Bienenfresser

In Groß Börnecke gelingt dem Hobbyfotografen Karl Heinz Meier gut getarnt eine seltene Aufnahme

Wer aufmerksam ist, könnte in Groß Börnecke hier und da einen ungewöhnlich bunten Vogel entdecken. Der sogenannten Bienenfresser wurde gesichtet. Um ihn vor die Linse zu bekommen, hat ein Naturfreund auf eigene Faust eine Expedition unternommen.

Von Nora Stuhr
Diese Aufnahme hat Karl Heinz Meier in der Umgebung von Groß Börnecke gemacht. Dort leben Bienenfresser. Das sind sehr seltene in Deutschland nicht heimische Vögel, die laut Nabu nur in  in warmen Regionen in Rheinland-Pfalz, am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt brüten.
Diese Aufnahme hat Karl Heinz Meier in der Umgebung von Groß Börnecke gemacht. Dort leben Bienenfresser. Das sind sehr seltene in Deutschland nicht heimische Vögel, die laut Nabu nur in in warmen Regionen in Rheinland-Pfalz, am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt brüten. Foto: Karl Heinz Meier

Groß Börnecke - Ein Campingstuhl , Sonnenschirm, Sonnencreme, ausreichend Wasser und Proviant. Was klingt wie die Aufzählung von Zubehör, das einem Angler gehört, ist aber für eine andere Expedition bestimmt. Kein Kescher, keine Angelrute, keine Köder. Wenn Karl Heinz Meier aus Groß Börnecke loszieht, muss er vorher trotzdem viel einpacken, auch wenn es sich nicht um Zubehörteile handelt, die jemand mitnimmt, der fischen geht.

Meier hat dafür seine Kamera samt Equipment im Gepäck. In seiner Freizeit beobachtet der Groß Börnecker die Natur. Er ist begeisterter Hobbyfotograf und legt sich mitunter gut getarnt in einem Versteck mehrere Stunden auf die Lauer. Er wartet, um genau im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken und besondere Tiere vor die Linse zu bekommen.

Das ist ihm jetzt wieder gelungen. Das Tier, das er ablichten konnte, ist ein sogenannter Bienenfresser.

Der Exot lebt gern bei Groß Börnecke

Wo diese bunte Schönheit bei uns lebt, möchte der Naturfreund zum Schutz der Lebewesen lieber für sich behalten, damit niemand dorthin zieht und das seltene Tier stört. „Sicher ist aber“, erzählt er, „dass der Exot sich auch in diesem Jahr wieder in der Umgebung von Groß Börnecke eingenistet hat.“ Nur so viel verrät Meyer.

Bleibt zu fragen, wie er dazu kommt, gerade diesen Vogel zu fotografieren und zu beobachten? Wie ist er auf ihn aufmerksam geworden? Meier meint, dass er es einfach schön und herrlich findet und die Ruhe im Grünen mit ihren Besonderheiten genießt. Jemand habe ihm den Tipp gegeben, dass der Bienenfresser auch bei uns anzutreffen ist. „Wer genau hinschaut, könnte ihn quasi überall sehen. Die Tiere sind wieder in Groß Börnecke und schwärmen aus“, meint Meier. „Ich habe in diesem Jahr das erste Mal einen gesehen, als ich im Klingelloch spazieren war“, berichtet er und meint, dass man einfach wachsam sein muss. Die meisten Leute würden den schönen Vogel nicht kennen und staunen, wenn sie ihn erstmals sehen. Meier hat sich informiert und kann über den ungewöhnlichen „Flieger“ allerhand berichten.

Klimawandel sorgt für Ansiedelung

„Die Bienenfresser leben noch nicht lange hier. Sie kommen eigentlich aus dem Mittelmeerraum, aber durch Klimaveränderung ziehen sie mehr in den Norden“, sagt er. Meier meint weiter, dass es nur wenige große Gebiete in Deutschland gibt, in denen die seltenen Vögel anzutreffen sind: „Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Bayern“, zählt er die ihm bekannten Regionen auf.

Zur Gestalt hat er einen passenden Vergleich. „Sie sehen ein bisschen aus wie kleine Papageien“, schmunzelt Meier und kann zudem berichten, wie und auf welche ungewöhnlichen Orten die Bienenfresser ihre Nester bauen. „Sie sind sogenannte Erdhöhlenbrüter. Das heißt, sie bohren Löcher in Lehm, Sand oder Erde. Und darin bauen sie ihre Nester, um vor Räubern geschützt zu sein.“ Gern würden sich die Bienenfresser in Gegenden niederlassen, wo es Brüche gibt oder Uferböschungen.

Lange unterwegs für ein gutes Foto

Wenn Meier sich auf Bienenfresser-Fototour begibt, kommt er so schnell nicht wieder nach Hause. Teleobjektiv und Stativ sind seine Begleiter.

Mitunter drückt er zig mal auf den Auslöser. Und nicht nur das. Er filmt den Flügelschlag auch, weil ihm das Freude bereitet. Jetzt zur nahenden Sommersonnenwende lade das Licht besonders dazu ein.

Doch zurück zum Bienenfresser. Meier sagt, dass er sich viel Wissen angelesen hat. Als Quelle nennt er den Nabu (Naturschutzbund Deutschland e.V.). Dieser hat ein Vogelporträt über den Bienenfresser veröffentlicht.

Darin heißt es, dass die Farbenpracht des Bienenfressers exotisch wirkt. „Kaum ein Brutvogel hat bei uns ein so buntes Gefieder. Sein Brutvorkommen ist jedoch sehr zersplittert: Es gibt nur wenige Brutpaare, die meist in warmen Regionen in Rheinland-Pfalz, am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt brüten. Der Bienenfresser jagt nicht nur Bienen, sondern auch andere fliegende Insekten. Zum Überwintern zieht er in den Süden Afrikas“, informiert der Nabu.

Karl Heinz Meier
Karl Heinz Meier
Quelle: vs