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Mittagsruhe in Saale-Wipper abgeschafft

Von Falk Rockmann
Grünflächenpflege über die Mittagszeit ist künftig in den Orten der Verbandsgemeinde Saael-Wipper wochentags nicht nur Firmen motorisiert erlaubt. Denkmale - der Saalplatz hier in Alsleben hat davon einige zu bieten - darf man weiter nicht beklettern, dafür aber Bäume. Foto: Falk Rockmann
Grünflächenpflege über die Mittagszeit ist künftig in den Orten der Verbandsgemeinde Saael-Wipper wochentags nicht nur Firmen motorisiert erlaubt. Denkmale - der Saalplatz hier in Alsleben hat davon einige zu bieten - darf man weiter nicht beklettern, dafür aber Bäume. Foto: Falk Rockmann Foto: Falk Rockmann

Alsleben/Güsten

Eine rege Diskussion eröffnete die Verwaltungsvorlage für die Gefahrenabwehrverordnung der Verbandsgemeinde, welche alle zehn Jahre zu erneuern ist.

Die Saale-Wipper-Mitgliedsgemeinden waren dazu um ihre Vorstellungen gebeten worden und brachten sie ein. Demnach war im Stadtrat Güsten und im Gemeinderat Giersleben die Abschaffung der Mittagsruhe werktags, also von Montag bis Sonnabend, favorisiert worden. Demgegenüber wollten Alsleben und Plötzkau am Sonnabend weiterhin Ruhe walten lassen. Ilberstedt hat den Anspruch, an der Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr an allen Tagen festzuhalten.

Unberührt von der Diskussion blieb die Sonn- und Feiertagsruhe.

Rasenmähen auch mittags erlaubt

Die Verwaltung schlug nunmehr vor, Motorengeräusche, sprich von Rasenmähern und Kettensägen beispielsweise, künftig unter der Woche von Montag bis Freitag zu erlauben.

Andy Nagel (Saale-Wipper-Fraktion) blieb im Verbandsgemeinderat Mittwochabend hartnäckig und lehnte diesen Kompromiss ab. „Für Montagearbeiter ist der Sonnabend der einzige Tag, wo sie zu Hause was schaffen können“, so der Amesdorfer Unternehmer. Seine Plötzkauer Fraktionskollegin Ines Querfurth dagegen verteidigte, dass die Menschen am Wochenende Ruhe bräuchten, insbesondere Kinder ihre Mittagsruhe.

Sie fand Unterstützung beim Ilberstedter Bürgermeister Lothar Jänsch (Saale-Wipper): „Kettensägen und Rasenmäher müssen nicht den ganzen Tag laufen.“ Es gäbe ja auch nicht nur lärmintensive Arbeiten.

Mittagsruhe in Saale-Wipper abgeschafft

Nach Meinung des Giersleber Bürgermeisters Peter Rietsch (Bürgerfraktion) sollten die „Leistungsträger, die in der Woche arbeiten, nicht anders behandelt werden als Firmen“. Jene dürften sowieso Krach machen.

Letztendlich stimmten doch alle Räte für die Verwaltungsvorlage, also die Abschaffung der Mittagsruhe von Montag bis Freitag.

Hunde auf Spielplätzen waren das nächste Thema. Auf Verlangen Gierslebens sollten Hunde nicht nur nicht auf Spielplätzen mitgeführt werden dürfen, wie es die Ordnung vorsieht, sondern von Spielplätzen „ferngehalten“ werden.

Das passte Lothar Jänsch gar nicht. „Warum soll ein Dackel oder ein anderer kleiner Hund als ,Familienmitglied’, das gern auch gestreichelt wird, nicht mitdürfen? Ich spreche nicht von Kampfhunden“, so der passionierte Jagdfreund. Der Antrag Gierslebens fiel durch.

Gemeinde haftet wenn Gefahrenhinweis fehlt

An einem Wort entbrannte schließlich auch kurz die Diskussion zu genehmigten öffentlichen Feuern. Man einigte sich aber darauf, dass V

erantwortliche den Ort doch erst verlassen dürfen, wenn das Feuer „vollständig abgelöscht“ und nicht nur „abgelöscht“ ist.

Einigkeit herrschte beim Verbotsparagrafen, zum Beispiel Straßenlaternen, Denkmale oder Bäume zu beklettern. Auf Vorschlag der Güstener sollten Bäume davon ausgenommen werden. Nach anfänglicher Gegenwehr von Daniel Wernicke (Linke) ließ auch der sich überzeugen.

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Jan Ochmann (CDU), von Beruf Jurist, hatte noch erklärt, dass die Gemeinde lediglich hafte, wenn sie nicht auf Gefahren hinweise. Wenn was passiere, seien Eltern in der Haftung.

Nunmehr bedeutet Klettern auf Bäume also im Bereich der Verbandsgemeinde Saale-Wipper keine Ordnungswidrigkeit.

Die neue Gefahrenabwehrverordnung wurde letztendlich bis auf die Gegenstimme von Ines Querfurth beschlossen.