Abwasser

Gebühr steigt

Der Wasser- und Abwasserzweckverband „Bode-Wipper“ plant ab 2017 eine Erhöhung der Grundgebühr für die zentrale Abwasserbeseitigung.

Staßfurt/Hecklingen/Egeln l Im Bereich der "Bodeniederung" gibt es Preisveränderungen beim Abwasser im Abrechnungsgebiet II. Das sind die Orte, die zum ehemaligen Abwasserzweckverband „Bodeniederung“ gehören. Rund 8800 Haushalte in Neundorf, Löderburg, Neustaßfurt, in den Ortsteilen der Stadt Hecklingen und der Egelner Mulde sind von der Erhöhung betroffen. Laut aktueller Gebührensatzung beträgt die Grundgebühr acht Euro je Monat und Wohneinheit. Neun Euro sollen es zukünftig sein. Gleichzeitig will der Verband aber die Mengengebühr für Abwasser von 3,72 pro Kubikmeter auf 3,30 Euro pro Kubikmeter senken.

WAZV-Geschäftsführer Andreas Beyer hat die angedachten Veränderungen jetzt öffentlich vorgestellt und begründet. Demnach läuft die Kalkulationsperiode 2014 bis 2016 jetzt aus.

Der Verband muss für die wieder auf drei Jahre ausgelegte Neukalkulation ab 2017 die tatsächlich entstandenen Kosten mit den geplanten abgleichen. „Die Abwasserentsorgung ist enorm fixkostenabhängig. Die fixen Kosten machen 75 bis 80 Prozent der Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung aus“, sagt Andreas Beyer. Kläranlagen und Kanäle müssten vorgehalten werden und funktionieren, egal welche Mengen anfallen würden.

Momentan stellen sich die anfallenden Abwassermengen im Verband stabil dar, obwohl die Bevölkerung zurück geht. Das wird erreicht, so Andreas Beyer, weil gewerbliche Verbraucher viel Wasser benötigen, also auch viel Abwasser produzieren.

Wichtiger ist jedoch, dass immer mehr private Haushalte an die zentrale Schmutzwasserbeseitigungseinrichtung angeschlossen werden, dezentrale Kleinkläranlagen und Sickergruben verschwinden. Zuletzt in Cochstedt. An sich lobenswert, so der WAZV-Chef. Doch: „Mit dem Erreichen des Endanschlussgrades beim Schmutzwasser im Gebiet II Ende Dezember wird sich der Effekt der Neuanschließungen 2017 nicht weiter fortsetzen und perspektivisch gesehen umkehren. Immer weniger Bürger würden dann mindestens gleichbleibende oder sogar steigende Kosten tragen müssen.“

Mit der Erhöhung der Grundgebühr um einen Euro stellt der Verband sicher, dass ein Kostendeckungsgrad der Fixkosten von 34 Prozent erreicht wird, derzeit liegt er bei 30 Prozent. „Laut Rechtsprechung dürfen Fixkosten komplett über eine Grundgebühr refinanziert werden“, so Andreas Beyer. Es sei wirtschaftlich geboten, dafür Sorge zu tragen, dass für den Ausgleich fixer Kosten auch feste Einnahmen aus Grundgebühren zur Verfügung stehen.

Dabei müsse es gleichzeitig Ziel sein, die Kosten für die Abwasserbeseitigung möglichst stabil zu halten. Das wiederum hängt mit der Entwicklung der Mengen zusammen. Hier plant der WAZV für sein Gebiet II, die Mengengebühren für das Abwasser um eingangs beschriebene 0,42 Euro je Kubikmeter zu reduzieren. Sprich: Die Verbraucher könnten mehr Abwasser produzieren. Wassersparen ist unattraktiv. Ob das aufgeht, muss offen bleiben, angesichts ebenfalls durch hohe Fixkosten beeinflusster Trinkwassergebühren. Ist nicht eher Wasser sparen die Devise. Andreas Beyer: „Natürlich steht der Schutz der Ressourcen immer im Vordergrund. Allerdings müssen wir in unserer Gegend nicht wirklich mit Wasser sparen, das genug vorhanden ist. Daher ist das ein zweischneidiges Schwert. Sparen verteuert die Sache, verschwenden spricht gegen den Ressourcenschutz. Der Mittelweg wird wohl ein verantwortungsvoller Umgang sein.“

Der WAZV will die neuen Abwassergebühren für das Gebiet II in seiner Verbandsversammlung am 13. Dezember vorstellen und durch die Mitglieder, also Vertreter aus Kommunen, beschließen lassen. Der Staßfurter Finanzausschuss dhat dafür bereits grünes Licht gegeben. Der Stadtrat muss das noch bestätigen.