Tourismus

Salzlandcenter Staßfurt verkauft - nach Erweiterung von Hotel und Bad mehr Gäste erhofft

Van der Valk hat sich vom Salzlandcenter Staßfurt getrennt. Die neuen Besitzer Ingo und Niklas Jung aus der Gemeinde Muldestausee sehen viel Potenzial, aus dem besonderen „Gemischtwarenladen“ ein lohnendes Ziel für Freizeit und Tourismus zu entwickeln.

Von Falk Rockmann
Freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Salzlandcenters und darüber hinaus: Oberbürgermeister Sven Wagner (von links), die Geschäftsführer der Bernstein-Hotels&Resorts-Kette Ingo und Niklas Jung sowie Salzlandcentermanager Volker Schilling.
Freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Salzlandcenters und darüber hinaus: Oberbürgermeister Sven Wagner (von links), die Geschäftsführer der Bernstein-Hotels&Resorts-Kette Ingo und Niklas Jung sowie Salzlandcentermanager Volker Schilling. Foto: Falk Rockmann

Staßfurt - „Ich wollte eigentlich nur das Acamed-Resort in Neugattersleben übernehmen“, beginnt Ingo Jung die Geschichte, wie er nun auch zum benachbarten Salzlandcenter kam. Dass auch das Objekt in Staßfurt zu haben war, erfuhr er im Gespräch mit Van der Valk. Die Hotelkette hatte ihre Schlosshotels Ballenstedt und Meisdorf inklusive Golfplatz zum Verkauf angeboten.

Auch Acamed-Resort, Schlosshotels Meisdorf und Ballenstedt gekauft

Und eben auch das Kultur- und Freizeitzentrum in der Salzstadt. Ingo Jung nahm alles – in der festen Überzeugung, „dass der Tourismus in Sachsen-Anhalt eine wichtige Säule wird“.

Der rührige Geschäftsführer der Bernstein Hotels&Resorts GmbH, die zur Agora Invest GmbH gehören wird, stammt aus der Gemeinde Muldestausee (Anhalt-Bitterfeld) und ist seit einem Vierteljahrhundert in der Immobilienbranche in Sachen Projektentwicklung unterwegs, seit 2005 auch im Tourismusbereich.

Die Goitzsche, ein ehemaliges Tagebaurestloch, ist quasi sein Zuhause.

Die Region ist mittlerweile zu einem Tourismus- und Veranstaltungsmagnet im Speckgürtel der Region Leipzig/Halle geworden.

Was zog ihn nun nach Staßfurt zum Salzlandcenter? „Das ist schon etwas besonderes“, blickt der Geschäftsmann auf die Vielfalt, die dieses Haus bietet.

Es sei aber auch ein „Gemischtwarenladen“. Das meint Jung nicht abfällig, sondern er sieht, dass hier was zu verbessern ist. „Das Hotel ist zu klein. Der Saal ist zu wenig bespielt“, nennt er nur zwei Beispiele, wo er und sein Sohn Niklas als erstes angreifen wollen. Man brauche Gäste. Deshalb sollen die Hotelzimmer in einem ersten Schritt durch einen Anbau von derzeit 22 auf 32 erhöht werden.

Zusammen mit dem Acamed-Resort, welches zum Jahresanfang übernommen wurde und wo bereits Umbauarbeiten erfolgen, sind 150 Zimmer das Ziel.

Jung glaubt fest an Synergie-Effekten, die sich durch die nun fünf Objekte zwischen Neugattersleben und Meisdorf ergeben würden. Kurze Wege nennt er. Und als Beispiel auch die beiden 9-Loch- beziehungsweise 18-Loch-Golfplätze in Neugattersleben und in Meisdorf.

70 Arbeitsplätze mehr in Aussicht gestellt

„Wir werden relativ schnell von derzeit 170 auf 240 Arbeitsplätze kommen“, ist der Investor überzeugt. Die Fachkräfte zu finden werde eine Herausforderung. Aber mit entsprechender Entlohnung ließe sich das Problem lösen. Keinen Zweifel lässt er daran, dass das aktuelle Personal übernommen werde – in Staßfurt inklusive Centermanager Volker Schilling, den Jung als „feinen Kerl“ betrachtet.

„Ich denke, in Staßfurt wird sich entwickeln wie in Bitterfeld vor fünf Jahren“, meint Jung noch und hält die Spannung, was in einer Zusammenarbeit mit der Stadt noch alles für Ideen umgesetzt werden könnten. Das Areal um das Salzlandcenter einschließlich des alten Jugendclubs böte sich jedenfalls an, an Erweiterungen zu denken. „Das Bad wird definitiv bleiben“, unterstreicht der Geschäftsführer. Hier versichert Oberbürgermeister Sven Wagner, dass die Stadt an ihrem Vertrag mit Van der Valk anknüpfen wolle, was die Zuschüsse von 27000 Euro monatlich für das Schulschwimmen betrifft. „Daran wird nicht gerüttelt.“ Schließlich sehe er in der Zusammenarbeit auch städtebauliche Vorteile.

Ingo Jung findet das Erlebnisbad „grundsätzlich schön“, aber es habe auch ein Alter, wo man also investieren müsse. Ab Herbst soll in die Projektentwicklung gestartet werden. Jung denkt dabei an Bade- und Sauna-Bereiche im Freien.

Eigene Baufirma in Planung

Nächste Großveranstaltungen wie Oktoberfest und Trödelmärkte stehen derweil auf dem Zettel von Jungs Sohn Niklas. Da müsse man zwar sehen, was mit der neuen Corona-Verordnung möglich sein wird. Aber von den Gegebenheiten sei er schon beim Besuch des Abi-Balls am Sonnabend begeistert gewesen.

Und er wäre auch offen für Disko und Fingerfood-Festivals mit dem SC. Die Bowlingbahn soll auf jeden Fall wieder mehr Jugendliche anlocken.

Erste Veränderungen kündigen Vater und Sohn für den Herbst an. In den nächsten ein bis anderthalb Jahren sollen vorerst etwa zwei Millionen Euro investiert werden. Um alle geplanten Investitionen in allen genannten Hotels umsetzen zu können, soll demnächst zudem noch eine eigene Baufirma gegründet werden.