abwasserverband Saalemündiung aus Calbe verhandelt. Mario Heinicke

Calbe/Magdeburg

Der Prozess gegen am Landgericht Magdeburg gegen den ehemaligen Geschäftsführer und seinen Stellvertreter beim Abwasserzweckverband Saalemündung wird länger dauern, als zunächst geplant. Das Gericht hat nach einigen Beweisanträgen der Verteidigung der beiden Angeklagten mehrere zusätzliche Termine anberaumt.

In den Beweisanträgen gehe es der Verteidigung darum nachzuweisen, dass den Ausgaben für die Entwicklung eines Verfahrens zur Behandlung von Klärschlammen, um sie wieder für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, ein Wert gegenübergestanden habe, sagte Michael Moeskes, des den ehemaligen Geschäftsführer vertritt. Angeklagt sind die beiden Männer wegen Untreue. Allerdings seien sowohl Staatsanwaltschaft als auch das Landgericht vor Jahren nicht von der Anlage überzeigt gewesen, erinnert der Verteidiger. Zunächst habe die Staatsanwaltschaft keine Anklage erheben wollen. Als dies nach einer Beschwerde dann passierte, habe das Landgericht ein Verfahren abgelehnt. Dies kam in diesem Jahr erst zustande, nachdem sich die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht darüber beschwert hatte.

Laut Anklage sollen die beiden Beschuldigten 1,255 Millionen Euro bei der Entwicklung eines Projektes zur künftigen Nutzung von Klärschlamm veruntreut haben. Die beiden Angeklagten haben dies bestritten und aus ihrer Sicht die Dinge dargestellt. In dieser Woche gibt es zwei Termine in dem Verfahren. Ein Urteil könnte nun erst Mitte Juni zu erwarten sein, sieht die neue Planung des Landgerichts in dem Verfahren vor.