Wohnungsgesellschaft

Fast ein Drittel der Wohnungen vom Hecklinger Eigenbetrieb stehen leer

Von René Kiel
Ein tristes Bild geben viele leerstehende Mietshäuser in Hecklingen ab.
Ein tristes Bild geben viele leerstehende Mietshäuser in Hecklingen ab. Foto: René Kiel

Hecklingen - Der Stadtbetrieb St. Georg, ein kommunaler Eigenbetrieb der Stadt Hecklingen, zu deren Anlagevermögen 156 Wohnungen und sieben Gewerbeeinheiten in Hecklingen und Cochstedt gehören, strebt für dieses Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis an. Das sieht der Wirtschaftsplan 2021 vor, den der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen hat.

Verkauf steht zur Debatte

Von den 163 Objekten stehenzurzeit 48 leer, was einer Quote von zirka 29 Prozent entspricht, teilte Betriebsleiterin Kerstin Jahn in ihrem Bericht mit. Betrachte man diesen Leerstand, so seien wie in den Vorjahren davon zirka 90 Prozent nicht beziehungsweise erst nach größerem Instandhaltungsaufwand vermietbar, schätzte sie ein. Zu den Mietobjekte, welche darunter fallen, gehören die zehn Wohnenheiten Gaensefurth 35/36 und die vier Wohneinheiten am Goetheplatz 13 in Cochstedt. „Hier sollte ein Verkauf möglich sein“, so Jahn.

Für die BlauersteinstraBe 13b ( acht Wohnungen ), die BlauersteinstraBe 18 ( vier Wohnungen), die Hermann Danz Straße 105/106 ( vier Wohnungen ) in Hecklingen sowie für die FriedensstraBe 13/15 (elf Wohneinheiten) und die NiederstraBe 20, 22, 24 und 26 sieben Wohnungen) in Cochstedt hält der Stadtbetrieb einen Abriss für sinnvoll. Am ehemaligen Schützenhaus in der Hermann-Danz-StraBe 102 in Hecklingen und in der MarktstraBe Cochstedt sei bereits ein Teilabriss vorgenommen worden, so Jahn. Ihren Worten zufolge fallen durch den gesamten Leerstand jahrlich zirka 19.000 Euro an Nebenkosten und SieherungsmaBnahmen an. Der Leerstand von vermietbaren Wohnungen im Ortsteil Cochstedt habe sich nieht weiter erhöht. Die Mittel werden vorrangig in den Wohnungen eingesetzt.

Jahn: „Die erzielbaren Mieteinnahmen belaufen sich auf insgesamt 310.000 Euro.“ Schwerpunkt der Arbeit des Eigenbetriebes sei es, den vorhandenen Wohnraum wieder besser vermietbar zu machen, zum Beispiel durch den Umbau der Bäder mit Duschen statt Badewannen.

Wohnungsverwaltung für Dritte

Zudem verwaltet der Stadtbetrieb für private Investoren zurzeit 301 Wohnungen und Gewerberäume beziehungsweise Ein- und Mehrfamilienhäuser in Hecklingen, Cochstedt und Staßfurt. Daraus ergeben sich für das Unternehmen Einnahmen in Höhe von rund 66.000 Euro pro Jahr.

Die Gesamteinahmen sollen in diesem Jahr 548.500 Euro betragen. Davon entfallen 153.900 Euro auf den Personalaufwand und 143.400 Euro auf Reparaturen, Instandhaltungen und Investitionen. Die Gewinn- und Verlustreehnung 2021 weist einen Gewinn in Höhe von 3600 Euro aus. „Durch die jetzt bedeutend geringere Tilgung der noch vorhandenen Darlehen können Investitionen geplant werden, welche im Vermögensplan 2021 ausgabeseitig beücksichtigt wurden. Vorrang hat die Tilgung des Kassenkredites, der noch einen Restbetrag in Höhe von 150.000 Euo ausweist und sich gegenüber 2020 um 30.000 Euro verringert hat“, informierte die Betriebsleiterin.

Die Liquiditätsbetrachtung zeige auf, dass die Einnahmen die Ausgaben abdecken. Die verringerten Zins- und Tilgungsleistungen hätten die Liquidität des Stadtbetriebes verbessert. „Unser Ziel“, so Jahn, „ist es weiterhin, die Wohnqualität der stadteigenen Wohnungen mit den finanziell vorhandenen Mitteln schrittweise zu verbessern.“

Das kommunale Unternehmen war Anfang der 1990er Jahre durch das Missmanagement von privaten Gesellschaftern in die finanzielle Schieflage geraten. Sie hinterließen einen Schuldenberg von mehr als drei Millionen Euro, den die Stadt und der Betrieb zu Lasten von Investitionen Mieter über Jahre mühsam abtragen mussten.