Bisher existiert in Staßfurt als alternative Form der Bestattung nur die Grüne Wiese / Für andere Formen fehlt Platz

Senioren möchten Urnengrabstätten mit Namen

Von Franziska Richter

Staßfurt l Margarete Keppner aus Staßfurt hatte die Idee zu einer Gemeinschaftsanlage für Urnenwahlgrabstätten auf dem Staßfurter Friedhof. Diese stellte sie im Namen des Staßfurter Seniorenbeirats bei der jüngsten Bauausschusssitzung der Stadt vor.

Bei sogenannten Urnenwahlgrabstätten werden auf einer Freifläche wie einer Grünen Wiese mehrere Urnen unter einer Steinplatte in die Erde eingelassen. Die Steinplatte wird mit den Namen der Verstorbenen versehen. Bisher gibt es auf dem Staßfurter Friedhof nur die Grüne Wiese - diese ist anonym. "Das Anonyme der Grünen Wiese ist nicht das Wahre", sagte Margarete Keppner. Als baldiges Mitglied des Seniorenbeirats habe sie den Wunsch nach Urnenwahlgrabstätten aus der Bevölkerung gehört. Diese halbanonyme Form der Bestattung sei vor allem beliebt, weil sie günstiger sei als herkömmliche Gräber.

Auf dem Staßfurter Friedhof waren Meinungen zur Grünen Wiese zu hören wie: "So richtig befriedigend ist die Grüne Wiese manchmal nicht für Angehörige. Man kommt hierher, aber hat doch keinen richtigen Bezugspunkt."

"Ich würde mir Urnenwahlgrabstätten für Paare wünschen", sagte Margarete Keppner. "So etwas gibt es schon auf dem Bernburger Friedhof und ist sehr pflegeleicht. Auch bei uns in Staßfurt könnte diese neue Form der Bestattung eingeführt werden", so Keppner.

Wolfgang Kaufmann, Fachbereichsleiter der Stadt, lobte zunächst, dass sich die Senioren so aktiv mit Vorschlägen einbringen, sah jedoch auch Probleme. "Wir haben in der Satzung bereits neue Bestattungsformen aufgenommen, aber bisher konnten sie nicht umgesetzt werden. Wir brauchen dafür eine größere Fläche auf dem Friedhof", erklärte Kaufmann. Daher seien auch andere Formen der anonymen oder halbanonymen Bestattung prinzipiell möglich, aber es ist noch kein Platz dafür hergerichtet.

Ein weiterer Verwaltungsmitarbeiter betonte, dass Gräber von Angehörigen teilweise nicht gepflegt werden. Gräber würden vernachlässigt werden. "Dass Gräber verwildern können, kommt bei jeder Form der Bestattung vor, auch bei normalen Gräbern", sagte Peter Maier dazu.

Klaus-Dieter Stops (CDU) als Vorsitzender des Ausschusses, in dem der Vorschlag unterbreitet wurde, bat die Verwaltung, sich der Idee anzunehmen und bei neuen Friedhofsgebührensatzung, die im nächsten Jahr formuliert werden muss, zu berücksichtigen.