Streit

Hört Hin und Her zum Standort-Wechsel für den Spielplatz in Lust bald auf?

Der Spielplatz im kleinen Ortsteil Lust hat schon für ordentlich Schlagzeilen gesorgt. Der Ortschaftsrat war gegen einen Standort-Wechsel, der Sozialausschuss dafür. Es folgten Unterschriften-sammlung und Vor-Ort-Termin. Das Thema wird nun nochmals im Sozialausschuss beraten.

Von Falk Rockmann
Um diese Fläche, den Spielplatz von Lust, herrscht ein großes Gerangel.
Um diese Fläche, den Spielplatz von Lust, herrscht ein großes Gerangel. Foto: Franziska Richter

Löderburg-Lust - Was ist da bloß los in dem kleinen Örtchen am Braun’schen Kreuz? Offensichtlich geht es nicht nur um den Standort für zwei Spielgeräte.

Ortschaftsrat fühlte sich überrumpelt und übergangen

Der Ortschaftsrat Athensleben fühlte sich von einer Entscheidung des Sozialausschusses überrumpelt, ja sogar übergangen. Während die ortsansässigen Volksvertreter mehrheitlich für einen Verbleib des Spielplatzes an der jetzigen Stelle waren, meinte es der Sozialausschuss in Staßfurt eigentlich gut, in dem er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte: Nämlich eine alte Scheune abreißen und die Attraktivität des Spielplatzes bei einem Umzug erhöhen. Durch Fördermittel in Höhe von rund 50000 Euro aus dem Leaderprogramm hätte die Stadt Eigenmittel in Höhe von lediglich etwa 6000 Euro aufzubringen. Hinzu kam, dass die bisherige Spielplatzfläche Bauwilligen für vier Wohngrundstücke angeboten werden hätte können.

Das passte aber den meisten Ortschaftsräten alles überhaupt gar nicht.

Die Folge: Eine Unterschriftensammlung zeigte, dass mehr als die Hälfte der Einwohner von Athensleben, Rothenförde und Lust gegen eine Standortverlegung ist.

Nächste Folge: Ein Vor-Ort-Termin wurde Mitte Juli angesetzt. Unter reger Beteiligung des Ortschaftsrates und des Ausschusses für Jugend, Senioren und Soziales.

Für Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) ließ dieser Termin erkennen, dass allen Beteiligten das Thema sehr wichtig ist. Auch sehr viele Einwohner von Lust hätten an der öffentlichen Diskussion unter freiem Himmel teilgenommen. Wie der OB weiter als Ergebnis des Termins zusammenfasst, seien „in sachlicher Atmosphäre alle Vor- und Nachteile beleuchtet worden“. Fragen hätten beantwortet werden können und die Planung sei erläutert worden. Alle Anwesenden hätten sich ein Bild von dem potenziellen Aussehen des neuen Spielplatzes machen können.

Die Ausschussmitglieder erkannten offensichtlich die Brisanz ihrer Entscheidung und verkündeten den Anwesenden schließlich, dass man noch einmal über die Umverlegung beraten und beschließen werde.

So steht der Beschluss zur Umverlegung des Spielplatzes am 7. September erneut auf der Tagesordnung des Sozialausschusses.

Stadträtin Bianca Görke (Linke) war sauer aufgestoßen, dass bislang von einem Kaufinteresse für die Scheune seitens der Stadt nichts bekannt gemacht worden sei.

Tatsächlich hatte beim Vor-Ort-Termin ein Bürger Interesse geäußert, die Scheune kaufen zu wollen, um sie zu Lagerzwecken zu nutzen. „Die Instandsetzung des maroden Dachtragwerkes würde von ihm eigenverantwortlich übernommen werden“, übermittelte OB Wagner zu dieser Sache. Ein schriftliches Kaufinteresse sei jedoch bei der Verwaltung bis Freitag nicht eingegangen.

Fünf Kinder bis sechs Jahre wohnen in Lust

Derzeit leben in Lust übrigens fünf Kinder im Alter bis sechs Jahren und sechs Kinder in der Altersgruppe zwischen 13 und 17 Jahren.

Der jetzige Spielplatz werde nach Auskunft des Ortschaftsrats auch von den Anwohnern des Ortsteiles Lust für Feste und Feiern genutzt – wenn das nach Corona wieder möglich ist.